Netzagentur senkt Gebühren im Mobilfunk Meldung

Bisher sind Anrufe vom Festnetz zum Handy in Deutschland vor allem wegen der so genannten Terminierungsentgelte teuer. Diese Gebühren erheben die Netzbetreiber für die Weiterleitung in ihr Handynetz. Die Terminierungsentgelte fallen auch bei Anrufen zwischen verschiedenen Handynetzen an. Die Bundesnetzagentur griff nun erstmals in den Mobilfunkmarkt ein und verordnete die Netzbetreiber, ihre Terminierungsentgelte zu senken.

20 Prozent weniger

Nach dem Beschluss der Regulierungsbehörde muss T-Mobile die Weiterleitungsgebühren auf 8,78 Cent pro Minute senken. Bisher kassiert das Unternehmen 11 Cent je Minute. Die Anbieter E-Plus und O2 dürfen wegen ihres späteren Markteintritts und der unterschiedlichen Netze weiterhin etwas höhere Gebühren berechnen. Doch auch hier sinkt der Preis von 12,4 auf 9,94 Cent pro Minute. Im Schnitt entspricht das einer Preissenkung um rund 20 Prozent. Die Preise für Gespräche ins Vodafone-Netz legt die Netzagentur in den nächsten Wochen fest. Die neuen Entgelte gelten ab 23. November.

Call by Call billiger

Bisher kündigten T-Mobile und E-Plus an, die Preisvorteile an ihre Kunden weiterzugeben. Die anderen Anbieter prüfen noch die Vorgaben des Regulierers. Durch die niedrigeren Weiterleitungsgebühren können aber auch Call by Call-Anbieter billigere Gespräche vom Festnetz in die Handynetze anbieten. Die niedrigsten Preise liegen derzeit nur knapp über den Terminierungsgebühren. Sinken die Weiterleitungsgebühren um 2,2 Cent pro Minute, könnten also auch diese Gespräche um 2,2 Cent billiger werden.

Schieflage im Wettbewerb

Behördenchef Matthias Kurth erklärte, mit der Entscheidung korrigiere die Netzagentur eine Schieflage im Wettbewerb. Anrufe vom Mobil- ins Festnetz kosten deutlich weniger als in umgekehrter Richtung. Die neuen Entgelte würden gewährleisten, dass die deutschen Festnetzkunden nicht mehr zahlen müssen als in günstigen Ländern der EU. Diese waren Maßstab für den jetzigen Eingriff der Regulierungsbehörde. Nach Angaben des Bundesverbandes Breitbandkommunikation erhalten Festnetzbetreiber in der Regel nur 0,69 Cent je Minute. Verbandschef Peer Knauer kritisierte die Festlegung der Netzagentur daher als „herbe Enttäuschung“. Er hätte eine Preissenkung in der Größenordnung von fünf Cent erwartet. Die jetzige Entscheidung sei ein „völlig unnötiger Kniefall vor den großen Mobilfunkbetreibern“.

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