Aldis präziser Plan

Aldi Nord steckt seinen Kunden den Plan in die Tasche. Wer 329 Euro hinblättert, bekommt ein mobiles Navigationsgerät von Medion. Leicht und kompakt, geeignet für vielfältigen Einsatz. Autofahrer, Biker und Fußgänger können sich akustisch und optisch leiten lassen, um ans Ziel zu kommen. Zwei Tage vorher hatte Lidl ein ähnliches GPS-Gerät im Angebot. Spannend: Welches Gerät überzeugt die Tester mehr?

Auspacken und loslegen

Auch bei Aldi gehts schnell: Mediongerät unter den vielen Tüten mit Halterungen und Kabeln herauskramen, Schalter auf On stellen, Sprache wählen, Speicherkarte einstecken und den Installationsvorgang abwarten. Was beim Aldi-Angebot auffällt: Der Installationsvorgang und das Menü sehen so ähnlich aus wie bei einem normalen Rechner. Ebenfalls auffällig: Das Display reagiert auf den Stift manchmal etwas zu langsam, eine Verzögerung, die beim Lidl-Navi nicht zu erkennen war.

Geschützt auf dem Rad

Aldis Navi macht ebenfalls keine Probleme beim Einbau im Auto. Schwanenhalshalterung mit dem Saugnapf an die Windschutzscheibe, Stromkabel in den Zigarettenanzünder und fertig. Im Vergleich zum Lidl-Gerät überzeugt Aldi bei der Fahrradnutzung durch die beiliegenden Kopfhörer und die Schutzhülle, die das Navi vor Regen und Spritzwasser schützt. Der Kopfhörer bleibt zunächst noch ohne Schutz, doch Helm und Mütze können auch ihn ins Trockene bringen. Beim Fahren zeigt sich im Vergleich zu Lidl allerdings, dass die wenigen Tasten und kleinen Touchscreensymbole das Bedienen schwieriger machen. Ablesen lässt sich das Aldi-Display bei normalen Lichtverhältnissen ebenso gut wie der Lidl-Bildschirm. Und auch hier gilt: Je mehr Sonne aufs Display scheint desto schlechter sind Text und Icons zu erkennen. Ebenfalls okay: die Darstellung des Kartenbildes und die optischen Navigationshinweise.

Einfacher Standard-Modus

Die leichten Schwächen bei der Bedienung gleicht Medion mit einer guten Menüführung aus. Praktischerweise unterscheidet die Software zwischen einem überschaubaren und leicht verständlichen Standard-Modus und einem Erweitert-Modus. Der Standard-Modus ist für einfache Vorgänge wie Zielfahrten gedacht, der Erweitert-Modus für Routenplanung oder Zwischenstopps. Im Standard-Modus lassen sich Fehlbedienungen weitestgehend vermeiden und er reicht in den meisten Fällen aus.

Genauere Postionsangabe

In puncto Positionsangabe unterscheidet sich das Medion vom MyGuide. Das Aldi-Navi gibt nämlich die Position auf 30 Meter genau an. Lidls Navi belässt es bei einer Genauigkeit von einem Kilometer. Mit dem Auto oder Fahrrad ist das kein Problem. Wanderer jedoch können die Genauigkeit des Aldi-Navis gut gebrauchen. Beim Test der Bereitschaftszeiten und der Empfangssicherheit gibts bei beiden Geräten nichts zu beanstanden. Sowohl Aldis als auch Lidls Navi sind schnell und konstant in der Positionierung.

Routenplanung klappt

Bei den Testfahrten mit dem Auto geht Aldi wieder deutlich in Führung: Die akustischen Fahranweisungen sind noch genauer und ohne jegliche Verzögerung. Hausnummern erkennt das Medion präzise. Beim Lidl-Angebot scheiterte noch die Routenplanung. Die konnten die Tester beim Aldi-Angebot reibungslos mit Hilfe der CD-Rom-Beschreibung durchführen. Die Routen können Nutzer auch ohne GPS-Empfang, etwa zu Hause, zusammenstellen. Fertige Routen werden unter einem eigenen Namen abgespeichert. Aufruf und Navigation der Routen klappten prima.

Stau über Stau

Der Aldi-Navi hat einen einem Empfänger für Traffic Message Channel (TMC) an Bord. Der Empfang erfolgt über eine zirka ein Meter lange Kabelantenne. Diese befestigt der Autofahrer mit Saugnäpfen an der Windschutzscheibe und steckt sie am Gerät in den Kopfhörereingang. Medion erlaubt auch den TMC-Betrieb per Akku, Lidls Navi verlangt hierfür den Anschluss an den Zigarettenanzünder. Über TMC durchsucht das Navigationsgerät kontinuierlich alle Radiosender nach Staumeldungen. Das Medion-Gerät findet auch relativ bald die ersten. Und ziemlich viele: Nach einer halben Stunden listete das Display etwa hundert Staumeldungen auf. Diese werden dann automatisch bei der neuen Routenberechnung berücksichtigt.

test-Kommentar: Präzise und komfortabel
Technische Daten und Ausstattung: Im Überblick

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