Vorteile mit selbst­ständigen und nicht­selbst­ständigen Neben­jobs

Es gibt verschiedene Möglich­keiten für einen Neben­job. Am besten schneiden Arbeitnehmer ab, die im Monat 400 Euro steuerfrei dazu­verdienen. Vorteilhaft sind auch selbst­ständige Neben­jobs, wenn Frei­beträge und Pauschalen zum Zuge kommen.

Art des Jobs

Steuer­regeln

Besonderheiten

Selbst­ständige Neben­jobs

Selbst­ständiger Neben­job, etwa als Prüfer, Autor, Dozent, Künstler oder Hand­werker

Der Neben­verdienst (Einnahmen minus Ausgaben) muss in der Steuererklärung angegeben werden, wenn die Neben­einkünfte allein oder mit dem Ehepartner über 410 Euro liegen. Einkünfte aus Neben­einnahmen wie Mieten zählen mit.

Für freiberufliche wissenschaftliche, künst­lerische, schrift­stel­lerische, unter­richtende Tätig­keiten gibt es eine Betriebs­ausgabenpauschale (siehe Text Spezielle Steuervorteile) oder gegebenenfalls den Übungs­leiterfrei­betrag.

Ehren­amt, etwa als Schieds­richter, Rettungs­schwimmer (gilt auch für Angestellte)

Ehren­amtlich Tätige können bis zu 500 Euro im Jahr steuer- und sozial­versicherungs­frei als Aufwands­vergütung ohne Nach­weis der einzelnen Aufwendungen erhalten (siehe Text Spezielle Steuervorteile).

Vereins­mitglieder, die auf Ersatz verzichten, können die Ausgaben als Spende abziehen.

Übungs­leiter, Ausbilder, Erzieher, Betreuer (gilt auch für Angestellte)

Für Neben­jobs im gemeinnützigen, mild­tätigen oder kirchlichen Bereich, als Künstler oder Pfle­gehilfe sind bis 2 100 Euro Einnahmen im Jahr steuerfrei (siehe Kasten Seite 54). Die Ehren­amts­pauschale gibt es dann nicht.

Betriebs­ausgaben (bei Angestellten Werbungs­kosten) können nur abge­zogen werden, sofern sie 2 100 Euro über­steigen.

Nicht­selbst­ständige Neben­jobs

400-Euro-Minijob im Monat ohne Steuerkarte

Der Arbeit­geber über­nimmt die Abgaben. Für die private Wirt­schaft und soziale Organisationen wie die Kirche oder den Sport­ver­ein macht die Belastung 30,77 Prozent vom Lohn aus. Sind Arbeitnehmer in Privathaushalten beschäftigt, sinken die Abgaben auf 14,27 oder 9,27 Prozent (für Privatkranken­versicherte).

Besonders günstig ist, wenn es für den Job den Übungs­leiterfrei­betrag gibt (siehe Kasten S. 54). Dadurch steigt zum Beispiel für Volks­hoch­schuldozenten oder Vereins­trainer der steuer- und sozial­abgabenfreie Neben­verdienst auf bis zu 575 Euro im Monat.

Pauschal versteuerter Neben­job

Der Arbeit­geber versteuert den Verdienst pauschal mit 20 Prozent Lohn­steuer. Von diesen Jobs können Arbeitnehmer ohne Lohn­steuerkarte beliebig viele haben. Sie müssen für den Lohn aber meist Sozial­abgaben zahlen. Diese sind fällig, soweit Haupt- und Neben­verdienst zusammen unter den Beitrags­bemessungs­grenzen liegen. Für die Kranken- und Pflege­versicherung liegt die Grenze etwa bei 3 750 Euro brutto im Monat.

Zwar muss der Verdienst in der Steuererklärung nicht mehr angegeben werden. Aber Gering­verdiener mit einem Steu­ersatz unter 20 Prozent bekommen auch die zu viel bezahlte Steuer nicht mehr zurück.

Aushilfe

Arbeitnehmer zahlen keine Sozial­abgaben, wenn der Neben­job auf zwei Monate oder 50 Arbeits­tage im Jahr befristet ist. Sie müssen ihn aber auf einer zweiten Steuerkarte mit der hohen Steuerklasse VI abrechnen.

Die Steuern werden in der Steuererklärung verrechnet. Gering­verdiener wie Schüler oder Studenten bekommen meist die Steuern voll erstattet.