Pflege von Angehörigen

Ab Jahres­beginn gibt es mehr Leistungen aus der gesetzlichen Pflege­versicherung, vor allem im häuslichen Bereich. Auch die Rechts­lage für Arbeitnehmer, die Angehörige pflegen, ändert sich.

Gesetzliche Pflege­versicherung

Mehr Geld. Die Zahlungen für Pflegegeld/Sach­leistungen werden um 4 Prozent erhöht. Künftig gibt es für

  • Pfle­gestufe I: 244 Euro/468 Euro
  • Pfle­gestufe II: 458 Euro/1 144 Euro
  • Pfle­gestufe III: 728 Euro/1 612 Euro
  • Härtefälle: 1 918 Euro/1 995 Euro

Für Versicherte mit einge­schränkter Alltags­kompetenz, meist mit Demenz (Pfle­gestufe 0), steigt die Leistung um 2,67 Prozent auf 123 und 231 Euro.

Tages- und Nacht­pflege. Pflegebedürftige mit Pfle­gestufe 0 dürfen auch die Tages- und Nacht­pflege voll neben dem Pflegegeld und den Pflegesach­leistungen nutzen. Für Pflegebedürftige in Stufe 0 zahlt die Pflegekasse für Tages- und Nacht­pflege monatlich nun 231 Euro. In den Stufen I bis III steigen die Leistungen ebenfalls.

Kurz­zeit­pflege für Pfle­gestufe 0. Aufgestockt werden auch die Leistungen für die Kurz­zeit­pflege – von 1 550 auf 1 612 Euro in allen Pfle­gestufen. Auch Pflegebedürftige in Stufe 0 können nun bis zu vier Wochen im Jahr in einem Pfle­geheim gepflegt werden.

Sechs Wochen Ersatz­pflege. Verhinderungs­pflege steht pflegenden Angehörigen zu, wenn sie Zeit für sich brauchen. Dann zahlt die Kasse eine professionelle Pfle­gekraft. Für bis zu 1 612 Euro ist das nun bis zu sechs Wochen pro Jahr möglich. Kurz­zeit- und Ersatz­pflege können ab 2015 bis zu acht Wochen kombiniert werden.

Höherer Zuschuss. Höher wird der Zuschuss für Umbaumaß­nahmen, damit Pflegebedürftige zuhause bleiben können. Die Pflegekasse beteiligt sich mit bis zu 4 000 Euro pro Umbau.

Beiträge steigen. Finanziert werden die Neuerungen über Beitrags­erhöhungen von 0,3 Prozent. Versicherte mit Kindern zahlen künftig 2,35, Kinder­lose 2,6 Prozent ihres beitrags­pflichtigen Einkommens für die Pflege­versicherung.

Lohn­ersatz für Angehörige. Finanzielle Hilfe soll es auch für Angehörige geben, die sich freinehmen müssen, um etwa nach dem Schlag­anfall eines Familien­mitglieds dessen Pflege zu organisieren.

Mehr Geld und Zeit für Pflege von Angehörigen

Ab 2015 ändert sich auch die Rechts­lage für Arbeitnehmer, die Angehörige pflegen.

Kurz­zeit­pflege. Arbeitnehmer, die für die Pflege eines Angehörigen bis zu zehn Tage freinehmen und keinen Lohn erhalten, können bei der Pflege­versicherung der zu pflegenden Person Pflege­unterstüt­zungs­geld beantragen. Es beträgt bis zu 90 Prozent des Netto­lohns.

Sechs Monate Pflege. Mitarbeiter in Betrieben mit mehr als 15 Beschäftigten können für sechs Monate unbe­zahlt Pflege­zeit nehmen. Ab 2015 haben sie Anspruch auf ein zins­loses Darlehen vom Bundesamt für Familie.

Familien­pflege­zeit. Für 24 Monate dürfen pflegende Mitarbeiter ihre Arbeits­zeit reduzieren. Ab 2015 brauchen sie keine Zustimmung vom Chef mehr, wenn der Betrieb mehr als 15 Beschäftigte hat. Auch in der Familien­pflege­zeit ist ein zins­loses Darlehen möglich.

Dieser Artikel ist hilfreich. 103 Nutzer finden das hilfreich.