Drei Beispiele für eine Förderung

Ob Steuer­vorteil vom Finanz­amt oder Zuschüsse von der Förderbank KfW oder vom Bundes­amt für Wirt­schaft und Ausfuhr­kontrolle Bafa: Die Anforderungen an geförderte Maßnahmen sind in allen Varianten gleich hoch. Nur für Modernisierungen, die über den Stan­dard hinaus­gehen, gibt es staatliche Unterstüt­zung. Haus­besitzer, die sich an die Anforderungen halten, können sich also entscheiden, welche Fördervariante sie wählen. Diese drei Beispiele zeigen, ­welche Variante für wen lohnt.

Beispiel 1: Komplett­sanierung

Sanierung zum KfW-Effizienz­haus 85, Kosten 115 000 Euro

Fördervariante A
KfW Investitions­zuschuss (Programm 430): 34 500 Euro

Fördervariante B
KfW-Kredit (Programm 151): 115 000 Euro
Tilgungs­zuschuss: 34 500 Euro
Zinsen gesamt (Lauf­zeit 10 Jahre): 3 635 Euro
Rück­zahlung gesamt: 84 135 Euro

Fördervariante C
Abzug von der Einkommensteuer: 23 000 Euro
1. Jahr: 8 050 Euro2. Jahr: 8 050 Euro
3. Jahr: 6 900 Euro

Fazit: Der Haus­besitzer kann wählen zwischen ­einem Investitions­zuschuss der KfW in Höhe von 34 500 Euro (30 Prozent von 115 000 Euro Kosten), einem KfW-Kredit über die Gesamt­kosten von 115 000 Euro, von dem er nur gut 84 000 zurück­zahlen muss und einem Steuer­abzug über drei Jahre in Höhe von 23 000 Euro (20 Prozent von 115 000 Euro). Die Fördermittel sind in diesem Beispiel also deutlich besser als der Steuer­abzug.

Beispiel 2: Einzel­maßnahmen

Wärmedämmung, Einbau neuer Fenster, Kosten 35 000 Euro

Fördervariante A
KfW-Investitions­zuschuss (Programm 430): 7 000 Euro

Fördervariante B
KfW-Kredit (Programm 152): 35 000 Euro
Tilgungs­zuschuss: 7 000 Euro
Zinsen gesamt: 1 227 Euro
Rück­zahlung gesamt: 29 227 Euro

Fördervariante C
Abzug von der Einkommensteuer: 7 000 Euro
1. Jahr: 2 450 Euro
2. Jahr 2 450 Euro
3. Jahr 2 100 Euro

Fazit: Saniert der Haus­besitzer nur einzelne Bauteile wie in unserem zweiten Beispiel, sind Steuerbonus, Investitions­zuschuss und Tilgungs­zuschuss mit 7 000 Euro (20 Prozent der Kosten) gleich hoch. Für ihn ist die Steuerermäßigung eine gute Alternative. Der Vorteil der Steuer­förderung ist der oft geringere büro­kratische Aufwand und die Mög­lich­keit, den ­Bonus im Nach­hinein zu beantragen. Aber Vorsicht: Wer ohnehin wenig ­Steuern zahlt, kann die Förderung ­vielleicht nicht voll ausschöpfen.

Beispiel 3: Neue Heizung

Austausch alte Ölhei­zung durch Pellethei­zung, Kosten 22 000 Euro

Fördervariante A
Bafa-Zuschuss: 9 900 Euro
KfW-Ergän­zungs­kredit (Programm 167): 12 100 Euro
Zinsen gesamt: 528 Euro
Rück­zahlung gesamt: 12 628 Euro

Fördervariante B
Abzug von der Einkommensteuer: 4 400 Euro
1. Jahr: 1 540 Euro
2. Jahr: 1 540 Euro
3. Jahr: 1 320 Euro

Fazit: Ersetzt der Haus­eigentümer seine alte Heizung durch eine besonders klimafreundliche Heiz­anlage, hat er die Wahl zwischen ­einem Zuschuss der Bafa und dem ­Steuerbonus. Unser drittes Beispiel zeigt, wie die Rechnung aussieht, wenn er ­eine ­alte Ölhei­zung gegen eine Pellethei­zung austauscht: Der Zuschuss ist deutlich höher als der Steuer­abzug. Zudem ­bekommt er den zins­vergüns­tigten ­Ergän­zungs­kredit der KfW.

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SpecialNeue Förderung für Haus und Heizung17.02.2020
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