Mineral­wasser im Test 2021

So haben wir getestet

27.07.2021

Mineral­wasser im Test 2021 Testergebnisse für 48 Natürliche Mineralwässer

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Inhalt

Die Stiftung Warentest untersucht natürliches Mineral­wasser auf viele Para­meter. Lesen Sie hier, wie wir testen und bewerten.

Stille Wässer (08/2021): Wir prüften 32 natürliche Mineralwässer ohne Kohlensäure, darunter 13 Produkte von Eigenmarken des Handels, 14 regional bedeutende Markenwässer aus Deutsch­land, 3 aus Frank­reich und je eins aus Norwegen und Portugal. 5 Produkte sind bio-zertifiziert. Die Wahl fiel insbesondere auf verkaufs­starke Gebindegrößen. Diese Verpackungs­arten sind vertreten: 23-mal PET-Einweg, 4-mal Glas-Mehrweg, 4-mal PET-Mehrweg, 1-mal Karton. Wir kauf­ten im Dezember 2020 bis Februar 2021 ein. Die Preise erfragten wir bei den Anbietern im Mai und Juni 2021.

Medium-Wässer (08/2020): Wir prüften 31 natürliche Mineralwässer mit mitt­lerem Kohlensäu­regehalt aus Deutsch­land, darunter 14 Produkte von Eigenmarken des Handels, 14 regional bedeutende Markenwässer sowie 3 bio-zertifizierte Wässer. Die Wahl fiel insbesondere auf verkaufs­starke Gebindegrößen. 15 der Wässer sind in PET-Einwegflaschen abge­füllt, 9 in PET-Mehrweg und 1 in Petcycle (PET-Einwegflaschen im Mehr­wegkasten), 6 in Glas-Mehr­wegflaschen. Im Mai 2021 fragten wir die Anbieter nach Produkt- und Preis­änderungen und aktualisierten unseren Produktfinder. Unver­ändert werden 16 Medium-Mineralwässer im Handel angeboten.

Sensorisches Urteil: 40 %

Eine geschulte Prüfgruppe, ein Panel aus sieben bis acht Personen, verkostete die anonymisierten Produkte aus neutralen Din-Prüfgläsern unter gleichen Bedingungen in Anlehnung an die DinNorm 10964. Jedes Produkt wurde aus zwei Flaschen, auffällige Produkte aus einer weiteren Flasche getestet. Die Prüfer beschrieben Aussehen, Geruch, Geschmack sowie Mund­gefühl und erfassten insbesondere fehler­hafte Ausprägungen in Art und Intensität. Das war die Grund­lage unserer Bewertung. Sehr gut sind nur Wässer, die weder fruchtige Noten noch Fremd­geschmack aufweisen.

Kritische Stoffe: 20 %

Wir bestimmten Arsen, Blei, Kadmium, Nickel, Uran und Vanadium gemäß Methode Din EN ISO 17294/2 bzw. mittels HR-GF-AAS. Nitrat wurde nach Methode Din EN ISO 10304–1 gemessen, sowie Chrom (VI) per IC/ICP-MS. Die Aktivitäts­konzentrationen von Radium 226 und Radium 228 bestimmten wir nach radio­chemischer Abtrennung mittels verzögerte-Koinzidenz-Methode mittels Flüssigs­zintillations­zähler bzw. mittels beta/gamma-Koinzidenz-Spektrometrie.

Zur Bewertung haben wir grund­sätzlich die Grenz­werte der Mineral- und Tafelwasser-Verordnung (MTVO) heran­gezogen. Gibt es solche nicht oder gelten sie nur für Mineralwässer, die zur Zubereitung von Säuglings­nahrung ausgelobt sind, orientierten wir uns an der Trink­wasser-Verordnung zum Beispiel beim Radium 226 und Radium 228. Uran bewerteten wir auf Grund­lage des Tolerable Daily Intake (TDI). Vanadium bewerteten wir nach dem Gering­fügig­keits­schwellen­wert für Trink­wasser und Chrom (VI) auf Basis der Empfehlung des Umwelt­bundes­amts.

Mikrobiologische Qualität: 10 %

In Anlehnung an die mikrobiologischen Anforderungen der Mineral- und Tafel­wasser­ver­ordnung prüften wir jeweils drei bis fünf Flaschen parallel auf coliforme Keime, E. coli, Fäkal­streptokokken, Pseudomonas aeruginosa, sulfitreduzierende sporen­bildende Anaerobier und bestimmten die Gesamt­keimzahlen (Koloniezahl). Alle Mineralwässer im Test waren mikrobiologisch einwand­frei.

Mineral­wasser im Test 2021 Testergebnisse für 48 Natürliche Mineralwässer

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Ober­irdische Verunreinigungen: 0 %

Wir prüften jedes Mineral­wasser auf Rück­stände – insgesamt auf 125 Substanzen, inklusive Metabolite (Abbau­produkte):

  • Pflanzen­schutz- und Korrosions­schutz­mittel, auf stabile Süßstoffe und Trifluor­essig­säure nach Din-Methode 38407–36
  • Glyphosat und Ampa in Anlehnung an Methode Din ISO 16308
  • Arznei- und Röntgen­kontrast­mittel nach Din-Methode Din 38407–47
  • Komplex­bildner EDTA nach Din EN ISO 16588
  • Antiklopf­mittel (ETBE und MTBE) nach Din EN ISO 17943
  • Per- und poly­fluorierte Alkyl­verbindungen (PFAS) nach Din-Methode 38407–42
  • Leicht­flüchtige Halogenkohlen­wasser­stoffe nach Din EN ISO 10301

Natürliches Mineral­wasser hat laut Mineral- und Tafel­wasser­ver­ordnung seinen Ursprung in unter­irdischen, vor Verunreinigungen geschützten Wasser­vorkommen. Wir haben jedoch teil­weise ober­irdische Verunreinigungen nachgewiesen und halten die Bezeichnung „natürliches Mineral­wasser“ bei den nachgewiesenen ober­irdischen Verunreinigungen für fraglich – sie führen daher bei den betroffenen Wässern zur Note Ausreichend in der Deklaration und wurden im test-Qualitäts­urteil um eine halbe Note abge­wertet.

Lediglich bei den positiven Befunden von Trifluor­essig­säure verzichteten wir auf eine Nennung und Bewertung, da sich die Herkunft aufgrund der sehr geringen Gehalte nicht zweifels­frei klären ließ.

Verpackung: 10 %

Drei Experten testeten die Hand­habung – Öffnen, Entnehmen und Wieder­verschließen. Wir prüften die Originalitäts­sicherung, Einweg-, Mehrweg- sowie Pfand­angaben. Mehrweg bewerteten wir besser als Einwegflaschen, da sie wiederbefüllt und recycelt werden können und so Abfall vermeiden. Einwegflaschen, die aus 100 Prozent recyceltem PET (Rezyklat) bestehen, bewerteten wir besser als Flaschen mit geringerem oder ohne Rezyklat-Anteil. Den Rezyklat-Anteil ließen wir uns von den Anbietern belegen, weil er analytisch nicht über­prüf­bar ist.

Zudem wurde das Wasser auf migrations­relevante Stoffe aus der Verpackung wie Acetaldehyd, Limonen und Benzol mittels GC/MS geprüft. Benzol war bisher in nur einem der Mineralwässer nach­weisbar, dass nach­weislich aus der Rezyklatflasche kam. Fakultativ wurden Verschlüsse, Flaschenmaterial auf chlorierte Kunststoffe mittels Röntgenfluoreszenz­analyse untersucht bisher ohne auffälligen Befund.

Deklaration: 20 %

Wir beur­teilten, ob die Etiketten­angaben lebens­mittel­recht­lich voll­ständig und korrekt waren. Zudem prüften wir Lagerungs- und Trink­empfehlungen sowie Werbeaussagen. Drei Experten bewerteten Lesbarkeit und Über­sicht­lich­keit der Angaben.

Abwertungen

Das schlechteste Einzel­urteil im Urteil kritische Stoffe bestimmte seine Note. War das Urteil für kritische Stoffe Ausreichend, konnte das test-Qualitäts­urteil maximal eine halbe Note besser sein. Lautete das Urteil für Deklaration ausreichend, werteten wir das Qualitäts­urteil um eine halbe Note ab, war es mangelhaft, konnte das Qualitäts­urteil maximal eine halbe Note besser sein.

Ausgewählte Merkmale und Charakterisierung

Wir bestimmten die Mineralstoffe, berechneten den Gesamt­gehalt und charakterisierten die Gehalte in den Mineralwässern in Anlehnung an Anlage 4 der MTVO.

  • Natrium, Kalium, Kalzium, Magnesium gemäß Methode Din EN ISO 11885 und mittels HR-AAS
  • Chlorid, Sulfat und Fluorid gemäß Methode Din EN ISO 10304–1
  • Hydrogenkarbonat berechnet aus m-Wert und p-Wert gemäß Verfahren DEV D8

Wir analysierten auch den Kohlensäu­regehalt gemäß DEV D8 und berechneten den Kohlen­dioxid­gehalt. Den pH-Wert ermittelten wir gemäß Din EN ISO 10523.

Mittelt Isotopen­analyse (Deuterium, Sauer­stoff-18, Tritium) über­prüften wir Aussagen zum Alter des Rieser Urwassers, weil auf dem Produkt und auf der Home­page des Anbieters Aussagen dazu auffielen.

Weitere Unter­suchungen

Darüber hinaus bestimmten wir folgende Para­meter gemäß DEV- oder Din-Methoden: Elektrisch Leit­fähig­keit, Antimon, Barium, Blei, Borat, Chrom, Kupfer, Mangan, Nitrit, Queck­silber, Selen, Cyanid, Eisen, Zink, Ammonium, Thallium, Phosphat, Bromid, Bromat, Jodid und gelöster organischer Kohlen­stoff.

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