Naturaktienindex Meldung

Anleger fragen sich, welcher von den Streithähnen die neue Aktie im Index bestimmen wird.

Der Naturaktienindex NAI verändert sich. Zwei Aktien fallen heraus. Die Solar-Firma Astro Power steht wegen zweifelhafter Buchhaltung in der Kritik und wird durch die deutsche SolarWorld AG ersetzt. Der österreichische Blockheizkraftwerkhersteller Jenbacher muss weichen, weil er von General Electric gekauft wurde, die Atomkraftwerke produzieren. Nun wird erbittert gestritten, wer Jenbacher ersetzen soll.

Kontrovers ist nicht das ökologische Profil möglicher Nachfolgefirmen, es geht um einen Familienstreit beim NAI. Der NAI-Auswahlausschuss, besetzt mit Öko-Honoratioren, sagt: der US-Möbelhersteller Steelcase soll rein. Der Chef des Wiener Börsenbriefs Öko-Invest und Erfinder des Index, Max Deml, will den Schweizer WC-Kasten-Hersteller Geberit. Und nun?

„Die Statuten des NAI besagen, dass allein der Ausschuss entscheidet, welche Titel im Index gelistet werden“, erklärt Norbert Schnorbach von Securvita. Die Firma hat ein Interesse am NAI, seit sie einen Fonds auf den Index aufgelegt hat, den Greeneffects.

Max Deml, der im November 2002 den Ausschuss verließ, beharrt darauf, dass der Ausschuss sich an Regeln halten müsse. Eine davon: Es dürfen nicht zwei Unternehmen derselben Branche im ­Index sein. „Der Möbelhersteller Steelcase kommt als Ersatzkandidat für Jenbacher nicht in Betracht, solange sich mit der US-Aktie Herman Miller ein Möbelunternehmen im Index befindet.“ Deml favoritisiert Geberit. Geberit ist neben seinen umweltfreundlichen WC-Kästen für andere Technologien zum Wassersparen bekannt. Den Regeln entspricht auch Geberit nicht so richtig. Die Firma wäre die vierte der 25 Index-aktien mit direktem Bezug zum Zukunftsthema Wasser.

Den Ärger haben die Anleger. Die Agentur Bloomberg hat die Berechnung des Index erstmal eingestellt.

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