Mineral­wasser im Test

Welches Mineral­wasser für wen?

338

Sie legen Wert auf Mineralstoffe? Oder möchten Baby­nahrung mit Mineral­wasser zubereiten? Ihnen bekommt Kohlensäure nicht? So finden Sie das passende Mineral­wasser.

Mineral­wasser im Test Testergebnisse für 53 Natürliche Mineralwässer

Wasser für Mineralstoff-Bewusste

Auch wenn die Bezeichnung es vielleicht erwarten lässt: Mineral­wasser muss nicht mineral­stoff­reich sein. Unser Mineralwasser-Test zeigt, welche Wässer wirk­lich viele Mineralstoffe liefern. Mineralwässer mit hohem Mineralstoffgehalt enthalten mehr als 1 500 Milligramm gelöste Mineralstoffe pro Liter. Einen Über­blick über die Mineral­stoff­zusammenset­zung gibt der Analysen­auszug auf dem Etikett.

Der Mensch muss dem Organismus Mineralstoffe zuführen, um die Körperfunk­tionen aufrecht zu erhalten. Am besten gelingt das mit abwechs­lungs­reichem Essen. Um den täglichen Mineral­stoff­bedarf allein mit Mineral­wasser zu decken, müssten wir viel zu viel trinken. Dennoch kann sich der gezielte Blick auf einzelne Mineralstoffe im Mineral­wasser lohnen.

Viel Kalzium: Für alle, die Milch­produkte meiden

Wer Milch nicht verträgt oder aus anderen Gründen keine Milch­produkte isst, kann mit einem Liter sehr kalziumreichen Mineral­wassers den täglichen Bedarf an Kalzium bis zur Hälfte decken.

Kalzium stärkt die Knochen, ist wichtig für die Erreg­barkeit von Nerven und Zellen. Der Tages­bedarf eines Erwachsenen liegt bei 1 000 Milligramm, Teen­ager brauchen sogar 1 200 Milligramm. Haupt­quellen für Kalzium sind Milch­produkte oder grünes Blatt­gemüse.

Im Test: Mineralwässer mit viel Kalzium enthalten mehr als 150 Milligramm pro Liter. Das kalzium­reichste im Test kommt auf 538 Milligramm.

Viel Magnesium und Natrium: Für Aktive und Sportler

Wer Ausdauer­sport treibt oder körperlich anstrengende Tätig­keiten ausübt, verliert beim Schwitzen vor allem Natrium und Magnesium. Einige Mineralwässer können sie dem Körper zurück­geben.

Magnesium ist beteiligt am Aufbau von Knochen und stärkt die Erreg­barkeit der Nerven. Der Tages­bedarf einer erwachsenen Frau liegt bei 300 Milligramm, der eines Mannes bei 350 Milligramm. Er lässt sich über Blatt­gemüse, Getreide, Fleisch, Milch und Nüsse leicht decken.

Im Test: Wässer mit viel Magnesium enthalten mehr als 50 Milligramm Magnesium pro Liter. Das magnesium­reichste im Test kommt auf 103 Milligramm.

Natrium reguliert den Wasser­haushalt im Körper. Es ist wichtig für die Reizleitung in Nerven- und Muskel­zellen. Der Tages­bedarf für Erwachsene liegt bei 1 500 Milligramm. Haupt­quelle ist Speisesalz in verarbeiteten Lebens­mitteln wie Brot, Käse oder Wurst.

Im Test: Wässer mit mehr als 200 Milligramm Natrium pro Liter gelten als natriumreich. Das ist eher selten. Die meisten Mineralwässer in unserem Test sind mit einem Gehalt von weniger als 20 Milligramm pro Liter natriumarm. Relevant ist das vor allem für Säuglinge.

Viel Hydrogenkarbonat: Für Magenleidende

Wer unter Sodbrennen leidet oder einen gereizten Magen hat, sollte Wasser mit Hydrogenkarbonat trinken.

Hydrogenkarbonat (Bikarbonat) reguliert den Säure-Basen-Haushalt im Körper und ist ein natürlicher Säurepuffer. Der Körper kann es selbst bilden, etwa aus Lebens­mitteln wie Obst und Gemüse, oder mit Mineral­wasser aufnehmen. Eine Empfehlung zur Tages­aufnahme von Hydrogenkarbonat gibt es nicht.

Im Test: Wässer mit viel Hydrogenkarbonat enthalten mehr als 600 Milligramm pro Liter.

Viel Sulfat: Für Menschen mit trägem Darm

Wer einen trägen Darm hat oder unter Verstopfung leidet, für den ist sulfathaltiges Wasser hilf­reich.

Sulfat ist wichtig für den Protein­stoff­wechsel, aber auch für die Festig­keit von Haut und Haaren. Der Körper produziert es selbst durch Umwandeln schwefelhaltiger Aminosäuren aus eiweiß­haltiger Nahrung wie Fleisch, Fisch, Eier oder Hülsenfrüchte. Viel Sulfat kann verdauungs­fördernd wirken. Das ist bei Verstopfung nützlich. Wer aber zu Durch­fall neigt, sollte vorsichtig sein. Empfehlungen für die Tages­zufuhr von Sulfat liegen nicht vor.

Im Test: Wässer mit viel Sulfat enthalten mehr als 200 Milligramm pro Liter.

Wasser für Babys

Baby­nahrung lässt sich prinzipiell mit Leitungswasser zubereiten. Wollen Eltern auf Nummer sicher gehen, können sie Mineral­wasser verwenden, das zur Zubereitung von Säuglings­nahrung geeignet ist.

Einhalten der strengen Grenz­werte im Labor über­prüft

Mineral­wasser, das ausdrück­lich für Babys empfohlen wird, muss besonders strenge Grenz­werte einhalten. Es gelten dann spezielle Anforderungen an Keim­gehalte, kritische Stoffe wie Arsen, Mangan, Nitrat, Nitrit, Uran und Radium sowie an die Mineralstoffe Fluorid, Natrium und Sulfat. Geregelt ist das in der Mineral- und Tafelwasserverordnung.

Im Test: Wir haben das bei allen Produkten, die laut Etikett zur Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignet sind, im Labor über­prüft und auch bestätigt.

Wasser für Babys immer abkochen

Egal ob Eltern Leitungs- oder Mineral­wasser für Babys Essen verwenden, steril sind beide nicht. Zum sicheren Schutz vor Keimen sollte das Wasser für Babys in den ersten Monaten abge­kocht werden. Das gilt auch für Wasser, das die Kleinen etwa bei Hitze mal trinken.

Wasser für sprudelnde und stille Typen

Mit oder ohne Kohlensäure? Welcher Wasser-Typ jemand ist, hängt von seiner Vorliebe ab, aber auch davon, wie gut er die Kohlensäure verträgt. In Deutsch­land wird am meisten Mineral­wasser der Sorte Medium mit mitt­lerem Kohlensäu­regehalt gekauft, gefolgt von stark sprudelndem Classic-Wasser. Auf Platz drei liegt stilles Wasser.

Kohlensäu­regehalt der Medium- und Classic-Wässer

Wie viel Kohlensäure drin sein muss, ist weder für die Sorte Medium noch Classic vorgeschrieben. Wir haben die Gehalte im Test aber selbst bestimmt. Sie variieren: Bei den Medium-Wässern schwanken sie von 2,9 bis 5,2 Gramm Kohlensäure pro Liter, bei den Classic-Wässern von 3,2 bis 7,0 Gramm.

Im Test: 32 Classic-Wässer, 14 Medium-Wässer und 7 stille Wässer sind im großen Vergleich der Stiftung Warentest vertreten. Das Test­urteil für ein Mineral­wasser ist übrigens nicht über­trag­bar auf andere Sorten derselben Marke.

Stilles Wasser für gereizten Magen

Kohlensäure ist die Verbindung von Wasser mit Kohlen­stoff­dioxid (CO2). Wenn der Mensch prickelndes Wasser trinkt, nimmt er viel davon auf. Das CO2 im Mineral­wasser kann den Magen reizen. Wer Probleme damit hat, sollte lieber stilles Wasser trinken.

Kohlensäure hemmt Keim­wachs­tum

Kohlensäure kitzelt im Mund und lässt das Wasser etwas säuerlich schme­cken. Sie bestimmt auch den pH-Wert. Er liegt beim Classic-Wasser im leicht sauren Bereich – im Mittel bei 5,3. Bei Medium-Wasser ist er ähnlich. Eher neutral mit einem pH-Wert von etwa 7 ist stilles Wasser; das gilt auch für Leitungswasser. Vorteil der Kohlensäure: Sie kann verhindern, dass Keime wachsen.

Mineral­wasser im Test Testergebnisse für 53 Natürliche Mineralwässer

338

Mehr zum Thema

338 Kommentare Diskutieren Sie mit

Nur registrierte Nutzer können Kommentare verfassen. Bitte melden Sie sich an. Individuelle Fragen richten Sie bitte an den Leserservice.

Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

Profilbild Stiftung_Warentest am 25.11.2022 um 11:30 Uhr
Mineralstoffe in Mineralwasser

@joachim0091: Mineralwasser muss von ursprünglicher Qualität sein und hat einen natürlichen Gehalt an Mineralien, Zusätze sind nicht erlaubt. Es gibt natürlicherweise große Unterschiede in der Mineralisierung einzelner Wässer und das hängt mit dem Quellgebiet zusammen. Die Höhe und Zusammensetzung der Mineralstoffe einzelner Wässer sind von der Art der Gesteinsschichten abhängig, die das Wasser aus der Tiefe bis zur Quelle durchlaufen hat.
Und unter dem nachfolgenden Link:
www.test.de/Natuerliches-Mineralwasser-im-Test-4258945-5049315/
finden Sie viel Wissenswertes zum Thema „Wasser für Mineralstoff-Bewusste“.

joachim0091 am 24.11.2022 um 17:23 Uhr
Wird Mineralwasser künstlich Mineralien hinzugefüg

Hallo liebe Sriftung Warentest, stimmt es, dass Mineralwasser künstlich Mineralien hinzugefügt werden? In dem Buch von Nina Ruge 'Verjüngerung ist möglich' wird dies erwähnt. Wenn ja, wie kann ich das erkennen.

Profilbild Stiftung_Warentest am 22.07.2022 um 12:01 Uhr
Mineralwasser ohne Mineralien

@ACFN: Ja, Leitungswasser kann eine Alternative zu Mineralwasser sein und unseren Test zu Leitungswasser finden Sie hier: www.test.de/Trinkwasser-im-Test-5049894-0/
Aber manche Verbraucher bevorzugen Mineralwasser als Getränk und unsere Hauptbewertungskriterien legen wir auf die Sensorik (40%) und ob das Wasser frei von kritischen Stoffen ist (20%) und wir haben uns u.a. die Deklaration genau angesehen (20%). Weiterführende Informationen finden Sie unter: „So haben wir getestet“ www.test.de/Natuerliches-Mineralwasser-im-Test-4258945-4258970/
Mineralwasser muss nicht mineralstoffreich sein, um eine gute Qualität zu haben. Selbstverständlich analysieren wir auch den Gehalt der wichtigsten Mineralstoffe und wir geben auch den Gesamtmineralstoffgehalt in mg/l an. Ausführliche Informationen zu jedem von uns untersuchten Mineralwasser finden Sie in unserer Tabelle www.test.de/Natuerliches-Mineralwasser-im-Test-4258945-tabelle/ unter Produktmerkmale.

ACFN am 20.07.2022 um 11:29 Uhr
Mineralwasser ohne Mineralien

Mir ist seit jeher schleierhaft, weshalb ein Mineralwasser eine gute Bewertung erhalten kann, dass nur sehr wenige Mineralien enthält. Die Stiftung Warentest hat ja selbst Leistungswasser getestet und für sehr gut befunden. Warum also sollte ich ein (teures) Mineralwasser kaufen, das fast keine Mineralien enthält?

Profilbild Stiftung_Warentest am 13.07.2022 um 14:47 Uhr
Nachhaltigkeit von Mineralwässern

@Nee: Von Natur aus perlt in Mineralwasser etwas Kohlensäure aus der Quelle, für stark sprudelndes Classic-Wasser kommt meist technisch hergestellte Kohlensäure hinzu. Sie entsteht bei Gärungs- oder industriellen Herstellungsprozessen als Nebenprodukt und wird in Getränken weiterverwendet. Quellkohlensäure dagegen ist fossilen Ursprungs – CO2, das vor langer Zeit gespeichert wurde, wird wieder freigesetzt.