Neue Bahnpreise Meldung

Im sechsten Jahr in Folge hebt die Bahn ihre Fahrkarten­preise an. Das ist vor allem für Pendler ärgerlich. Nur wenige Reisende kommen ab dem 13. Dezember günstiger ans Ziel. test.de nennt die wichtigsten Neuerungen und gibt Tipps zum sparsamen Bahn fahren.

Pendler haben das Nachsehen

Die Preise im Nah- und Fernverkehr gehen in diesem Jahr im Schnitt um 1,8 Prozent nach oben - laut Bahn der niedrigste Anstieg seit 2004. Größte Verlierer sind Pendler: Im Regionalverkehr ziehen die Bahnpreise um 2,2 Prozent an - bei Einzel- und bei Zeitkarten. In den allermeisten Fällen liegt der Anstieg für Einzelfahrscheine in Regionalzügen bei unter einem Euro. Auch die Bahncard 50 wird teurer: In der 2. Klasse zahlen Kunden 230 statt 225 Euro für die Rabattkarte. Das trifft gerade Wochenendpendler, die je nach Dienstschluss kurzfristig einen Zug nehmen wollen und deshalb auf die flexible Bahncard 50 setzen.

Neue Sonderangebote

Im Gegenzug erweitert die Bahn das Dauer-Spezial zu einer Sonderpreisfamilie: Neu hinzu kommt das Dauer-Spezial ab 19 Euro für Kurzstrecken bis 250 Kilometer (zum Beispiel von Berlin nach Dresden). Außerdem gibt es ein neues Dauer-Spezial ab 49 Euro für zwei Erwachsene. Das bereits bekannte Dauer-Spezial für normale Fahrten innerhalb Deutschlands kostet weiterhin mindestens 29 Euro. Die Karten gelten jeweils für eine einfache Hin- oder Rückfahrt. Alle eigenen Kinder oder Enkel unter 15 Jahren können Reisende bei den Dauer-Angeboten künftig kostenlos mitnehmen. Allerdings sind alle drei Angebote nur eingeschränkt verfügbar. Die bisherigen Tipps für Schnäppchenjäger (test 07/2009) gelten also weiterhin.

Bahncard 25 verbessert

Für Bahncard-25-Besitzer wird das Dauer-Spezial interessanter: Sie bekommen den vollen Rabatt auf den Fahrpreis angerechnet. Dies gilt in manchen Fällen jetzt auch für das Europa-Spezial-Ticket. Der Preis der Bahncard 25 bleibt gleich: 57 Euro für die 2. Klasse.
Tipp: Die Bahncard 25 ist besonders für Familien attraktiv. Hat ein Elternteil sie und lebt mindestens ein Kind unter 18 Jahren noch zuhause, kriegt der Partner die Karte für zehn Euro. Kinder unter 15 Jahren fahren in Begleitung ihrer Eltern oder Großeltern kostenlos mit. Für Kinder und Jugendliche unter 19 Jahren gibt es außerdem die Jugend Bahncard 25, die einmalig zehn Euro kostet und bis zum 20. Geburtstag gilt.

Umtausch öfter möglich

Wer bislang das Angebot des Dauer-Spezials nutzte, musste sich auf einen Zug festlegen und konnte die Fahrkarte danach nicht mehr umtauschen oder zurückgeben. Das wird nun anders: Künftig ist es möglich, die Tickets bis einen Tag vor der Reise gegen eine Gebühr von 15 Euro zurückzugeben. Weiterhin ausgeschlossen sind Umtausch und Rückgabe aber bei den Länder-Tickets und dem Schönes-Wochenende-Ticket.
Tipp: Der Umtausch der Dauer-Spezial-Tickets ist jetzt zwar möglich, aber insbesondere bei den günstigsten Angeboten sind 15 Euro Gebühr happig. Kaufen Sie erst, wenn die Reiseplanung feststeht.

Wochenend- und Länder-Tickets

In sechs Bundesländern im Südwesten und Südosten werden die Länder-Tickets einen Euro teurer. Der Preis für das Schönes-Wochenende-Ticket bleibt hingegen gleich. Bei beiden Angeboten reisen Gruppen bis fünf Personen für einen Tag in Regionalzügen zum Pauschalpreis, entweder auf ein Bundesland oder auf das Wochenende beschränkt.
Tipp: Bei Schönes-Wochenende- und Länder-Tickets können Sie nur Regionalzüge nutzen. Gerade mit Gruppen lohnen die Angebote sich aber: Je mehr mitfahren, desto günstiger wird es. Bei Hin- und Rückfahrt am selben Tag sind die Tickets auch für Alleinreisende oft die billigste Wahl.

Mehr Geld für Reservierungen

Auch der Preis für Sitzplatzreservierungen steigt: Kunden müssen 50 Cent pro Platz und Fahrt mehr ausgeben, egal ob über das Internet, am Automaten oder am Schalter. Gerade zu Hauptverkehrszeiten wie Wochenenden oder um Feiertage herum ist eine Sitzplatzreservierung aber empfehlenswert. Ein einzelner Sitzplatz für eine einfache Fahrt in der 2. Klasse kostet über das Internet oder am Automaten künftig 2,50 Euro.
Tipp: Nutzen Sie, wenn möglich, Internet oder Automaten für die Reservierung. In Nebenzeiten und auf weniger beliebten Strecken sind oftmals genug Plätze frei, so dass eine Reservierung überflüssig ist.

Quer durchs Land ein Drittel teurer?

Die Bahn überlegt, das Quer-durchs-Land-Ticket zum Ende der Testlaufzeit am 31. Januar 2010 einzustellen. Bis dahin können bis zu fünf Personen mit der Fahrkarte von Montag bis Freitag einen Tag lang bundesweit beliebig mit Regionalzügen fahren. Hier droht die Bahn versteckt die Preise zu erhöhen. Beispiel: Ein einzelner Reisender fährt unter der Woche mit Regionalzügen von Bremen nach Köln an einem Tag hin und zurück. Bisher geht das für 34 Euro, wenn er das Quer-durchs-Land-Ticket am Automaten oder im Internet kauft. Ab Februar braucht er dafür zwei Länder-Tickets, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen, macht zusammen: 45 Euro, und damit 11 Euro oder fast ein Drittel mehr.

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