Nebenkosten Meldung

Stehen ­Wohnungen leer, zahlt der Vermieter auch für die ­Müllabfuhr.

Stehen im Mietshaus Wohnungen leer, können Mieter davon bei den Nebenkosten profitieren. Werden diese – wie in Mietverträgen häufig geregelt – nach Wohnfläche umgelegt, muss der Vermieter sie für die leeren Wohnungen übernehmen. Das gilt sogar für verbrauchsabhängige Posten wie das Wasser, sofern nicht jede Wohnung einen Zähler hat. Dann zahlt er gemäß seiner Quadratmeteranteile das Wasser mit, auch wenn in den Wohnungen nichts verbraucht wird.

Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) im Fall eines Vermieters entschieden. Er hatte von den Mietern die Zustimmung zu einer Vertragsänderung verlangt, wonach leere Wohnungen von einigen Betriebskosten (Wasser, Entwässerung, Müllabfuhr, Strom für Hausflur und Fahrstuhl) ausgenommen sein sollten. Ein Mieter weigerte sich, der Vermieter klagte und unterlag
(Az. VIII ZR 159/05).

Mieter müssen einer neuen Betriebskostenregelung nicht zustimmen. Eine Vertragsänderung komme zumindest dann nicht infrage, wenn nur wenige Wohnungen kurzfristig leer stünden, meinte das Gericht. Ab wie vielen leerstehenden Wohnungen der Vermieter eine andere Regelung verlangen darf, hat der BGH nicht entschieden.

Dieser Artikel ist hilfreich. 313 Nutzer finden das hilfreich.