Neue Bestimmungen für Handgepäck Meldung

Ab 6. November dürfen Passagiere in der Europäischen Union nur noch Fläschchen mit höchstens 100 Millilitern Flüssigkeit an Bord nehmen. Diese neuen Sicherheitsbestimmungen sind Folge der - laut britischen Sicherheitsdiensten - geplanten Attentate mit Flüssigsprengstoff auf Flugzeuge in London. Auf Flügen in die USA und nach Großbritannien gelten bereits seit August gesonderte strenge Regeln für Getränke, Gels und Cremes. test.de erklärt, was sich ändert.

Höchstens 100 Milliliter

Künftig dürfen Passagiere auf allen Abflügen innerhalb und von der EU nur noch Flüssigkeiten in Behältern mit höchstens 100 Millilitern an Bord nehmen. Diese Fläschchen, Dosen oder Tuben müssen sie in einem transparenten, wieder verschließbaren Plastikbeutel mit maximal einem Liter Fassungsvermögen transportieren. Pro Person ist nur ein Beutel zugelassen. Fluggäste müssen sich diese Beutel selbst vorab besorgen. Beim Check-in am Flughafen wird es sie voraussichtlich nicht geben. Fluggesellschaften empfehlen daher so genannte Zipper-Gefrierbeutel aus dem Supermarkt.

Schnaps statt Wasser

Für Fluggäste bedeutet die neue Regelung, dass sie Getränke nur noch in kleinen Flaschen oder Dosen mitnehmen dürfen. Ausschlaggebend ist dabei nicht ihr tatsächlicher Inhalt, sondern die aufgedruckte Höchstfüllmenge. Doch Wasser und Säfte gibt es in solch kleinen Verpackungen überhaupt nicht im Handel. Dabei ist viel Trinken gerade in Flugzeugen wegen der trockenen Luft besonders wichtig. Lediglich Schnäpse, Whiskey und Liköre gibt es in entsprechend kleinen Füllmengen. Diese eignen sich jedoch nicht für die Flüssigkeitszufuhr: In der Höhe wirkt der Alkohol meist stärker als auf der Erde.

Gut für den Bordverkauf

Linienflieger wie Lufthansa, DBA und Air Berlin schenken in der Regel weiterhin kostenlose Getränke an Bord aus. Schwieriger ist die Flüssigkeitsaufnahme jedoch für Passagiere der Billigflieger wie Easyjet, Germanwings und Ryanair. Sie dürfen ebenfalls nur Flüssigkeiten in 100 Milliliter-Packungen mitführen. Sonstige Getränke müssen sie an Bord kaufen: Easyjet kassiert für Softdrinks 1,00 Euro. Bei Germanwings kosten Saft, Cola, Fanta und Sprite 2,50 Euro, Mineralwasser gibt es für 3,00 Euro.

Duty-free ohne Grenzen

Zwei Ausnahmen lassen die neuen Regeln für Flüssigkeiten allerdings zu: zollfreie Waren und Babynahrung sowie Medikamente. Wer einmal die Sicherheitskontrolle passiert hat, darf sich hinterher im Duty-free-Bereich oder im Bordshop mit Alkohol und Parfum eindecken - auch über der 100-Milliliter-Grenze. Die Ware muss jedoch in einer Tüte verpackt und versiegelt sein. Darüber hinaus dürfen auch Medikamente und Babynahrung in die Kabine, wenn diese während des Fluges notwendig sind. Diese Artikel müssen die Sicherheitskontrolle passieren, dürfen aber außerhalb des Plastikbeutels und in größeren Mengen als nur 100 Milliliter transportiert werden.

Kein schweres Gepäck

Neu ist auch die Höchstgrenze für Gepäckstücke in der Kabine: Jeder Fluggast in der Economy-Klasse darf ein Handgepäck mit höchstens 8 Kilogramm Gewicht und 55 x 40 x 20 Zentimetern Größe mitnehmen - in der Business- und First Class sind zwei Gepäckstücke erlaubt. Ausnahme sind Kleidersäcke: Sie gelten auch bis zur Größe von 57 x 54 x 15 Zentimetern als Handgepäck. Alles, was größer oder schwerer ist, gehört in den Frachtraum. Fazit: Die Zeiten, in denen Passagiere eine eigene Wasserflasche mitnehmen und ihr Freigepäck mithilfe des Handgepäcks erweitern konnten, sind jetzt vorbei.

Dieser Artikel ist hilfreich. 96 Nutzer finden das hilfreich.