Neue Bankenregeln in der EU Meldung

Ab sofort gelten bei Banken und Sparkassen in Deutschland veränderte Allgemeine Geschäftsbedingungen (ABG). Viele der neuen Regelungen sind nachteilig für Kunden. test.de nennt die wichtigsten Änderungen.

EU-Richtlinie zum Zahlungsverkehr

Die Europäische Union hat neue, einheitliche Regeln für den Zahlungsverkehr beschlossen, die ab Ende Oktober auch in Deutschland gelten. Deshalb mussten Banken und Sparkassen ihre allgemeinen Geschäftsbedingungen neu fassen. test.de nennt die wichtigsten Änderungen:

Kartenverlust. Unabhängig vom Verschulden des Kunden kann die Bank künftig bei Kartenmissbrauch (ec- und Kreditkarte) vor der Sperrung bis zu 150 Euro Selbstbeteiligung fordern. Sparkassen und Genossenschaftsbanken sowie einige andere Banken wollen aber bei der alten Regelung bleiben. Sie ersetzen den Schaden voll, wenn der Kunde sorgfältig gehandelt hat. Das ist der Fall, wenn Kunden die Karte ordentlich und getrennt von der Geheimzahl aufbewahren und sie nicht verlieren.

Onlinebanking. Der Selbstbehalt von 150 Euro gilt auch bei der missbräuchlichen Nutzung des Onlinekontos, zum Beispiel beim Verlust der Transaktions­nummern (TAN) für das Onlinebanking.

Grob fahrlässig. Gehen Kunden grob fahrlässig mit Karte oder TAN-Liste um, haften sie sogar für Schäden, die über die 150 Euro hinaus gehen.

Keine Fehlerkorrektur. Künftig sind Überweisungen sofort wirksam, wenn sie bei der Bank eintreffen. Kunden können einen Fehler nicht mehr korrigieren, selbst wenn sie ihn sofort entdecken. Beispiel: Kunden, die einen Zahlendreher eingebaut, die Überweisung aber schon in den Briefkasten geworfen hatten, konnten den Auftrag mit einem schnellen Anruf bei der Bank stornieren. „Das geht künftig nur noch auf Kulanz“, sagt Juristin Andrea Heyer von der Verbraucherzentrale Sachsen. Im Allgemeinen können Kunden das Geld dann nur noch beim falschen Empfänger zurückfordern.

Namensabgleich fällt weg. Kunden müssen bei Formular­überweisungen die Kontonummer und Bankleitzahl jetzt noch sorgfältiger eintragen. Die Banken gleichen diese Zahlen nicht mehr mit dem Namen des Empfängers ab. Für Einsprüche gegen Fehler gilt künftig eine neue Ausschlussfrist: 13 Monate ab dem Tag nach der Belastung.

Schnellere Überweisungen. Positiv ist, dass Zahlungen künftig in kürzerer Zeit erledigt sein müssen. Banken müssen die bislang geltende Frist von drei Geschäftstagen bei Online­überweisungen und vier Tagen bei Überweisungen per schriftlicher Einreichung nun im gesamten Euro-Zahlungs­verkehrs­raum einhalten. Ab dem Jahr 2012 gelten folgende Fristen europaweit: innerhalb von einem Tag bei Onlinetransaktionen und zwei Tagen bei Aufträgen per Formular.

Europäische Lastschrift. Das Lastschriftverfahren wird für Zahlungen innerhalb des gesamten europäischen Binnenmarktes möglich. Beispiel. Besitzer von Ferienwohnungen im europäischen Ausland benötigen für die Überweisungen der Stromkosten kein Konto vor Ort mehr. Die so genannte Sepa-Lastschrift (Sepa= Single Euro Payments Area = einheitlicher europäischer Zahlungsraum) kann innerhalb von acht Wochen nach Buchung rückgängig gemacht werden. Für die innerdeutsche Lastschrift, die es noch bis Ende 2010 geben wird, gilt eine Frist von sechs Wochen zum Rechnungsabschluss, meist am Quartalsende.

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