Neube­rechnung der Grund­steuer Das müssen Immobilien­besitzer wissen

Neube­rechnung der Grund­steuer - Das müssen Immobilien­besitzer wissen
Eigentum verpflichtet. Die bisherige Berechnung der Grund­steuer ist verfassungs­widrig und wird umge­stellt. © Getty Images / Westend61

Die Umsetzung der Grund­steuerreform hat begonnen. Besitzer von Immobilien müssen eine Steuererklärung einreichen. Die Stiftung Warentest erläutert die Hintergründe.

Warum wird die Grund­steuer neu ermittelt?

Ab Juli 2022 müssen die Finanz­ämter für rund 36 Millionen Immobilien und Liegenschaften die Grund­steuer­werte neu ermitteln, damit die Grund­steuer ab 2025 grund­gesetz­konform erhoben werden kann. Das bisherige Bewertungs­system ist verfassungs­widrig, darf aber noch bis Ende 2024 angewendet werden (BVerfG, Az. 1 BvL 11/14 u. a.).

Wie wird die Steuer ermittelt?

Maßgeblich für die Wert­ermitt­lung sind die Verhält­nisse zum 1. Januar 2022 und das Bewertungs­modell des Bundes­landes, in dem das Grund­stück liegt.

Muss ich mehr Grund­steuer zahlen?

Ob und wo es für Eigentümer und ­Mieter teurer wird, ist noch offen. Den entscheidenden Hebel halten die Kommunen in den Händen – sie legen auto­nom den Hebe­satz und damit die konkret zu zahlende Grund­steuer fest.

Welche Frist gilt?

Als Grund­stücks­eigentümer müssen Sie zwischen Juli und Ende Oktober 2022 über Elster.de für jedes Grund­stück eine „Erklärung zur Fest­stellung der Grund­steuer­werte“ einreichen. Das müssen Sie übrigens auch dann tun, wenn das Finanz­amt Sie nicht anschreibt. Falls Sie die Erklärung nicht digital abgeben können, beantragen Sie bei Ihrem Finanz­amt, diese in Papierform einreichen zu dürfen. Begründen Sie, warum eine Abgabe via Elster.de unzu­mutbar ist.

Was muss ich angeben?

Das ist je nach Bundes­land verschieden. In Bayern und Baden-Württem­berg müssen Sie nur die Grundstücks­größe und die Wohn- und Nutz­fläche melden. Un­bürokratisch ist es auch in Hamburg, Hessen und Nieder­sachsen. Hier spielt zudem die Lage eine Rolle. Im Saar­land erhalten Sie die nötigen Daten per Post. In den übrigen Ländern müssen Sie den Boden­richt­wert angeben, den Sie über ein Onlineportal des jeweiligen Bundes­landes abrufen können. Notfalls helfen Kataster­ämter oder Gutachter­ausschüsse der Kommunen. Mehr abge­fragt wird hier bei Gebäuden: etwa Angaben zu Baujahr, Nutzungs­art, Umbauten, Modernisierungen, Wohn- und Nutz­fläche. Vieles davon steht in den Bauunterlagen oder im Kauf­vertrag.

Mehr zum Thema

  • Neben­kosten­abrechnung So prüfen Mieter die Betriebs­kosten­abrechnung

    - Eine Betriebs­kosten­abrechnung kann an vielen Stellen falsch sein. Wie Mieter ihre Neben­kosten­abrechnung prüfen und wann sie sich gegen Nach­zahlungen wehren können.

  • Wohnungs­eigentum Neues Baurecht für Eigentümer

    - Der Gesetz­geber sieht einen Sanierungs­stau in Wohnungs­eigentums­anlagen. Er hat das Wohnungs­eigentums­gesetz (WEG) daher stark verändert. Die neuen Regeln gelten ab...

  • Vermietung Regeln für Afa-Abschreibung passen oft nicht

    - Eine Schätz­hilfe der Finanzbehörden soll Vermietern beim Abschreiben helfen. Doch die Regeln passen oft nicht – manchmal ist eine eigene Rechnung besser. Die...

2 Kommentare Diskutieren Sie mit

Nur registrierte Nutzer können Kommentare verfassen. Bitte melden Sie sich an. Individuelle Fragen richten Sie bitte an den Leserservice.

Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

Profilbild Stiftung_Warentest am 05.05.2022 um 16:01 Uhr
Auch Eigentumswohnungen?

@TestUN: Ja, das gilt auch für Eigentumswohnungen. Weitere Informationen finden Sie unter: www.grundsteuerreform.de

TestUN am 05.05.2022 um 08:02 Uhr
Auch Eigentumswohnungen?

Hallo, sind mit Grundstücksbesitzer auch Eigentümer von Wohnungen gemeint? Denn die müssen ja auch (quartärlich) Grundsteuer entrichten.