Navi Test

Das Falk F12 überzeugt im Test am meisten, das NavGear am wenigsten. Einige Navis rechnen ziemlich langsam.

Nie waren Navigationsgeräte günstiger. Die Preise haben sich laut Branchenverband Bitkom in den vergangenen drei Jahren mehr als halbiert: Kostete 2006 ein Navi noch knapp 400 Euro, zahlen Käufer heute im Schnitt rund 175 Euro. Einsteigermodelle gibt es bereits unter 100 Euro.

Und selbst ein „gutes“ Navi ist schon für 94 Euro zu haben: das Mio Moov M305 aus diesem Test. Es hat eine Bildschirmdiago­nale von 8,8 Zentimeter (3,5 Zoll) und zählt somit zu den kleinen seiner Art. Beliebter sind momentan größere Geräte mit 10,9 Zentimeter (4,3 Zoll), wie der Testsieger von Falk für 325 Euro. Seine Routenführung ist „gut“, die Fahrstrecken empfiehlt er mit klaren Ansagen und übersichtlichen Anzeigen. Sein Akku könnte aber besser sein. Er macht schon nach 2:15 Stunden schlapp. Etliche andere Geräte halten da länger durch.

Das Falk gehört nicht zu den größten Navis im Test. Einige protzen mit 12,7 Zentimeter Bildschirmdiagonale (5 Zoll). Insgesamt haben wir 16 Navigationsgeräte mit Preisen zwischen 94 und 440 Euro geprüft.

Wie funktioniert ein Navi?

Navigationsgeräte ermitteln ihren Standort mit dem globalen Satellitenortungssystem GPS (siehe Glossar). Ändert sich der Standort, können sie die Bewegungsrichtung und -geschwindigkeit errechnen. Bei der Routenplanung und -führung greifen sie auf elektronisches Kartenmaterial zu, das im Gerät selbst oder auf einer Speicherkarte gespeichert ist. Außerhalb des Gebiets, das von diesen Karten erfasst ist, können sie nicht navigieren.

Welche Karten sind schon dabei?

Auf den geprüften Navis sind meist detaillierte Karten für viele europäische Länder vorhanden. TomTom Go 950 Live hat als einziger zusätzlich auch Karten für Nordamerika an Bord. Drei Navis verfügen nur über Karten für Westeuropa, das TomTom One hat nur welche für Deutschland, Österreich, die Schweiz und angrenzende Länder.

Wie kommen die Karten aufs Navi?

Bei allen Navis sind die mitgelieferten Karten vorinstalliert. Wer Karten nachkauft, bringt sie wie folgt auf das Gerät: Er verbindet das Navi mit dem PC und lädt sich die Updates von der Anbieterseite herunter. Für einige Geräte gibt es das Kartenmaterial auch auf DVD oder Speicherkarten. Letztere haben den Vorteil, dass man sie direkt in das Gerät stecken kann. Vier aktuelle Navis haben jedoch keinen Speicherkartensteckplatz: das Mio Moov M305 und das TomTom One, das XL IQ Routes und das XL Live. Hier muss die Kartenaktualisierung immer über den PC erfolgen. Im Februarheft berichten wir ausführlicher, wie gut das Kartenupdate bei älteren Navis klappt.

Einen Anhaltspunkt zum Stand des Kartenmaterials kann die Datumsangabe auf der Verpackung liefern: „II/09“ bedeutet, dass es aus dem zweiten Quartal 2009 stammt. Viele Anbieter ermöglichen innerhalb der ersten 30 Tage nach Kauf, die Karten kostenlos auf den neuesten Stand zu bringen. Ansonsten sind die Preise und der Umfang des Kartenmaterials je nach Anbieter unterschiedlich: Es kann kostenlos sein, aber auch bis zu 90 Euro kosten.

Navigieren die Geräte gut?

Navi Test

Mit dem Navigationsgerät sicher zum Ziel: Die Routendarstellung des Testsiegers Falk F12.

Mit dem Navigationsgerät sicher zum Ziel: Die Routendarstellung des Testsiegers Falk F12.

Alle Navis im Test weisen sinnvolle Routen zum Ziel und führen den Nutzer nicht in die Irre, doch flott sind sie bei der Routenfindung meist nicht. Vor allem die TomTom-Geräte berechnen die schnellste Route für lange Fahrstrecken recht lahm. Fast 2 Minuten dauert das beim TomTom XL Live, am schnellsten schafft es mit knapp zwölf Sekunden das Medion GoPal.

Auch den Standort bestimmen nicht alle Navis fix. Das NavGear hinkt mit 78 Sekunden hinterher. Auch die Garmin-Modelle und das Medion kommen nur schwer in die Gänge. Die schnellsten wissen in 6 Sekunden, wo sie sind. Unterm Strich führt das dazu, dass nur jedes zweite Navi im Test beim Navigieren „gut“ abschneidet.

Bei allen Geräten tippt der Nutzer das Reiseziel auf dem Bildschirm ein. Üblicherweise gibt es Eingabehilfen für Straße, Ort und Land, die die Auswahl schon bei der Eingabe eingrenzen.

Welche Extras sind nützlich?

Navi Test

Bei Dunkelheit sollte die Helligkeit der Displays in den Nachtmodus umschalten. Bei vielen Navis im Test passiert das automatisch.

Fast alle Navis können schon in der Grundausstattung Verkehrsdaten des Stauwarnsystems TMC (siehe Glossar) empfangen und die Route so anpassen, dass sich Staus umfahren lassen. Voraussetzung für TMC ist eine spezielle Antenne. Mittlerweile ist sie oft im Ladekabel oder im Navi integriert, was unnötige Verkabelung im Fahrzeug verhindert. Ein weiterer Dienst ist TMCpro. Immerhin vier Geräte sind Herr dieses Systems, bei drei anderen kann es – teilweise kostenpflichtig – nachgerüstet werden. Zwei TomToms bieten einen für die ersten Monate kostenlosen „Live-Dienst“ an. Die Verkehrsmeldungen sollen damit noch aktueller sein.

Wie steht es um Diebstahlschutz?

Per Pin-Kode oder Kennwort lassen sich viele Navis vor unbefugtem Gebrauch schützen. Ist das Fahrzeug aber länger unbeaufsichtigt abgestellt, sollten Navi und Halterung aus dem Auto entfernt werden.

Wie lange halten die Akkus durch?

Die Akkus laufen unterschiedlich lange, von 1:25 Stunden bis zu 3:50 Stunden. Sie spielen beim Vorbereiten von Routen und Einrichten des Navis außerhalb des Autos eine Rolle. Oder in einem fremden Fahrzeug, wenn man das Anschlusskabel nicht dabei hat. Wichtig sind sie auch bei der Fußgängernavigation.

Welche Zusatzfunktionen gibt es?

Bis auf das Mio Moov M305 können alle auch Fußgänger lotsen. Vier bieten Reiseführer mit nützlichen Infos zu Sehenswürdigkeiten. Falk, Navigon und TomTom sollen lernfähig sein und je nach Tageszeit oder Fahrstil des Besitzers die Routen und Ankunftszeit exakter berechnen können.

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