Navi von Aldi Schnelltest

Angebot bei Aldi seit Mittwoch, 20. Juni: Ein Navigationssystem mit Sprachsteuerung. Das Besondere daran ist nicht der Preis - 299 Euro sind nicht besonders billig - sondern die Sprachsteuerung. Die gibt es bisher selten. Schon gar nicht zu diesem Preis. Das Medion Navigationssytem nimmt den Zielwunsch akustisch entgegen: „Sprich wo Du hin willst und das mobile Gerät findet den Weg“. Funktioniert das auch? Der Schnelltest gibt Antwort.

Navigator mit Ohr

Karten lesen war gestern, heute weisen Navigationssyteme den Weg. Die elektronischen Helfer sind der Verkaufsschlager schlechthin. 3,2 Millionen Geräte werden allein in diesem Jahr verkauft. Damit rechnen Experten. Besonders beliebt sind mobile Navigationssyteme, die sich einfach ins Auto einbauen lassen. Sprechen können die Geräte schon lange. Jetzt hören sie auch: Das Medion-System lauscht dem Fahrer und nimmt das gewünschte Ziel akustisch entgegen. Das funktionierte im Schnelltest recht gut. Es gab kaum Missverständnisse. Zumindest mit hochdeutschen Sprechern nicht. Auch wer tiefsten Dialekt spricht, kann mit dem Medion Navigator noch kommunizieren: Das Gerät nimmt Zielort, Straßennamen und Hausnummer auch via Berührungsbildschirm (Touchscreen) und Funktionstasten entgegen. Wie jedes andere Navigationsgerät auch.

Schwache Stimme

Mit der Handhabung des Medion MD 96270 sind die Tester recht zufrieden. Bildschirmanzeige und Menü sind übersichtlich aufgebaut und die Sprachsteuerung funktioniert. Etwas leise ist das Gerät allerdings. Ein Lautstärkeregler fehlt. Lautere Ansagen gibt es nur via Menü. Auch bei maximaler Einstellung hat das Medion Navigationssystem nur wenig Power. Im Cabrio, bei schneller Fahrt oder wenn die Kinder hinten streiten, ist der Navigator vorne kaum noch zu verstehen. Jetzt hilft nur der Druck auf die Wiederholen-Taste. Dann wiederholt der Navigator sein letztes Kommando. Waren die Kinder diesmal still?

Auch für Radler geeignet

Erfreulich: Das Medion Navigationssystem ist auch für Fußgänger und Radfahrer geeignet. Im entsprechenden Modus führt der Navigator über angenehme und autofreie Wege durch Wald und Flur. Ein kurzer Test verläuft erfolgreich. Auch die Navigation über Ländergrenzen hinweg ist möglich. Aldi liefert Kartenmaterial für viele europäische Länder. Von Andorra bis in den Vatikan. Wie detailliert und wie aktuell die europäischen Karten sind, ließ sich im Schnelltest allerdings nicht überprüfen. Eine Angabe zum Kartenstand fehlt. Positiv dagegen: Auf Autobahnen und mehrspurigen Straßen zeigt der Navigator Spurpfeile an. Das hilft beim Einordnen - vor allem an Autobahnkreuzen.

Mit Freisprechfunktion

Noch eine Besonderheit beim Medion MD 96270: die integrierte Bluetooth-Schnittstelle für Mobiltelefone. Wer ein bluetoothfähiges Handy besitzt, kann das Navigationsgerät als Freisprecheinrichtung nutzen. Kabel sind überflüssig. Der Gesprächspartner tönt aus dem Lautsprecher des Navigationsgeräts. Ein Testgespräch funktioniert passabel. Mit einer Einschränkung allerdings: Gleichzeitiges Sprechen und Hören bereitet Probleme. Der Navigator ist nicht voll duplexfähig. Im Klartext: Er schaltet nicht perfekt zwischen Lautsprecher und Mikrofon hin und her. Wenn sich die Gesprächspartner gegenseitig ins Wort fallen verstehen sie deshalb nichts mehr. Nachteil Nummer zwei: Ohne Außenantenne sendet und empfängt das Handy im Fahrzeuginnenraum. Das steigert die Strahlenbelastung und schwächt die Verbindung. Fazit: nur eine Notlösung für kurze Gespräche.

Testkommentar: Das Geld wert
Medion MD 96270: Technische Daten und Ausstattung
Komplett + interaktiv: Test Navigationsgeräte aus der Zeitschrift test

Dieser Artikel ist hilfreich. 307 Nutzer finden das hilfreich.