Geht es nach den Amtsgerichten Köln und Aachen, können sich Mieter sehr effektiv gegen überzogene Nebenkostenfor­de­rungen wehren. Sie sollten schauen, ob beispielsweise der örtliche Mieterverein einen Betriebskostenspiegel für die Region veröffentlicht hat. Zeigt dann der Vergleich, dass der Vermieter bei einzelnen Abrechnungspositionen deutlich über dem Schnitt liegt, hat dieser nach Ansicht der Gerichte den schwarzen Peter. Er muss dann beweisen, dass das Haus nicht billiger zu bewirtschaften ist.

Das Amtsgericht Aachen hat das im Fall eines Vermieters entschieden, bei dem die Müllentsorgung 20 Prozent über dem Landesdurchschnitt lag (Az. 10 C 134/07). Das Kölner Gericht urteilte mieterfreundlich, weil ein Vermieter extrem hohe Kosten für Aufzugswartung und Hausreinigung wollte (Az. 203 C 74/08).

Tipp: Zeigt der Vergleich, dass Posten außergewöhnlich hoch sind, sollte der Vermieter das erklären können. Kann er das nicht, sollten Sie Rechtsrat bei einem Anwalt oder einem Mieterverein einholen.

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