Navi von Aldi Schnelltest

In den meisten Städten sind die Wege zu den WM-Stadien gut ausgeschildert. Für Fußballfans, die trotzdem die Orientierung zwischen Spielfeld, Großbildleinwand und Kneipe verlieren, bietet Aldi Nord diese Woche ein mobiles Navigationssystem für 299 Euro - inklusive Fan-Reiseführer zur Fußball-WM. Die Nutzung des Routenführers ist glücklicherweise nicht allein auf die Weltmeisterschaft beschränkt. Das Gerät zeigt auch den Weg in den Sommerurlaub oder zum Geschäftstermin: Karten für große Teile Westeuropas sind bereits installiert. test.de prüft im Schnelltest, ob das Navigationssystem zum Ziel führt.

Schneller Start

Die gedruckte Bedienungsanleitung ist verständlich geschrieben, umfasst aber nur allgemeine Angaben und die vorbereitenden Schritte der Navigation. Die eigentliche Beschreibung der Navigationsfunktionen ist nur in dem Extra-Manual auf CD-Rom enthalten. Es geht zur Not aber auch ohne Manual: Die Erstinstallation ist sehr einfach - Einschalten, Speicherkarte einstecken, Installationsvorgang dauern zusammen weniger als eine Minute. Anschließend gibt der Bildschirm Anweisungen, wie es weiter geht. Auch der Einbau im Auto an der Windschutzscheibe ist mit dem mitgelieferten Saugnapf und der Halterung problemlos möglich. Gleiches gilt für die Montage am Fahr- oder Motorrad.

Präzise Zielführung

Die Menüführung ist übersichtlich und schnell erlernbar. Kleines Manko: Das Navigationssystem kann nur direkte Fahrten planen. Routen mit mehreren Zwischenstationen lassen sich nicht eingeben. Das farbige Display mit einer Diagonalen von neun Zentimetern ist im Auto normalerweise gut lesbar. Nur bei direkter Sonneneinstrahlung ist nichts mehr zu erkennen. Die akustischen Anweisungen bei der Fahrt sind meist präzise, gut verständlich und erfolgen rechtzeitig. Nur bei Straßengabelungen gibt das Gerät manchmal mehrdeutige Anweisungen, zum Beispiel „rechts abbiegen“ statt „halb rechts abbiegen“. Im Zusammenhang mit der Karte und den Pfeilanzeigen ist jedoch immer klar, was gemeint ist. Nur in wenigen Fällen gab das System falsche Sprachanweisungen, die es aber hinterher prompt korrigiert. In der Regel leitet das System im Auto sicher zum Ziel, nur gelegentlich kam es zu kleinen Umwegen.

Einkaufen nur bei Aldi

Das installierte Kartenmaterial für Deutschland ist sehr genau. Straßennamen sind sowohl in Städten als auch in kleinen Orten vollständig und recht aktuell. Der im Mai eröffnete Berliner Tiergartentunnel ist zum Beispiel schon eingezeichnet. Auch Ziele wie Bahnhöfe, Krankenhäuser und Tankstellen sind eingezeichnet. Beim Einkaufen ist die Auswahl allerdings etwas einseitig: Hier führt das Navigationssystem nur Aldi-Filialen auf.

Nicht auf Abwegen

Laut Bedienungsanleitung ist das Gerät auch im Fahrrad- und sogar im Fußgänger-Modus einsetzbar. Hier wählt das System ruhigere Straßen als im PKW-Modus aus und berechnet die Wegzeiten entsprechend der niedrigeren Geschwindigkeit. Allerdings fließen in die Routenberechnung nur Straßen ein, die auf der Karte als solche eingezeichnet sind. Fuß-, Rad- und Wanderwege bleiben jedoch unberücksichtigt. Wer zum Beispiel in einem Park oder Wald spazieren geht, sieht zwar seine Position auf der Karte im Display. Eindeutige Richtungsangaben erfolgen aber erst beim Erreichen der nächsten Straße wieder. Da hilft die sehr genaue Positionsangabe möglicherweise mehr: Bis auf 10 Meter genau gibt das Gerät die Koordinaten für die aktuelle Position an. Wer eine Karte mit genauem Koordinatennetz dabeihat, kann so seinen Aufenthaltsort bestimmen.

test-Kommentar: Für Autofahrer empfehlenswert
Technische Daten und Ausstattung: Im Überblick

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