A bis Z der Betriebs­ausgaben

In der Einnahme­nüberschuss­rechnung müssen Betriebs­einnahmen und -ausgaben aufgeführt werden. Hier die wichtigsten Betriebs­ausgaben und Abschreibe­regeln.

Abschreibungen

Für gering­wertige Wirt­schafts­güter bis 150 Euro

Die Anschaffungs­kosten für Arbeits­mittel, die ohne Umsatz­steuer weniger als 150 Euro kosten, können sofort abge­setzt werden.

Für gering­wertige Güter zwischen 150 und 1 000

Euro

Für Anschaffungen ab 2010 müssen die Käufer wählen, ob sie die Güter nach der 410-Euro-Regelung abschreiben oder die Pool­abschreibung nehmen:
- 410-Euro-Regel: Anschaffungs­kosten bis 410 Euro werden sofort abge­schrieben. Für Güter zwischen 410 und 1 000 Euro gilt dann die Abschreibung für Abnut­zung (AfA). Das heißt, die Güter werden nicht sofort, sondern über die Nutzungs­dauer verteilt abge­schrieben wie etwa bei einem Computer über drei Jahre.
- Pool: Güter mit Kosten ab 150 Euro werden in einem Abschreibepool gesammelt und über fünf Jahre zu 20 Prozent pro Jahr abge­schrieben.
- Für alle Wirt­schafts­güter über 150 Euro müssen Tag und Kosten der Anschaffung in einem Extra­verzeichnis „GWG“ in der Steuererklärung angegeben werden.
- Für 2008 und 2009 gilt für erworbene Güter zwischen 150 und 1 000 Euro nur die Pool­abschreibung.

Für Güter über 1 000 Euro

Die Art der Abschreibung für Abnut­zung (AfA) können Selbst­ständige selbst wählen. Entweder sie setzen gleich­bleibende (lineare) Raten oder fallende (degressive) Raten an (siehe Beispiel im Text).

Sonder­abschreibungen

Um Freiberuf­lern die Anschaffung von Wirt­schafts­gütern zu erleichtern, erkennt das Finanz­amt im ersten Jahr der Anschaffung eine Sonder­abschreibung in Höhe von 20 Prozent des Kauf­preises zusätzlich an. Alternativ können Freiberufler den 20-Prozent-Betrag auch auf fünf Jahre verteilen.

Betriebs­ausgaben

Arbeits­zimmer

- Sind Räume für die Neben­tätig­keit extra gemietet, zählen Miete und Neben­kosten zu den Ausgaben.
- Ist das Arbeits­zimmer zuhause und Mittel­punkt der gesamten beruflichen Tätig­keit, zählen alle anteiligen Kosten wie für Miete, Grund­steuer, Versicherungs­beiträge, Reinigung und auch für die Reno­vierung dazu.
- Ist das Arbeits­zimmer zuhause und nötig, weil es für die dort erledigte Arbeit woanders keinen Arbeits­platz gibt, hat das Bundes­verfassungs­gericht entschieden, dass die Kosten wieder anerkannt werden müssen (siehe Meldung Arbeitszimmer).

Berufs­verbände

Beiträge an politische Parteien und Gewerk­schaften werden nicht anerkannt, dafür aber Mitglieds­beiträge an Handels­kammern, Berufs­kammern und -verbände wie etwa die Ärztekammer oder den Architektenbund.

Bewirtung von Kunden, Geschäfts­part­nern oder Fachkollegen

Von den Bewirtungs­kosten außer­halb der Privatwohnung können in der Regel 70 Prozent abge­zogen werden. Für den Nach­weis ist ein maschinell erstellter Rechnungs­beleg nötig. Anlass und Namen bewirteter Personen müssen mit angegeben werden.

Büro­kosten

Gegen­stände wie Visitenkarten, Ordner, aber auch Aktenkoffer oder Schreibtisch werden sofort voll berück­sichtigt, solange sie den Anschaffungs­preis gering­wertiger Wirt­schafts­güter von 150 oder 410 Euro nicht über­schreiten.

Fach­literatur

Kosten für beruflich bedingte Anschaffungen wie Zeitungen und Zeit­schriften werden oft nur anerkannt, wenn sie nicht Allgemeinwissen, sondern berufs­bezogene Informationen vermitteln.

Geschenke an Geschäfts­freunde

Geschenke bis zur Frei­grenze von 35 Euro pro Person und Jahr werden akzeptiert, wenn sie der Beziehung nutzen. Fällt der Betrag höher aus, darf nichts abge­setzt werden. Die Art der Beziehung und der Anlass müssen notiert werden.

Internet­auftritt und Werbung

Die Kosten für den Kauf einer Web-Adresse (Domain) können nicht abge­setzt werden, dafür aber die laufenden Gebühren. Wird eine Webseite von einem Grafiker erstellt, können die Kosten als Anschaffung des Wirt­schafts­gutes „Webseite“ abge­setzt werden. Werbeaufwendungen wie das Inserat in der Gemeinde­zeitung oder Prospekte dürfen sofort abge­zogen werden.

Telefon- und Internet­gebühren

Ein Anschluss, der nur betrieblich genutzt wird, kann ganz abge­setzt werden. Gibt es keinen, kann der betriebliche Anteil der Kosten als Betriebs­ausgabe abge­zogen werden. Existiert kein Einzeln­achweis, macht das Finanz­amt meist halbe-halbe. Die Pauschale ist abhängig von der persönlichen Situation.

Versicherungen

Versicherungen wie die Berufs­haft­pflicht, die eindeutig dem Betrieb zuge­ordnet sind, können abge­setzt werden. Kommt es zu einem Schaden, so ist die Versicherungs­leistung als Betriebs­einnahme zu versteuern.

Fahr­kosten

Zwischen Wohnung und Betrieb sind Fahrten in Höhe der Entfernungs­pauschale (30 Cent pro Entfernungs­kilometer) abzugs­fähig. Für berufliche Fahrten können 30 Cent pro tatsäch­lich gefahrenen Kilo­meter oder nachgewiesene höhere Kosten geltend gemacht werden (Dienst­reisepauschale).