Grund­steuerreform 2022

Diese Programme helfen bei der Grund­steuererklärung

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Grund­steuerreform 2022 - So geht die Berechnung
Grund­steuererklärung. Pflicht für alle, die Immobilien oder Grund­stücke besitzen. © Getty Images / Justin Paget

Wir haben vier Programme für die Grund­steuererklärung getestet. In den meisten Fälle reicht ein kostenloses. Wer den ungefähren Grund­steuer­wert kennen will, muss zahlen.

Inhalt
  1. Überblick
  2. Diese Programme helfen bei der Grund­steuererklärung
  3. Download: Heftartikel als PDF (4 Seiten)

Für ihre Grund­steuererklärung nutzen viele Elster, das Online-Portal der Finanz­verwaltung. Wir haben uns angeschaut, ob es mit drei Alternativen einfacher geht. Alle Programme mussten zwei Musterfälle lösen – ein Einfamilien­haus und eine Eigentums­wohnung in Brandenburg. Mit zweien fällt die Abgabe leicht.

Kostenlos: Elster und das Portal des Bundes­finanz­ministeriums

Elster führt strukturiert durch die Grund­steuererklärung, nutzt aber viele Fachwörter und der Anmelde­prozess ist aufwendig. Das kann für Laien zu anspruchs­voll sein.

Einfacher ist das neue und kostenlose Grundsteuer-Portal des Bundesfinanzministeriums. Es ist auf Privatleute zuge­schnitten, die Daten zu Ein- und Zweifamilienhäusern, Eigentums­wohnungen und unbe­bauten Grund­stücken erklären wollen. Gezielte Fragen und ausführ­liche Info­texte lotsen sie schnell durch die Grund­steuererklärung. Hilfen sind über­sicht­lich ange­ordnet und in der Länge angemessen. Am Ende identifizieren sich Nutze­rinnen und Nutzer mit ihrem Elster-Konto oder lassen einen Frei­schalt­code an ihre Melde­adresse schi­cken.

Nachteil: Der Service lässt sich nur für Grund­stücke in Ländern mit dem Bundes­modell nutzen. Baden-Württem­berg, Bayern, Hamburg, Hessen und Nieder­sachsen fallen weg.

Smart­steuer ist unüber­sicht­lich und teuer

Smart­steuer Grund­steuer kostet 34,95 Euro – und enttäuschte am Ende. Die Hilfen im Programm waren zwar über­sicht­lich ange­ordnet, vom Umfang angemessen und auch von Laien zu verstehen. Jedoch erschien nach voll­ständiger Eingabe der Daten zu den beiden Beispiel-Grund­stücken jeweils eine Fehler­meldung, die sich nicht beseitigen ließ. Das Programm monierte, dass Daten fehlen – welche und an welcher Stelle, verriet es nicht. Unsere Teste­rinnen und Tester scheiterten schluss­endlich und konnten keine Grund­steu­erklärung erstellen.

Smart­steuer besserte im Test­zeitraum zwar nach, aber das Programm bleibt unüber­sicht­lich. Manche Eingabefelder waren kaum zu finden. Die Software bietet keinen Über­blick, was Nutze­rinnen und Nutzer bereits einge­geben haben und was ihnen noch bevor­steht.

Nur Wiso Grund­steuer errechnet voraus­sicht­liche Steuer

Wiso Grund­steuer kostet knapp 30 Euro, die allerdings erst bei Abgabe der Erklärung anfallen. Das Programm führt mit sinn­vollen Fragen durch die benötigten Angaben und ist leicht bedien­bar. Es bietet zu jedem Punkt zusätzliche Informationen und weist stellen­weise darauf hin, wo Steuer­pflichtige notwendige Daten finden und Unterlagen erhalten. So kommen selbst Steuerlaien gut durch ihre Grund­steuererklärung.

Als einziges Programm im Test errechnete Wiso Grund­steuer den voraus­sicht­lichen Grund­steuer­wert und ermöglicht damit die spätere Kontrolle des Steuer­bescheides. Wer darauf Wert legt oder mit den Programmen der Finanz­verwaltung nicht klar­kommt, ist beim kosten­pflichtigen Programm Wiso Grund­steuer gut aufgehoben.

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21 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

TheBrave am 24.09.2022 um 08:52 Uhr
20 Minuten

Ich habe ca. 20 Minuten mit der alternativen Website und vorhandenem Elster-Login für unser Eigenheim gebraucht. Wegen eines Dachumbaus vor ca. 20 Jahren waren die Maße bekannt.

HolgerAtHome am 18.09.2022 um 19:12 Uhr
WISO Grundsteuer enttäuscht

Als langjähriger und sehr zufriedener Nutzer der WISO-Steuer und -Finanzsoftware habe ich mir nach einem kurzen Blick in die Standard-Elster-Formulare die WISO-Grundsteuer-Software geleistet. Nach inzwischen zwei bearbeiteten Fällen (beide in Bayern), einer in der WISO- und einer in der Elster-Software kann ich WISO-Grundsteuer nicht empfehlen. Als Vorteil sehe ich, dass Informationen leicht zugänglich bei den entsprechenden Eingabefeldern zu finden sind. Die typischen Plausibilitäts-Checks, automatische Datenermittlung (z.B. Summenbildung) und etwas mehr Informationen fehlen mir aber vielfach. Letztlich bin ich mit Elster und auf Basis der in Bayern verfügbaren Informationsquellen zur Grundsteuer mindestens genauso schnell vorangekommen - und das auch noch kostenfrei. Einen Vorteil der WISO-Software sehe ich nicht, mit Ausnahme der angenehm modern anmutenden Benutzeroberfläche und der Steuerberechnung. Auf beides könnte ich aber verzichten.

Koller2412 am 17.09.2022 um 10:07 Uhr
WISO-Grundsteuer

Auch wenn das WISO-Programm besser als Elster sein will: So sehr unterscheidet es sich nicht! Auch wenn es die Fragen besser formuliert. Aber warum hat man es nicht augenfreundlicher gemacht? Man übersieht regelmäßig einige wichtige Punkte. Z.B. sucht man dann nach der Eingabemöglichkeit für weitere Miteigentümer. Es ist zu unscheinbar statt dass man mit farbigen Hinweisen drauf aufmerksam gemacht würde.
Gruß! W.Koller

Profilbild Stiftung_Warentest am 14.09.2022 um 15:11 Uhr
Eigentumswohnung in Erbpacht

@fritzi4460: Bei Erbbaurechten einschließlich Wohnungserbbaurechten und Teilerbbaurechten ist nur vom Erbbauberechtigten eine Feststellungserklärung abzugeben. Die Eigentümerin oder der Eigentümer des Grundstücks muss in der Erklärung angegeben werden.

Profilbild Stiftung_Warentest am 14.09.2022 um 15:09 Uhr
WISO rechnet korrekt

@lothar-hh: WISO rechnet hier alles ganz korrekt. Die Wohnfläche tragen Sie selbst im Programm ein. WISO selbst berechnet an dieser Stelle nichts. WISO gibt einen Hinweis zu Abstellräumen, aber außerhalb der Wohnung. Abstellräume innerhalb der Wohnung gehören zur Wohnfläche. Anders sieht es aus bei Zubehörräumen, zu denen auch Abstellräume im Keller gehören. Es gibt hier nichts zu korrigieren.