Neue Energien Ärger mit Solarfonds

14.12.2014
Neue Energien - Ärger mit Solarfonds
Spanische Solar­parks erhalten künftig weniger Geld für ihren Strom.

Einige Solarfonds schütten kein Geld mehr aus, denn Spanien hat sein Fördergesetz für neue Energien abge­schafft. Die Gesetzes­änderung beschert tausenden deutschen Anlegern deutliche Einnahme­verluste. Die Anbieter der Solarfonds von Voigt & Collegen, MPC Capital AG und White Owl Capital stellen ihre jähr­lichen Ausschüttungen an Anleger ein.

Spanien fördert erneuer­bare Energien nicht mehr

Unerfreuliche Nach­richten für deutsche Anleger, die Unter­nehmens­beteiligungen in Form von geschlossenen Fonds gekauft haben: Die spanische Regierung hat alle Einspeisegesetze und Förderungen für erneuer­bare Energien abge­schafft. Für den Strom gibt es künftig nur noch den Markt­preis sowie eine Zulage für jede Anlage. Spanien will damit das Defizit im Stromsektor abbauen. Das neue Gesetz gilt rück­wirkend zum 12. Juli 2013.

Keine Ausschüttungen mehr

Die Anbieter der Solarfonds von Voigt & Collegen aus Düssel­dorf, MPC Capital AG aus Hamburg und White Owl Capital aus Berlin stellen ihre jähr­lichen Ausschüttungen an Anleger ein. Bei Voigt & Collegen sind knapp 5 000 Anleger der Fonds Soles 20, 21 und 22 betroffen. MPC hat die Ausschüttungen für rund 1 000 Anleger des MPC Solar­park auf null herab­gesetzt. Prospektiert waren 7,4 Prozent pro Jahr. Beim Fonds WOC 1 der White Owl Capital sind frühestens 2024 neue Auszahlungen zu erwarten.

Fonds mit unklarer Zukunft

Ob die Fonds Anlegern zum geplanten Ende der Fonds­lauf­zeit über­haupt etwas auszahlen können, steht derzeit in den Sternen. Aufgrund der mehr­maligen rück­wirkenden Gesetzes­änderungen sei eine seriöse Planung nicht möglich, teilen die Anbieter mit. Außerdem plane Spanien in Drei-Jahres-Abständen weitere Anpassungen der Strom­vergütungen.

Anbieter will Spanien verklagen

Voigt & Collegen wollen den spanischen Staat vor einem interna­tionalen Schieds­gericht auf Schaden­ersatz verklagen. Das ist möglich, weil Spanien eine welt­weite Energieverfassung (Energy Charter Treaty) unter­schrieben hat. Danach können Investoren ein Land verklagen, wenn es gegen recht­liche Grund­sätze verstößt.

14.12.2014
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