Magnesium, Kalzium und Co.

Mineralstoffe müssen wir unserem Organismus zuführen, um die Körperfunk­tionen aufrecht zu erhalten. Im Wasser liegen sie in gelöster Form als geladene Teilchen vor. Die wichtigsten positiv geladenen Teilchen (Kat­ionen) sind Natrium, Kalium, Kalzium und Magnesium, die wichtigsten negativ geladenen Teilchen (Anionen) Chlorid, Hydrogenkarbonat und Sulfat.

Kalzium

Kalzium stärkt die Knochen, ist wichtig für die Erreg­barkeit von Nerven und Zellen. Der Tages­bedarf für einen Erwachsenen liegt bei 1 000 Milligramm, Teen­ager brauchen sogar 1 200 Milligramm am Tag. Haupt­quellen für Kalzium sind Milch­produkte oder grünes Blatt­gemüse. Wer Milch­produkte nicht verträgt oder mag, kann sich viel Kalzium mit einem kalziumreichen Mineral­wasser zuführen.

Kalium

Kalium hält den Wasser­haushalt im Gleichgewicht, reguliert die Reizleitung in Nerven- und Muskel­zellen. Die empfohlene Tages­zufuhr eines Erwachsenen liegt bei 4 000 Milligramm. Allerdings kann selbst das kalium­reichste Produkt aus unserem Test von Medium-Mineral­wasser mit seinen 27,5 Milligramm pro Liter nur einen Bruch­teil zum täglichen Bedarf beisteuern.

Magnesium

Magnesium ist beteiligt am Aufbau von Knochen und stärkt die Erreg­barkeit der Nerven. Die Tages­bedarf einer erwachsenen Frau ist 300 Milligramm, der eines Mannes liegt bei 350 Milligramm. Wer viel Sport treibt oder bei Sonne intensiv im Garten arbeitet, verliert mit dem Schweiß auch Magnesium. Einige Mineralwässer können dazu beitragen, den Bedarf zu decken.

Natrium und Chlorid

Die Kochsalz­bestand­teile Natrium und Chlorid kommen in jedem Wasser vor. Beide regulieren im Körper den Wasser­haushalt. Natrium ist wichtig für die Reizleitung in Nerven- und Muskel­zellen, Chlorid außerdem Bestand­teil der Magensäure. Wer stark schwitzt, verliert mit dem Schweiß vor allem Natrium. Der Tages­bedarf an Natrium für Erwachsene und Heran­wachsende liegt bei 1 500 Milligramm, der Tages­bedarf an Chlorid bei 2 300 Milligramm. Wer wissen möchte, ob sich beide Mineralstoffe auf das tägliche Salz­konto auswirken, muss rechnen (siehe Kasten).

Heißt „natrium­arm“ wenig Salz?

Ja, aber das ist nichts Besonderes. „Natrium­arm“ klingt nach Salz­sparen, da Natrium als Bestand­teil von Kochsalz bekannt ist. Wer den Kochsalz­gehalt seines Wassers berechnen möchte, braucht neben dem Natrium- auch den Chlorid­gehalt. Zwei Beispiele: Das natrium­reichste Classic-Wasser Apollinaris enthält 460 Milligramm Natrium pro Liter, aber nur 110 Milligramm Chlorid. Enthält ein Wasser weniger Chlorid als Natrium, teilt man den Chlorid­gehalt durch 0,6. Die Salzmenge in Apollinaris beträgt gerade mal 183 Milligramm pro Liter.

Enthält Wasser mehr Chlorid als Natrium, wird anders gerechnet. Das chlorid­reichste Classic-Wasser im Test ist Rewe Ja aus der Wald­quelle mit 170 Milligramm Chlorid pro Liter und nur 120 Milligramm Natrium. In dem Fall muss man den Natrium­gehalt durch 0,4 teilen. Die Salzmenge des Rewe-Wassers beträgt 300 Milligramm pro Liter. Diese 0,3 Gramm sind weit entfernt von den 6 Gramm Salz, die jeder laut Deutsche Gesell­schaft für Ernährung täglich maximal zu sich nehmen sollte.

Fazit: Alle von uns geprüften Wässer können für die Salz­zufuhr also fast vernach­lässigt werden – egal wie viel Natrium oder Chlorid sie enthalten.

Hydrogenkarbonat (Bikarbonat)

Hydrogenkarbonat kann der Körper selbst bilden, etwa aus Lebens­mitteln wie Obst und Gemüse, oder mit Mineral­wasser aufnehmen. Der Mineralstoff reguliert den Säure-Basen-Haushalt im Körper und soll bei Sodbrennen und gereiztem Magen hilf­reich sein. Für Hydrogenkarbonat gibt es keine Empfehlung zur Tages­aufnahme.

Sulfat

Der Körper produziert Sulfat selbst durch die Umwandlung schwefelhaltiger Aminosäuren aus eiweiß­haltiger Nahrung wie Fleisch, Fisch, Eier oder Hülsenfrüchte. Es ist wichtig für den Protein­stoff­wechsel, aber auch für die Festig­keit von Haut und Haaren. Viel Sulfat kann verdauungs­fördernd wirken – bei Verstopfung ist das nützlich. Wer aber zu Durch­fall neigt, sollte eher vorsichtig sein. Empfehlungen für die Tages­zufuhr von Sulfat liegen nicht vor.

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