Geld­anlage und Alters­vorsorge

Beitrag zur gesetzlichen Renten­versicherung, Garan­tiezins für Lebens­versicherungen und Haftungs­grenze für den Einlagensicherungs­fonds des Banken­verbandes sinken. Außerdem sollen Klein­anleger besser geschützt werden.

Gesetzliche Rente – Etwas weniger Beitrag voraus­sicht­lich bis 2018

  • 2,6 Milliarden Euro Entlastung. Der Beitrag zur gesetzlichen Renten­versicherung sinkt 2015 von 18,9 Prozent auf 18,7 Prozent. Bei einem Jahres­verdienst von 30 000 Euro bedeutet dies für einen Arbeitnehmer 30 Euro weniger Rentenbeitrag im Jahr. Insgesamt werden Arbeitnehmer und Arbeit­geber, die den Rentenbeitrag gemein­sam aufbringen, im Jahr 2015 um 2,6 Milliarden Euro entlastet.
  • Beitrag wird bald wieder steigen. Der Beitrags­satz wird voraus­sicht­lich bis 2018 bei 18,7 Prozent bleiben, wie aus dem Renten­versicherungs­bericht der Bundes­regierung hervorgeht. Nach diesen Voraus­sagen wird er dann aber wieder stufen­weise ansteigen – bis auf rund 20 Prozent im Jahr 2020. Grund dafür ist die demogra­fische Entwick­lung: Immer weniger Beitrags­zahler müssen für immer mehr Rentner aufkommen. Die Zuwan­derung von ausländischen Arbeits­kräften und eine gute Konjunktur können die „demogra­fische Belastung“ jedoch mildern. Denn je mehr Menschen in gut bezahlten Jobs arbeiten, desto mehr Beiträge fließen in die Rentenkasse. Die Rente ist ein Abbild des Arbeits­lebens. Wer durch­gängig gut verdient und entsprechend höhere Beiträge zahlt, hat später auch eine gute Rente.
  • Rentenkasse noch gut gefüllt. Derzeit ist die Rentenkasse noch gut gefüllt. Am Jahres­ende verfügt sie voraus­sicht­lich über Reserven von rund 33,5 Milliarden Euro. Dies sind 1,82 Monats­ausgaben, also fast doppelt so viel wie die Renten­versicherung monatlich insgesamt an die Rentner auszahlt. Laut Gesetz muss der Renten­beitrags­satz gesenkt werden, wenn die Reserven 1,5 Monats­ausgaben über­steigen.

Lebens­versicherung – Weniger Garantie

Der Garan­tiezins für Lebens­versicherungen sinkt ab 1. Januar 2015 von 1,75 auf 1,25 Prozent. Das gilt für

  • die Kapital­lebens- und private Renten­versicherung ohne Fonds,
  • die klassische Rürup- und Riester-Renten­versicherung,
  • die Direkt­versicherung und
  • den Pensions­kassen­vertrag.

Der Garan­tiezins ist der Zins, den Versicherer Kunden bei Vertrags­beginn maximal zusichern dürfen. Mehr dazu lesen Sie im Special Lebensversicherung: Garantiezins und Risikoüberschüsse, Finanztest 1/2015.

Klein­anleger­schutz­gesetz – Kleiner Fort­schritt

Neue Trans­parenz­regeln und verbesserte Informationen sollen Anleger künftig vor risikoreichen Geld­anlagen schützen. Als Reaktion auf die Insolvenz des Wind­kraft­unter­nehmens Prokon Regenerative Energien hat die Regierung das Klein­anleger­schutz­gesetz beschlossen, das Mitte 2015 in Kraft treten soll. Die Bundes­anstalt für Finanz­dienst­leistungs­aufsicht (Bafin) darf bei Miss­ständen dann stärker eingreifen. Das Parlament muss noch zustimmen. Weitere Informationen gibt es im Special Kleinanlegerschutzgesetz: Wie Anleger besser vor Reinfällen geschützt werden, Finanztest 1/2015.

Einlagensicherung – Haftungs­grenze sinkt

Ab 1. Januar 2015 sinkt die Haftungs­grenze für den Einlagensicherungs­fonds des Banken­verbandes (BdB). Das hat aber keine Auswirkung auf die Privat­anleger. Der Sicherungs­fonds des BdB schützt in der Regel weiterhin Einlagen in Millionenhöhe. Bisher waren pro Anleger bis zu 30 Prozent des „haftenden Eigen­kapitals“ einer Bank abge­sichert, nun liegt die Grenze bei 20 Prozent. Bis zum Jahr 2025 fällt sie in weiteren Schritten auf 8,75 Prozent.

Banken­schlichtung besser

Die privaten Banken werden künftig Schlichtungs­sprüche der Ombuds­leute bis zu einem Streit­wert von 10 000 Euro in jedem Fall akzeptieren. Bisher lag dieser Wert bei 5 000 Euro. Viele Beschwerden betrafen auch die Bearbeitungs­gebühren bei Verbraucher­krediten. Ausführ­lich berichtet Finanztest im Special Kreditbearbeitungsgebühren.

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