Mit Lidl nur im Auto

Lidl weist seinen Kunden den richtigen Weg - gegen eine Bezahlung von 349 Euro. So viel kostet das mobile Satelliten-Navigationssystem MyGuide Navigator 4000. Das Gerät passt zwar nicht in jede Hosen- oder Hemdtasche, ist aber dennoch kompakt und leicht. Egal wo der Lidl-Kunde mit Auto, Motorrad, Bike oder zu Fuß hin will: Er kann sich vom GPS-Gerät grafisch oder akustisch den Weg weisen lassen. Der Schnelltest zeigt, ob der Lidl-Navigator nicht gleich schlapp macht, abgelegene Orte findet und fürs Fahren gut zu montieren ist.

Viel drin

Wenn Lidl-Kunden die Kiste öffnen und auspacken, sehen sie das Gerät vor lauter Kabel und Halterungen nicht. Schwanenhals mit Saugnapf, Netzteiladapter, USB-Kabel, Fahrradlenkerhalterung und vieles mehr: Über mangelnde Ausstattung kann sich der Kunde nicht beschweren. Wenns nach der Ausstattung geht, ist der Kunde wirklich mobil: im Auto, auf dem Fahrrad und Motorrad sowie zu Fuß.

Schnell los

Die Installation läuft schnell und problemlos: Schalter auf „on“ und schon gehts los. Die Inbetriebnahme dauert etwa eine Minute, es erfolgen zwei Abfragen zu Schaltersprache, Datum und Uhrzeit. Wer den Navigator im Auto nutzen will, bringt einfach die Schwanenhalshalterung mit dem Saugnapf an der Windschutzscheibe an und steckt das passende Stromkabel in den Zigarettenanzünder. Auch dieser Vorgang ist in wenigen Minuten erledigt. Das Gerät hält stabil auch auf unebenen Straßen, der Fahrer kann es aus normaler Sitzposition gut ablesen und bedienen. Ebenso einfach klappt die Befestigung am Fahrrad.

Wenig Sonne

An der Bedienung des Lidl-Geräts gibts wenig auszusetzen: Trotz etwas klein ausgefallener Tasten lässt es sich einwandfrei bedienen, die Schaltfelder auf dem Display sind gut erkennbar und nicht nur mit dem beiliegenden Stift, sondern auch mit den Fingern bedienbar. Fahrradfahrer bekommen beim Ablesen des Displays allerdings Schwierigkeiten, wenn die Sonne direkt darauf scheint. Ansonsten ist das Kartenbild mit den optischen Navigationshinweisen ohne große Einschränkungen erkennbar. Für die Menüführung braucht es allerdings etwas Training: Es stehen sehr viele Funktionen zur Verfügung, die nicht alle selbsterklärend sind.

Immer Empfang

Um sich vom Start zum Ziel navigieren zu lassen, muss das Global Positioning System (GPS) initialisiert werden. Das dauert beim ersten Mal höchstens fünf Minuten. Alle weiteren Bereitschaftszeiten sind dann aber sehr kurz - selbst bei ungünstigen Empfangssituationen wie in Waldgebieten. Vorbildlich: Egal, an welchem Ort (Tal oder Waldgebiet) und zu welcher Zeit (morgens, abends oder nachts) die Tester das Gerät betrieben haben, es kam zu keinem Signalausfall. Allerdings ist die Positionsangabe im Wald oder auf dem freien Feld ungenau. Wenn kein Straßennetz mehr vorhanden ist, gibt das Gerät die Position mit einer Unschärfe von einem Kilometer an. Gerade bei Wanderungen kann eine metergenaue Angabe wichtig sein, wenn man sich an bestimmten Punkten genau orientieren muss.

Keine Routenfahrt

Die Testfahrten mit dem Myguide Navigator ergaben folgendes: Das vorinstallierte Kartenmaterial Deutschland ist detailliert und präzise. Die Straßennamen in Großstädten ebenso wie in kleinen Orten sind - so weit getestet - vollständig. Das sieht bei den so genannten Points of Interest (POI), also vorinstallierten Adressen von Apotheken, Ärzten, Tankstellen, Gaststätten, Hotels oder Theater anders aus. Diese sind zum Teil veraltet und nicht vollständig. Die akustischen Anweisungen sind meist sehr präzise, leider aber manchmal auch mit Verspätung und falscher Angabe. In beiden Fällen schlägt das System dann aber schnell eine neue Route vor. Was gar nicht geht: eine Routenfahrt, also eine Fahrt mit Zwischenstationen. Die Navigationroute lässt sich zwar planen - aber nicht starten. Wer übrigens einem Stau entgegen fährt, wird vom Lidl-Navi gewarnt. Dafür sorgt die - in der Bedienungsanleitung nicht beschriebene - TMC-RDS-Funktion. Das Gerät sucht dann nach einer alternativen Umfahrungsroute.

Gegen die Richtung

Der Unterschied bei der Nutzung mit dem Fahrrad oder zu Fuß ist im Wesentlichen, dass das Geräte bestimmte Straßentypen wie Autobahnen nicht mit einplant. Netter Fehler: Fußgängern erlaubt das Lidl-Navi nicht, Einbahnstraßen gegen die Fahrtrichtung zu begehen. Ansonsten benutzen Fußgänger den Navigator wohl eher als digitale Karte, da sie nicht ständig das Gerät in der Hand tragen. Fahrradfahrer sollten das Gerät besser nur im akustischen Modus nutzen: Der ständige Blick aufs Display wäre sonst zu gefährlich. Hilfreich ist in diesem Fall ein Kopfhörer. Doch der ist in der Kiste nicht zu finden. Das ist zudem unpraktisch, weil das Gerät auch zugleich ein MP3-Player ist. Und der funktioniert nun mal am besten mit einem Kopfhörer.

test-Kommentar: Ab ins Auto
Technische Daten und Ausstattung: Im Überblick

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