Navi von Norma Schnelltest

189 Euro für ein Navigationssystem sind erstaunlich wenig. So wenig, dass die wenigen vorhandenen Geräte in den meisten Norma-Filialen am Montag, 28. August, innerhalb von Minuten ausverkauft waren. Erst beim dritten Anlauf bekamen unsere Tester noch ein Exemplar. test.de prüft im Schnelltest, ob das Gerät seine 189 Euro wert ist.

Erste Schritte

Das Positive vorneweg: Wer noch ein Gerät ergattert hat, kommt damit relativ schnell zurecht. Einfach einschalten, Speicherkarte einstecken und den Installationsvorgang von etwa einer Minute abwarten. Der Akku ist schon geladen. Das Gerät steht also gleich zur Verfügung. Falls trotzdem noch Fragen offen sind, gibt die recht ausführliche und verständlich geschriebene Bedienungsanleitung Antwort. Für Autofahrer liegt außerdem eine Halterung mit Saugnapf bei, die den mobilen Wegweiser an der Windschutzscheibe befestigt. Es kann also losgehen.

Verwirrende Angaben

Stutzig machen dagegen einige Werbeaussagen im Prospekt. Angeblich liegt dem Gerät eine Speicherkarte mit 512 Megabyte bei. Auf der Packung ist nur von 64 Megabyte die Rede. Tatsächlich jedoch ist eine 512 Megabyte Speicherkarte an Bord. Noch ein kleiner Bonus: Geliefert werden nicht nur die versprochenen Kartendaten für Deutschland, Österreich und der Schweiz, sondern auch für Tschechien.

Suche mit Eigendynamik

Die Tasten auf dem Navigationssystem lassen sich leicht bedienen und leuchten im Dunkeln. Wenn Sonne direkt auf das Gerät scheint, ist auf dem Display mitunter nichts mehr zu erkennen. Andere Navigationsgeräte sind allerdings kaum besser. Die Eingabe von Straßennamen erfolgt per Stift oder Finger über den Touchscreen. Recht praktisch ist die Möglichkeit, durch Anklicken einen Punkt auf der Karte als Zielpunkt zu definieren. Wer jedoch eine Adresse manuell eingibt, erkennt bald einen deutlichen Mangel des Systems: Bei mehrfach vergebenen Straßennamen liefert das Gerät nicht etwa eine Auswahlliste, sondern wählt willkürlich eine der Straßen aus. Im Zweifelsfall führt das Ortsunkundige in die Irre.

Aktuelle Karten

Zu dem angegebenen Ziel führt das Navigationssystem wiederum recht zuverlässig. Es berücksichtigt selbst neue Straßen und Tunnel, was auf aktuelle Karten schließen lässt. Auch Gaststätten, Hotels und Flughäfen sind verzeichnet. Bei der Option „kurze Route“ findet das System zwar nicht immer den kürzesten, aber doch einen kurzen Weg. Wenn die Fahrt einmal von der vorgegebenen Strecke abweicht, berechnet das Gerät umgehend eine neue Route und mahnt nicht permanent zur Umkehr.

Rechts-Links-Schwäche

Weniger zuverlässig ist die Sprachausgabe. Zum einen ist die Sprache nicht immer flüssig und lässt manchmal einzelne Silben weg. Aus „Kreisverkehr“ wird „Reisverkehr“. Schlimmer ist jedoch die Rechts-Links-Schwäche der Ansage. Statt „biegen Sie links ab“ fordert das Gerät gelegentlich auf „biegen Sie rechts ab“. Auf die Ansage ist also nicht immer Verlass. Die Karte mit den Pfeilen zeigt zwar stets die richtigen Richtungen, doch in der Hektik des Straßenverkehrs bleibt nicht immer Zeit für einen Blick aufs Display.

Fußgänger-Modus

Auch zu Fuß ist das Navigationssystem begrenzt einsetzbar. Im so genannten Fußgänger-Modus bezieht das Gerät auch kleine Straßen und Wege ein, die für Autos gesperrt sind. Wanderwege kennt es jedoch nicht. Trotzdem ist das GPS-Gerät bei Wanderungen auch zur Standortbestimmung nützlich. Bis auf 10 Meter genau zeigt das Gerät die Position im Koordinatennetz an.

test-Kommentar: Kein Verlass
Technische Daten und Ausstattung: Im Überblick

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