Navi von Tchibo Ziel verfehlt

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Navi von Tchibo - Ziel verfehlt

In den Tchibo-Filialen liegen Navigationsgeräte für nur 129 Euro. Das ist billig. Es gibt dafür einen einfachen elektronischen Pfadfinder der Marke Navman ohne Extras. test.de hat das Sonderangebot einem Schnelltest unterzogen.

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Buchstabentreffer Glückssache

Kaufen, Auspacken, Einschalten, an die Windschutzscheibe heften - und ab sofort weist das Navigationsgerät dem Autofahrer den Weg. Das Ziel muss der neue Navibesitzer seinem Gerät noch mitteilen. Das aber ist beim Navman F10 beschwerlich. Denn für das fehlerlose Tippen von Straßennamen auf den winzigen Buchstabenfeldern des Displays (70 x 53 mm) sind Fingerspitzengefühl und ein gutes Auge zwingend. Schwächlich sind die Farbkontraste auf dem Touchscreen, was die treffgenaue Eingabe nochmals erschwert.

Turnübungen nicht ausgeschlossen

Je nachdem, wie weit die Frontscheibe vom Fahrersitz entfernt ist, kann die Zieleingabe den Besitzer zu einseitigen Turnübungen verführen. Denn die Halterung ist etwas kurz, so dass der Fahrer das Navi im Ernstfall außerhalb seines gewöhnlichen Aktionsradius' bedienen muss. Die Menüführung ist gut. Das Navi bietet sogar zwei Menüschieber, womit jeweils fünf Stufen für die Optionen „Routentyp“ und „Autobahn bevorzugt“ ausgewählt werden können.

Autobahnabfahrten mit Nummer aufgerufen

Bei der Ansage aus dem Off ist die deutsche Sprache voreingestellt. Je nach Geschmack, stehen eine Frauen- oder eine Männerstimme zur Auswahl, die aber leicht verzerrt klingen. Auf gerader Strecke gibt die Stimme mitunter die Anweisung: „Jetzt geradeaus fahren!“ Oder: „Fahren Sie nach 300 Metern geradeaus!“ Beruhigend: Auch Fahrtrichtungsänderungen sagt das Gerät rechtzeitig an. Die Ortsnamen von Autobahnabfahrten sind dem Navman leider nicht bekannt. Dafür weiß es die Nummer der Ausfahrt aufzusagen.

Im Tunnel muss der Fahrer selbst navigieren

Weicht der Fahrer vom Kurs des Navigationsgerätes ab, berechnet es schnell die neue Streckenführung. Allerdings findet es dann nicht jederzeit die günstigste Route. Bei Tunnelfahrten geht auch das Gerät auf Tauchstation. Die Kartenanzeige erstarrt, denn ein GPS-Signal ist nicht mehr zum empfangen. Das Gerät schweigt auch, wenn es die richtige Tunnelausfahrt erklären soll. Andere Geräte dagegen navigieren im Tunnel auch ohne Kontakt zum Satelliten weiter.

Kaum Zubehör

Am schwächsten ist die Bedienungsanleitung. Sie beschränkt sich auf eine Kurzanleitung in 13 Sprachen. Jeder Sprache sind zehn Seiten vorbehalten. Die komplette 90-seitige Anleitung muss sich der Nutzer aus dem Internet herunterladen. Eng begrenzt ist das Kartenspektrum. Verlässt der Fahrer Deutschland, Österreich, die Schweiz oder Liechtenstein, braucht er seinen Autoatlas wieder. Eine Speicherkarte, die sonst bei Navis Usus ist, hat das Navman nicht zu bieten, obwohl ein Steckplatz vorhanden ist. An Zusatzfunktionen, wie Bluetooth, MP3-Player oder Bildbetrachter ist nicht zu denken.

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