Was sich sonst noch ändert

Neu in 2015 Special

Eltern­geld Plus, Miet­preisbremse, Hartz-IV-Sätze – im sozialen Bereich gibt es einige Neuregelungen. Die Post erhöht mal wieder das Porto, dafür soll die Hand­ynut­zung in den EU-Ländern billiger werden. Außerdem müssen Händler nun auch im Internet Elektrogeräte wie Wasch­maschinen oder Staubsauger mit dem EU-Energielabel kenn­zeichnen. Und Rauchmelder werden in immer mehr Bundes­ländern Pflicht.

Weniger Brückentage

Im kommenden Jahr ist es seltener möglich, mit Brücken­tagen einen Kurz­urlaub zu organisieren. Der Tag der Deutschen Einheit, der Reformationstag und der zweite Weih­nacht­feiertag fallen auf einen Samstag. Am besten klappt die verlängerte Frei­zeit wie fast in jedem Jahr im Mai mit Christi Himmel­fahrt (Donners­tag) und Pfingsten (Pfingst­montag).

8 Euro mehr Hartz IV

Die Regel­leistungen für Hartz IV werden gering­fügig ange­hoben. Für allein­stehende Lang­zeit­arbeits­lose steigt der Regel­satz um 8 Euro auf monatlich 399 Euro. Ebenso steigt der Betrag für den Partner in Bedarfs­gemeinschaft, der dann 360 Euro erhält. Auch die Leistung für Kinder und Jugend­liche erhöht sich: um 5 Euro (bis 6 Jahre), 6 Euro (bis 18 Jahre) und 7 Euro (bis 24 Jahre).

Gesund­heits­karte Pflicht

Mit Beginn des Jahres 2015 hat die alte Kranken­versichertenkarte ausgedient. Bei einem Arzt­besuch wird nur noch die neue elektronische Gesund­heits­karte mit Licht­bild anerkannt.

Miet­preisbremse und Maklercourtage – Warten aufs Gesetz

Die Miet­preisbremse und das Verbot, Mieter vom Vermieter einge­schaltete Makler bezahlen zu lassen, sollen kommen. Wann allerdings das Gesetz in Kraft tritt und was genau drin­stehen wird, ist noch unklar. Der Bundes­tag hat den Gesetz­entwurf der Bundes­regierung in den Rechts­ausschuss verwiesen. Experten fordern noch Änderungen. Vertretern von Mieter­verbänden geht der Gesetz­entwurf nicht weit genug, Experten aus dem Umkreis der Grund­eigentümer­verbände fordern eine stärkere Förderung des Wohnungs­baus. Aktueller Stand des Gesetz­entwurfs: Vermieter von Wohnungen dürfen in einem Gebiet mit zu wenig bezahl­baren Wohnungen bei Abschluss eines Miet­vertrags künftig nicht mehr als 10 Prozent über der orts­üblichen Vergleichs­miete verlangen. Außerdem müssen sie die Mieter über die üblichen Miet­preise aufklären. Die Miet­preisbremse soll nicht greifen, wenn die vorherige Miete schon höher war, die Wohnung nach dem 1. Oktober 2014 erst­mals bezogen oder vor der Neuvermietung grund­legend saniert wurde. Erleichterung für Wohnungs­suchende: Mieter sollen den Makler nur noch dann zahlen müssen, wenn sie ihn selbst einge­schaltet haben. Nach Berechnungen der Bundes­regierung sparen alle Mieter zusammen so fast 575 Millionen Euro pro Jahr.

Eltern­geld Plus – Eltern in Teil­zeit flexibler

Eltern, die nach der Geburt eines Kindes wieder früh zu arbeiten beginnen und ergänzend Eltern­geld beantragen, können künftig länger vom Eltern­geld profitieren. Die neuen Regeln gelten für Kinder, die ab dem 1. Juli 2015 geboren werden.

Eltern in Teil­zeit können sich statt eines normalen Monats­beitrags Eltern­geld künftig zwei Monate lang das neue Eltern­geld Plus auszahlen lassen. Das kann für Mütter und Väter mehr staatliche Förderung bedeuten. Durch die Reduzierung der Arbeits­zeit haben sie außerdem Freiraum für die Familie.

Bislang konnten sich Eltern im längsten Fall für 14 Monate Eltern­geld auszahlen lassen. Nun beträgt die maximale Auszahlungs­zeit 28 Monate.

Tipp: Mehr Information zum Thema Eltern­geld finden Sie unter www.familien-wegweiser.de.

Neue Energielabel

Ab Januar 2015 müssen Händler auch im Internet Elektrogeräte wie Wasch­maschinen oder Staubsauger mit dem EU-Energielabel kenn­zeichnen. Bisher schrieb die EU das farbige Etikett, das die Geräte in Energieverbrauchs­klassen einordnet, nur im stationären Handel vor. Außerdem bekommen mehrere Produkte im neuen Jahr erst­mals ein Energielabel: Für Dunstab­zugs­hauben wird es bereits im Januar Pflicht, für Heizkessel, Kombiboiler sowie Warm­wasser­bereiter und -speicher am 26. September. Bei Elektroba­cköfen ändert sich das bestehende Label: Ab Januar reichen die Energieklassen statt von A bis G fortan von A+++ bis D. Back­öfen, die neu in den Handel gebracht werden, müssen ab 2015 mindestens die Klasse C haben. Für einige Produkte verschärfen sich zudem die Effizienz­vorgaben. So dürfen ab Januar nur noch stromsparende Kaffee­maschinen an Einzel­händler ausgeliefert werden, deren Warmhalte­funk­tion nach einiger Zeit auto­matisch abschaltet.

Alte Heizung muss raus

Ab 2015 müssen über 30 Jahre alte Heizkessel ausgetauscht werden. Ausnahme: Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern, die darin schon am 1. Februar 2002 wohnten, dürfen den alten Kessel weiterbetreiben. Nicht betroffen sind außerdem Brenn­wert­kessel und Nieder­temperaturheizkessel.

Rauchmelder – in immer mehr Bundes­ländern Pflicht

Weil vor dem Tod durch Feuer und durch das Einatmen von Rauch schützen können, werden sie in immer mehr Bundes­ländern zur Pflicht. Inzwischen müssen Eigentümer von Häusern und Wohnungen vieler­orts sogar Altbauten mit den Warngeräten nach­rüsten. In Baden-Württem­berg und Hessen muss das bis zum 31. Dezember 2014 geschehen.
Welche Regeln sich jetzt ändern
Test Rauchmelder

Post – Höhere Preise für viele Briefe und Päck­chen

Brief. Die Deutsche Post erhöht zum dritten Mal in Folge das Porto für den Stan­dard­brief. Statt 60 Cent verlangt sie 62 Cent für Sendungen im Inland bis 20 Gramm. Stan­dard­briefe ins Ausland verteuern sich um 5 Cent auf 80 Cent. Ergän­zungs­marken können Kunden bereits in den Filialen und im Internet (www.efiliale.de) kaufen. Güns­tiger wird der Kompakt­brief bis 50 Gramm: Statt 90 Cent reichen nun 85 Cent als Porto.

Päck­chen. Teurer wird auch das Päck­chen bis zwei Kilogramm. Post­kunden bezahlen in der Filiale dann 4,40 Euro statt wie bisher 4,10 Euro. Wer es online frankiert, zahlt 4,29 Euro statt 3,99 Euro.

Neu ist seit November 2014 das Mini-Päck­chen bis 1 Kilogramm. In der Filiale kostet es 3,95 Euro, online 3,79 Euro.

Roaming-Gebühren – Ende 2015 güns­tiger

Die Hand­ynut­zung in den EU-Ländern soll güns­tiger werden. Mobil­funkanbieter sollen ab 15. Dezember 2015 im EU-Ausland für Telefonieren, Daten­nutzung und SMS keine höheren Preise als im Inland berechnen dürfen. Das hat das Europäische Parlament beschlossen. Die EU-Mitglieds­länder müssen aber noch zustimmen.

Keine Entwarnung gibt es für alle übrigen Staaten. Dort können Mobil­funkanbieter weiterhin Aufschläge verlangen.

Paypal – Längerer Käufer­schutz

Der Zahlungs­dienst Paypal verlängert seinen Käufer­schutz. Der umfasst im Wesentlichen die Erstattung des Kauf­preises, wenn ein Onlinehändler die Ware beschädigt, falsch oder gar nicht liefert. Bisher musste der Käufer den Schutz in den ersten 45 Tagen nach dem Kauf beantragen. Ab 29. Januar 2015 hat er dafür fast ein halbes Jahr (180 Tage) Zeit. Der Dienst will auch zwischen den Parteien vermitteln. Allerdings besteht darauf kein Rechts­anspruch.

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