Neu am Markt: Easymobile Meldung

Nach Easyjet, Easycar und Easycruise gibt es jetzt auch Easymobile - die orangefarbene Mobilfunktochter der Easygroup. Sie tritt in den heiß umkämpften Prepaid-Markt ein und lockt Kunden mit neuen Tiefpreisen. Doch der Vergleich mit anderen Discounteranbietern zeigt: Easymobile ist nicht der Billigste. test.de hat das Kleingedruckte gelesen und Haken im zunächst verlockend klingenden Angebot gefunden.

Ungünstige Konditionen

16 Cent pro Minute für alle Gespräche ins Fest- und Mobilfunknetz, 12 Cent je SMS, keine Vertragsbindung und weder Grundgebühr noch monatlicher Mindestumsatz sind auf den ersten Blick verlockende Konditionen. Auch an der kostenlosen Mitnahme der bisherigen Handynummer gibts nichts zu meckern - andere Anbieter berechnen dafür rund 25 Euro. Doch wie so oft stecken die Haken auch hier im Kleingedruckten:

  • Statt des meist üblichen Sekundentakts nach der ersten Minute rechnet Easymobile im kundenunfreundlichen Minutentakt ab.
  • Das Abhören der deaktivierbaren Mailbox kostet 16 Cent. Bei den meisten anderen Discount-Anbietern ist dieser Service gratis: Tarife im Vergleich.
  • Im Gegensatz zu anderen Prepaid-Anbietern verfällt das Guthaben bei Easymobile nicht. Doch wer weniger als sechs Euro in drei Monaten verbraucht, zahlt zusätzlichen jeden Monat einen Euro „Gebühr für die Pflege und Aufrechterhaltung des Kontos“.
  • Geht das Guthaben während eines Gesprächs zur Neige, trennt Easymobile nicht plötzlich die Verbindung. Das ist zum einen positiv für das laufende Gespräch. Jedoch muss der Karteninhaber hinterher das Guthaben per manueller Lastschrift wieder aufladen, wenn er nicht am automatischen Bankeinzug teilnimmt. Für die manuelle Buchung berechnet Easymobile eine Gebühr von 20 Cent.
  • Weist das Gesprächskonto an drei aufeinander folgenden Tagen einen negativen Stand auf, sperrt Easymobile die Karte. Gleiches gilt, wenn ein Negativbetrag von zehn Euro erreicht ist. Für die Entsperrung der Karte berechnet das Unternehmen wiederum fünf Euro.
  • Für Anrufe zu 0900-Nummern und ins Ausland ist die SIM-Karte automatisch gesperrt. Wer diese Nummern trotzdem anrufen will, muss seine Karte vorher freischalten.
  • Wie die meisten Prepaid-Anbieter gibt auch Easymobile kein subventioniertes Handy zum Tarif dazu.

Fazit: Die Minuten- und SMS-Preise sind mit 16 und 12 Cent durchaus interessant. Doch das Angebot relativiert sich vor allem durch die ungünstige Minutentaktung. Der Tarif ist dadurch weder für Wenig- noch für Normaltelefonierer die Nummer eins. Auch Business- und Vieltelefonierer finden preiswertere Tarife.

Tipps

  • Handytarife. Alle Tarife der Netzbetreiber finden Sie hier als Infodokument zum Download.
  • Handyneulinge. Wenn Sie bisher kein Handy besitzen, müssen Sie überlegen, ob sich der Kauf eines Handys zum Normalpreis lohnt. Gute Handys mit Digitalkamera gibt es ab 209 Euro - siehe Handys im Test 09/2005. Wenn Sie eine klassische Prepaidkarte bei Tchibo, T-Mobile oder Vodafone kaufen, bekommen Sie häufig auch ein subventioniertes Handys dazu.
  • Altes Handy. Discounter wie Easymobile.de und Simyo lohnen sich vor allem dann, wenn Ihr Handyvertrag bald ausläuft und Sie Ihr altes Handy weiterhin nutzen wollen.

Kompass: Tarife von sieben Billiganbietern im Vergleich

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