Navi aktualisieren Test

Selbst das beste Navigationsgerät nutzt wenig, wenn seine Karten veraltet sind. Im Internet gibt es aktuelle Software. Doch der Weg zu neuen Daten führt oft über steinige Pfade.

Stellen Sie sich vor, Ihr Auto-Navigationssystem schlägt Ihnen einen Weg als Ortsverbindung vor, der nach wenigen hundert Metern an einem Gittertor endet. Spätestens dann wissen Sie: Die Navigationssoftware Ihres elektronischen Pfadfinders ist hoffnungslos veraltet. Dagegen hilft, den Streckenplaner regelmäßig mit aktualisiertem Kartenmaterial zu füttern. Die Verjüngungskur stellen die Geräteanbieter auf einer Speicherkarte, auf CD beziehungsweise DVD oder im Internet zum Herunterladen zur Verfügung.

Wir haben uns im Zusammenhang mit dem Navi-Test 1/2010 die Download­variante näher angesehen: Einfach die aktuelle Software gegen Bezahlung herunterladen, den elektronischen Navigator über die USB-Schnittstelle an den Computer anschließen, die Aktualisierung starten – fertig. Doch ist der Zugriff auf die neuen Kartendaten wirklich so einfach? Und wie viel kosten aktuelle Daten? Bringt man die Software so wirklich auf den neuesten Stand?

Anhand von Beispielen, bei denen sich die Straßenführung bis April 2009 geändert hat, wurde die Aktualität der Karten untersucht. Doch die neuen Verkehrswege waren in den aktualisierten Daten nicht immer enthalten. Es kann über ein halbes Jahr dauern, bis sich Veränderungen im Straßennetz auch in der neuen Navi-Software wiederfinden. Auch sonst ist unser Untersuchungsergebnis eher mager. Die Aktualisierung klappte selten problemlos.

Daten nur auf DVD

Von den sieben exemplarisch ausgewählten, über ein Jahr alten Navigationsgeräten konnte beim Becker Traffic Assist Z101 der Download nicht geprüft werden. Das Z101 kann anders als andere Becker-Modelle nicht über das Internet aktualisiert werden. Neue Daten gibt es nur auf DVD.

20 Tage Wartezeit

Beim Falk F10 war der Start zunächst vielversprechend. Die passende Software wählten wir bei shop.gofalk.com aus und bezahlten per Kreditkarte – 100 Euro für ein Kartenabonnement über zwei Jahre. Doch dann geschah nichts – 20 Tage lang. Erst danach erhielten wir die Internetadresse zum Herunterladen der neuen Kartenda­ten. Aber langes Warten ist bei Falk wohl bekannt. Am Servicetelefon schien niemand darüber verwundert.

Speicher zu klein

Bei allen anderen Geräten standen die Daten sofort zur Verfügung. Mit dem Navigon 1210 fuhren wir dann aber bei der Installation in eine Sackgasse. Die Datenmenge für das europäische Kartenmaterial war zu groß. Die Installation brach ab. Als wir uns allein auf das deutsche Straßennetz beschränkten, wurden die vorhandenen Daten aller anderen Staaten gelöscht. Wenigstens konnten wir über eine Sicherungskopie den alten Datenbestand retten.

Auch Falk F10 und Garmin nüvi 255T hatten zu kleine Speicher. Es waren nur einzelne Regionen aktualisierbar. Die bei Falk mitgelieferte Speicherkarte ist zur vollständigen Aktualisierung zu klein.

Nachvollziehbar

Bei Medion GoPal E4435, Navigon und TomTom One konnte anhand der Versionsnummer nachvollzogen werden, ob die Navigationsdaten aktualisiert wurden.

Für das Falk, Garmin, Navigon und TomTom konnten wir ein Abo für das Aktualisieren abschließen: ein Jahr bei TomTom, zwei Jahre bei Falk und Navigon und unbegrenzt bei Garmin. So lässt sich regelmäßig auf der Homepage nach neuen Straßendaten forschen. Garmin und Navigon bieten zudem auch einen Einzelabruf. Medion und Mio Moov 200 können nur per Einzelabruf aktualisiert werden.

Malta statt Westeuropa

Mio verwirrte uns mit Angaben über das aktualisierte Kartenmaterial. Wir haben 40 Euro für „Westeuropa“-Karten bezahlt. Das Gerät hat aber nur „Malta“ als aktualisiert angezeigt. Wenn das stimmt, sind die 40 Euro rausgeschmissenes Geld.

Ohne große Probleme

Navis, die ohne große Probleme mit neuen Straßendaten gefüttert werden konnten, waren Medion und TomTom. Nur eine Schwäche zeigte sich bei Medion: Das Gerät brauchte Stunden, bis es alle Daten übernommen hatte. Von einer Aktualisierung sollte das jedoch nicht abhalten. Sonst lotst das Navigationsgerät seinen Nutzer womöglich vor ein Gittertor.

Tipp: Wenn die Aktualisierung nicht klappt, wenden Sie sich an den Verkäufer der aktualisierten Karten. Sollten mit dessen Hilfe die neuen Kartendaten nicht überspielt und zeitnah zum Funktionieren gebracht werden können, können Sie Ihr Geld für die Aktualisierung zurückverlangen.

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