Netzbetreiber Quam Meldung

Der im November gestartete fünfte Mobilfunkanbieter Quam stellte den Verkauf seiner Produkte zeitweise ein. Die bereits vor dem Verkaufsstopp gewonnenen Kunden konnten jedoch weiter telefonieren ­ mit einigen Problemen vor allem bei Telefonaten mit Kunden der D-Netze (T-Mobil und Vodafone D2). Quam wies die Schuld am Fehlstart diesen großen Netzbetreibern zu, die noch nicht die technischen Voraussetzungen für Mobilfunkgespräche untereinander geschaffen haben sollen.

Das Management von Quam wird jedoch weit mehr gescholten als die vermeintlich blockierende Konkurrenz. Es habe eine "Lernkurve so flach wie Holland" (Financial Times Deutschland, 12. Dezember 2001). Man kann nur hoffen, es möge auch noch Gipfel erklimmen. Denn die Tarife der vier etablierten Netzbetreiber ähneln sich weitgehend und machen sich wenig Konkurrenz. Vielmehr entsteht der Eindruck, die Großen wollten sich gegenseitig nicht weh tun. Ein unbelasteter fünfter Mitspieler könnte eine für Mobilfunkkunden durchaus wohltuende Unruhe in den Markt bringen.

Das sollte Quam ungeachtet des Fehlstarts jetzt nachholen. Den finanziellen Rückhalt dafür haben die beiden Betreiber wohl. Es handelt sich um die spanische Telefonica und die finnische Telefongesellschaft Sonera. Die hatten sich unter dem Namen Group 3G in einer spektakulären Versteigerung im Jahr 2000 begehrte Frequenzen für das zukünftige UMTS-Funknetz gesichert.

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