„Notre­paratur vermeiden“

Heiz-Check für 30 Euro – dazu rät Energie­experte Stefan Materne.

Stefan Materne, Experte bei der Energieberatung der Verbraucherzentrale, erklärt, warum Haus­eigentümer die Modernisierung ihrer Heizung nicht auf die lange Bank schieben sollten.

Wann ist der richtige Zeit­punkt, sich um die Heizungs­modernisierung zu kümmern?

Die durch­schnitt­liche Lebens­dauer einer Heiz­anlage beträgt etwa 20 Jahre. Wer eine Heizung hat, die älter als 15 Jahre ist, sollte daher auf einen Ausfall vorbereitet sein und sich recht­zeitig beraten lassen. Es bleibt sonst kein Spielraum für Verbesserungen. Zum Beispiel sind viele ältere Kessel größer als nötig. Das ist ineffizient und reduziert die Lebens­dauer der Geräte. Deshalb muss die Heizlast berechnet werden, bevor ein neuer Kessel ins Haus kommt. Im Notfall tauscht der Installateur aber oft einfach nur den kaputten – zu großen – Kessel aus. Die Chance auf eine richtige Dimensionierung ist dann für Jahre vertan.

Wie sollte man am besten vorgehen?

Ich empfehle, in der Heiz­periode einen Fachmann die Kessel­leistung berechnen zu lassen. Eine erste Einschät­zung bietet auch der Heiz-Check der Energieberatung der Verbraucherzentrale für 30 Euro. Außerdem sollten Haus­eigentümer sich Gedanken machen, ob sie den Energieträger wechseln oder auf erneuer­bare Energien umsteigen möchten.

Wonach sollen Haus­besitzer eine neue Heizung aussuchen?

Das ist eine Frage des Typs. Möchte jemand klima­politisch alles richtigmachen oder geht es vor allem um die Kosten? Dazu kommt das „Wo“: Ist das Haus ein Neubau oder ein Altbau? Eine Pellethei­zung beispiels­weise kann in einem Altbau gut eine Ölhei­zung ersetzen, ist aber in der Anschaffung teuer. Dafür sind Pellets im Vergleich zu Gas und Öl der güns­tigere Brenn­stoff pro Kilowatt­stunde. Das lohnt vor allem für Leute mit hohem Verbrauch. Wärmepumpen werden immer beliebter, sind aber meist nur für Neubauten und manchmal in Altbauten wirk­lich geeignet. Herstel­lern, die sie unkritisch für alle Einsatz­zwecke bewerben, sollte man nicht glauben. Solar­thermie ist eine gute Ergän­zung zu Heizung und zur Warm­wasser­bereitung, aber nur, wenn die Anlage gut läuft. Das ist leider oft nicht der Fall.

Und was ist mit Fern­wärme?

Fern­wärme kann durch­aus eine Alternative sein, wenn das Netz in der Straße liegt. Kunden sollten aber vor Vertrags­schluss die Verträge gut durch­lesen. Viele enthalten verbraucherunfreundliche Klauseln. Der Versorger darf zum Beispiel ohne Genehmigung die Preise ändern.

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