Neue Bahnpreise Test

Die Bahn kommt: mit neuen Preisen ab 15. Dezember. „Einfach und attraktiv wie nie zuvor“, sagt die Bahn. Die Stiftung Warentest hat nachgerechnet: 800 Bahnverbindungen quer durch Deutschland. Mit alten und mit neuen Preisen. Ergebnis: Wer alleine reist, zahlt in Zukunft oft mehr. Auch Familien mit Kindern über 14 Jahren müssen tiefer in die Tasche greifen – vor allem auf Fernstrecken. test.de gibt Tipps, wie Sie auch künftig Fahren und Sparen.

Familiensparpreis entfällt

„Familien fahren jetzt besonders günstig“, wirbt die Bahn. Stimmt nicht, sagt die Stiftung Warentest. Nur Familien mit Kindern unter 15 Jahren profitieren von den neuen Bahntarifen. Familien mit älteren Kindern zahlen dagegen oft mehr. Grund: Der alte ICE-Familiensparpreis entfällt. Beispiel: Fernstrecke Freiburg-Berlin-und-zurück. Ein Erwachsener mit zwei Kindern über 15 Jahren zahlt ab 15. Dezember satte 330 Euro. Mit Bahncard. Alter Preis: nur 127 Euro. Aufschlag: 160 Prozent. Nur wer frühzeitig bucht, kann den Preis reduzieren: 198 Euro kostet die Fahrt mit dem neuen Plan&Spar 40-Tarif. Voraussetzung: Die Familie legt sich auf einen Zug fest und bucht spätestens sieben Tage vor Abreise. Außerdem muss die Nacht von Sonnabend auf Sonntag zwischen Hin- und Rückfahrt liegen.

Nur solange der Vorrat reicht

Der Plan&Spar-Tarif gilt nur, solange der Vorrat reicht. Die Bahn begrenzt das Kartenkontingent pro Zug. Gleichzeitig rührt sie die Werbetrommel für Plan&Spar. Dass die neuen Preise der Bahn in den Werbeanzeigen so positiv erscheinen, hat einen einfachen Grund: Die Deutsche Bahn vergleicht die neuen Plan&Spar-Tarife mit dem alten Grundpreis. Der war hoch. Nur wenige Reisende haben so viel bezahlt: Bahncard, Sparpreise und Guten-Abend-Ticket waren die Fahrkarten der Wahl. Die Stiftung Warentest vergleicht realistisch: Die besten neuen Angebote müssen sich auch mit den besten alten Angeboten messen.

Für Jugendliche oft billiger

Gewinner der Tarifreform sind Jugendliche zwischen 12 und 14 Jahren. Bisher mussten sie voll bezahlen. Ab 15. Dezember reisen sie zum halben Preis. In Begleitung ihrer Eltern fahren Jugendliche sogar kostenlos mit. Bis zum Alter von 14 Jahren. Einzige Voraussetzung: Sie müssen auf dem Ticket der Eltern eingetragen sein. Im Zug selbst ist das nicht mehr möglich. Teurer wird die Bahn wiederum für Alleinreisende. Wer sich nicht im Voraus auf einen Zug festlegen kann oder will, zahlt den Normalpreis. Der ist hoch. Selbst mit der neuen Bahncard. Beispiel: einfache Fahrt von Berlin nach Bonn mit Bahncard für 62,10 Euro. Das kostete bisher nur 51,20 Euro. Mit der alten Bahncard gab es 50 Prozent Rabatt. Die neue reduziert den Fahrpreis nur um 25 Prozent. Einziger Trost: Die neue Bahncard ist billiger. Preis: 60 statt 140 Euro.

Mitfahrer im Netz

Positiv an der Tarifreform der Bahn ist das System der Rabatte. Ein Baukastensystem: Bahncard-, Frühbucher- und Mitfahrer-Rabatt lassen sich jetzt kombinieren. Wer sieben Tage vor der Abreise bucht, zahlt nur 60 Prozent vom Standardpreis. Die Bahncard reduziert den reduzierten Preis um weitere 25 Prozent. Und Mitfahrer reisen immer zum halben Preis. Bis zu vier Mitfahrer sind möglich. Im Internet gibt es bereits Seiten, die Mitfahrer vermitteln. Auch die Bahn ist kreativ, wenn es um Preise geht. Mit ein wenig Farbe hat sie aus ihren alten Interregiozügen neue Intercitys gemacht. Die blau-weißen Waggons wurden rot-weiß lackiert. Mit Gewinn: Die Bahn kassiert nun die höheren Intercitypreise. Wer sparen will, muss seine Reise mindestens ebenso gewieft planen und möglichst viele Rabatte kombinieren. test.de gibt Tipps.

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