Wenn ein Mieter die Nebenkostenabrechnung überprüfen will und beim Vermieter die Belege einsieht, darf er diese Belege auch fotografieren. Das hat das Amtsgericht München entschieden (Az. 412 C 34593/08).

Geklagt hatte ein Mieter, dessen Vermieter das Fotografieren nicht gestatten wollte und nur eine Abschrift der Unterlagen erlaubte. Nach Ansicht des Gerichts muss ein Mieter die Belege aber auch fotografieren, scannen oder kopieren können, wenn er das will. Er könne die Abrechnung nicht genau prüfen, wenn die Kontrolle auf das beschränkt würde, was bei einer ersten Betrachtung erkennbar sei.

Tipp: Ist Ihre Wohnung weit vom Sitz des Vermieters entfernt, dürfen Sie als Mieter verlangen, dass er Ihnen Belegkopien zusendet. Achten Sie auf den Preis. Hier gibt es keine festen Regeln. Viele Gerichte halten 25 Cent pro Kopie für angemessen.

Ist der Vermieter am Ort, müssen Sie zu ihm, um die Belege einzusehen. Ob Sie einen Anspruch haben, gegen angemessene Kostenerstattung seinen Kopierer zu nutzen, ist rechtlich nicht geklärt. Wenn er auf Ihre Bitte nicht eingehen will oder sehr hohe Kosten verlangt, behelfen Sie sich einfach mit einer Digitalkamera.

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