Im Sog der internationalen Börsen legte auch der Natur-Aktien-Index (NAI) ­eine Kursrallye hin und erreichte im ­Dezember 2003 sogar einen neuen Höchststand. „Die erfolgreiche Entwicklung des NAI ist ein Beweis dafür, wie attraktiv grüne Geldanlagen auch an der Börse sind“, sagt Norbert Schnorbach vom Finanzdienstleister Securvita, der den Index berechnen lässt. Allerdings hatte der NAI im März 2003 zunächst ein Mehrjahrestief markiert, ehe er über 50 Prozent zulegte.

Der im Jahre 1997 aufgelegte Index enthält 25 Aktien deutscher und ausländischer Unternehmen, die nach streng ökologisch-ethischen Gesichtspunkten ausgewählt werden. Der NAI unterscheidet sich damit grundlegend von Nachhaltigkeitsindizes wie dem FTSE4Good. Diese wählen ihre Aktien nach dem „Best-in-Class“-Prinzip aus, sie setzen also auf Unternehmen, die innerhalb ihrer Branche besonders „grün“ oder sozial agieren. In solchen Indizes sind auch Chemie- oder Autofirmen vertreten, im NAI nicht.

Auffällig ist die gute Entwicklung der Solarworld-Aktie, die erst im Mai 2003 neu in den Index kam und deren Kurs sich seitdem mehr als verdoppelte. Bei Aktien wie dieser kann wegen der geringen Umsätze bereits ein bescheidener Nachfrageschub nachhaltige Kurssteigerungen auslösen. Der NAI enthält einige Aktien, die ähnlich wankelmütig sind wie Solarworld.

Fonds, die in den NAI investieren, sind deshalb kein vollwertiger Ersatz für einen guten internationalen Aktienfonds. Anleger, die nicht nur auf ökologische Kriterien setzen, sollten sie daher nur als Beimischung mit höchstens 10 Prozent ins Depot nehmen.

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