Mineral­wasser im Test 2021

Mineral­wasser, Biowasser, Heil­wasser

Der Durst lässt sich mit verschiedenen Wasser-Arten löschen. Eine kleine Waren­kunde.

Mineral­wasser im Test 2021 Testergebnisse für 48 Natürliche Mineralwässer

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Inhalt

Was ist natürliches Mineral­wasser?

Am Anfang war jedes natürliche Mineral­wasser Nieder­schlags­wasser, das durch verschiedene Gesteins­schichten in die Erde gesi­ckert ist. Auf seinem Weg in die Tiefe hat es sich beispiels­weise mit Kalzium, Magnesium, Natrium, Kalium oder anderen Mineralstoffen angereichert.

Vor Verunreinigungen geschützt. Nach der Mineral- und Tafel­wasser­ver­ordnung muss Mineral­wasser aus unter­irdischen Wasser­vorkommen stammen, die vor Verunreinigungen geschützt sind. Es muss ursprüng­lich rein sein, an der Quelle abge­füllt werden, in seiner Zusammenset­zung konstant bleiben und amtlich anerkannt sein.

Welches Mineral­wasser eignet sich für Baby­nahrung?

Ein natürliches Mineral­wasser eignet sich dann für die Zubereitung von Säuglings­nahrung, wenn es unter anderem die besonders strengen Grenz­werte für kritische Stoffe und einige Mineralstoffe der Mineral- und Tafel­wasser­ver­ordnung einhält:

  • Natrium – 20 Milligramm pro Liter Wasser (mg/l)
  • Nitrat – 10 mg/l
  • Nitrit – 0,02mg/l
  • Sulfat – 240 mg/l
  • Fluorid – 0,7 mg/l
  • Mangan – 0,05 mg/l
  • Arsen – 0,005 mg/l
  • Uran – 2 µg/l
  • Radium-226 – 125 Millibecquerel pro Liter
  • Radium-228 – 20 Millibecquerel pro Liter.

In unserer Test­tabelle können Sie die Wässer, die als "zur Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignet" beworben werden, filtern. Das haben wir im Labor über­prüft und bestätigt.

Ab wann ist ein Mineral­wasser bio?

2012 urteilte der Bundes­gerichts­hof, dass beim Bio-Mineral­wasser der „Anteil an Rück­ständen und Schad­stoffen besonders nied­rig ist“. Unser Test zeigt: Das bieten auch viele nicht biozertifizierte Wässer. Was bleibt? Die EU vergibt kein Bio-Label, da Mineral­wasser kein land­wirt­schaftlich erzeugtes Lebens­mittel ist.

Strenger, aber uneinheitlich. Die Qualitäts­gemeinschaft Bio-Mineral­wasser und das SGS Institut Fresenius vergeben Bio-Label. Beide sind teils strenger als die Mineral- und Tafel­wasser­ver­ordnung (MTVO) – aber unterschiedlich. Beispiel Nitrat: Der Grenz­wert der Qualitäts­gemeinschaft liegt bei 5 Milligramm, bei Fresenius liegt er bei 10 Milligramm. Die MTVO erlaubt 50 Milligramm – jeweils pro Liter. Auch Öko-Kriterien sind verschieden: Beide erwarten etwa, dass Unternehmen den Wasser­schutz fördern. Aber nur die Qualitäts­gemeinschaft fordert explizit ökologischen Land­bau im ­Einzugs­gebiet der Quelle. Einheitliche Kriterien für Bio-Wässer gibt es nicht. In unserem Mineralwasser-Vergleich sind 7 biozertifizierte Mineralwässer dabei.

Was ist Trink­wasser?

Es wird aus Grund­wasser, Seen, Talsperren, Flüssen und Quellen gewonnen. Das meiste Trink­wasser müssen Wasser­werke aufbereiten. Die Qualität wird so streng kontrolliert wie bei keinem anderen Lebens­mittel in Deutsch­land. Laut Umweltbundesamt hält Leitungs­wasser die Vorgaben der Trink­wasser­ver­ordnung zu 99 Prozent ein. Sobald kritische Keime oder Chemikalien auffallen, müssen Wasser­werke vor dem Verzehr des Trink­wassers warnen.

Problematische Stoffe. Nitrat aus intensiver Land­wirt­schaft belastet zwar mancher­orts das Grund­wasser, aber im Trink­wasser kommt es laut Umwelt­bundes­amt nur in Ausnahme­fällen zu Über­schreitungen – die Wasser­werke können einen Teil des Nitrats entfernen oder verschiedene Wässer miteinander mischen. Schad­stoffe wie Uran und Chrom kommen von Natur aus im Boden vor und können auch ins Trink­wasser übergehen. Das zeigte auch der Trinkwasser-Test von Proben aus 20 deutschen Orten.

Was sind Heil­wasser, Quell­wasser und Tafel­wasser

Heil­wasser wird wie natürliches Mineral­wasser gewonnen, besitzt aber heilende oder lindernde Wirkung. Es ist recht­lich betrachtet kein Lebens­mittel, sondern muss nach dem Arznei­mittel­recht zugelassen werden. Die Anforderungen an Quell­wasser sind nied­riger als für Mineral- und Heil­wasser – es stammt zwar auch aus unter­irdischen Wasser­vorkommen, braucht aber weder eine amtliche Anerkennung noch eine Zulassung. Tafel­wasser ist kein reines Natur­produkt und kann eine beliebige Mischung aus mehreren Wasser­arten sein. Mineralstoffe und Kohlensäure dürfen nach­träglich zugesetzt werden. Tafel­wasser wird mitunter als künst­liches Mineral­wasser bezeichnet.

Grafik: So fördern Mineralbrunnen­betriebe das Wasser

Mineral­wasser im Test 2021 - Einige Biowässer und Edelmarken enttäuschen
Mineral­wasser entsteht aus Wasser, das in eine unter­irdische, geschützte, tiefe Quelle sickert. © Kati Hammling

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