Navi Test

Falk hat sich gleich zweimal an die Spitze des Felds navigiert. Ans Ziel bringen einen alle. Bei der Hand­habung können nur 5 von 17 Geräten punkten.

Größer ist besser: Mit diesem Motto versuchen die Anbieter von Navigations­geräten gegen die Konkurrenz navigations­fähiger Smartphones zu punkten. Die aktuellen Navis warten mit statt­lichen Displays auf. Die großen mit 12,8 Zenti­metern Bild­schirm­diagonale (5 Zoll) bieten fast doppelt so viel Fläche wie ein iPhone-Display, die kleineren mit 10,9 Zenti­metern (4,3 Zoll) zeigen knapp die Hälfte mehr.

Wir haben 17 neue Navigations­geräte dieser beiden Größenklassen zu Preisen zwischen 117 und 325 Euro getestet. Unabhängig von der Größe des Displays platzieren sich auf den vorderen Rängen die Geräte der Anbieter Falk, Garmin und Becker.

In nur 3 Sekunden geortet

Navi Test

Dünn: Das Garmin nüvi 3490LMT ist neun Milli­meter dünn und passt in fast jede Jackentasche. Dick: Viele Navis von TomTom sind deutlich voluminöser, weil die Halterung nicht abge­nommen werden kann.

Anders als noch vor einigen Jahren sind alle Navis im wesentlichen Prüf­punkt ohne größeren Fehl und Tadel: beim Navigieren. Alle Geräte erreichen hier ein gutes Ergebnis (siehe Tabelle). Und sie sind auch merk­lich schneller geworden. Für die notwendige Kontakt­aufnahme zu den Satelliten brauchen die meisten Geräte aus dem Standby­betrieb weniger als 10 Sekunden. Das Garmin nüvi 2460LMT ortet seine Start­position sogar in nur 3 Sekunden. Mit 28 Sekunden merk­lich behäbiger ist das Schluss­licht TomTom Start 25. Um die schnellste Route für eine lange Über­land­strecke zu finden, benötigt das Garmin nüvi 3490LMT nur 8 Sekunden. Das Becker Active 50 braucht für diese Aufgabe 29 Sekunden, andere Routen berechnet es jedoch deutlich schneller.

Nur drei im täglichen Gebrauch gut

Eine einfache Bedienung ist für viele Nutzer ein entscheidendes Kriterium. In puncto Hand­habung schneiden lediglich fünf Geräte gut ab, im Prüf­punkt „Täglicher Gebrauch“ konnten sogar nur drei Geräte eine gute Note erreichen: die beiden Falks und das Navigon 72 Premium. Die Adress­eingabe ist bei diesen Geräten besonders einfach und mit wenigen Fingertipps möglich.

TomTom ohne ausführ­liche Anleitung

Wer als Erst­käufer ein Navi der Firma TomTom wählt, sollte wissen, dass die Gebrauchs­anleitung so manche Frage offen lässt. Den TomToms liegt nur ein Falt­blatt bei, eine ausführ­liche Anleitung im Gerät oder auf DVD fehlt. Entsprechend schlecht ist ihre Note in diesem Prüf­punkt: ausreichend. Detaillierte gedruckte Hand­bücher liegen keinem geprüften Gerät bei.

Ansagen fast immer recht­zeitig

In puncto Fahr­empfehlungen sind fast alle Geräte mitt­lerweile ziemlich ausgereift: Die Anzeigen auf dem Display sind deutlich, die Ansagen im Gegen­satz zu früheren Tests laut genug. Lediglich Becker Active 50 und Navigon 42 Premium bewerteten unsere Tester bei der Ansage der Fahr­empfehlungen nur als befriedigend. So sagt beispiels­weise das Gerät von Becker Abzweigungen manchmal etwas spät an.

Garmin mit bester Sprach­steuerung

Mitt­lerweile kann der Nutzer dem Navi das Fahr­ziel meist auch sagen und muss es nicht eintippen. Sprach­steuerung bedeutet allerdings nicht, dass der Nutzer nicht auch mal auf den Bild­schirm sehen muss. Gelegentlich muss er Eingaben kontrollieren, per Fingertipp bestätigen oder korrigieren. Mit dem gesprochenen Wort kommen die Geräte von Garmin insgesamt am besten klar. Sie reagieren auf den Ausruf „Sprach­befehl“, ohne berührt werden zu müssen. Bei einigen Navis muss der Nutzer die Sprach­eingaben öfter wieder­holen, bevor sie ihn richtig „verstanden“ haben.

Gratis-Kartenabo bei Registrierung

Beim Kartenmaterial sind die Anbieter groß­zügiger als früher: Mit einer Ausnahme bieten sämtliche Navis Karten für ganz Europa. Lediglich beim Mio Spirit 485 ist nur eine Karte für West­europa vorinstalliert. Die Karten häufiger zu aktualisieren, ist nicht nur für Vielfahrer interes­sant. Für den Update­service verlangen die Anbieter sehr unterschiedliche Preise. Garmin bietet eine kostenlose Aktualisierung für die Lebens­dauer der Geräte seiner Modell­reihe LMT an, Falk für sein Modell Neo 550 für die Dauer von zwei Jahren – sofern sich der Nutzer recht­zeitig auf der Internetseite der Anbieter registriert. Mio bietet keine Abos an und verlangt für eine einmalige Karten­aktualisierung für Europa 60 Euro.

Vier Navis mit Live-Dienst

Die drei Navis aus der TomTom-Go-Live-Serie und das Garmin nüLink! 2390 bieten sogenannte Live-Dienste. Diese Dienste bringen aktuelle Stauwarnungen zeit­nah übers Hand­ynetz aufs Navi. Nach der einjährigen, manchmal auch zweijäh­rigen kostenlosen Probezeit kostet der Live-Dienst 50 Euro pro Jahr. Die anderen Geräte nutzen die Verkehrs­dienste TMC oder TMCpro, die von Rund­funk­stationen verbreitet werden.

Fazit: Die Falk-Geräte sind am besten hand­habbar. Garmin über­zeugt mit lebens­langen, kostenlosen Kartenabos und guter Sprach­erkennung. TomTom versucht mit aktuellen Live-Diensten zu punkten, liegt aber bei Hand­habung und Schnel­ligkeit etwas hinter der Konkurrenz.

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