Mineral­wasser im Test

Bio-Mineral­wasser, Heil­wasser und Co

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Was unterscheidet Mineral­wasser von Heil-, Quell- und Tafel­wasser? Was ist bio an Bio-Mineral­wasser? Eine kleine Waren­kunde.

Mineral­wasser im Test Testergebnisse für 53 Natürliche Mineralwässer

Inhalt

Natürliches Mineral­wasser: Das amtlich Anerkannte

Mineral­wasser entsteht aus Nieder­schlags­wasser, das in eine unter­irdische Quelle gesi­ckert ist. Auf seinem Weg in die Tiefe filtrieren es Gesteins­schichten, die auch Mineralstoffe abgeben.

Laut Mineral- und Tafelwasserverordnung muss Mineral­wasser aus Wasser­vorkommen stammen, die vor Verunreinigungen geschützt sind. Es muss ursprüng­lich rein sein, an der Quelle abge­füllt werden und in seiner Zusammenset­zung konstant bleiben. Es ist das einzige Lebens­mittel, das amtlich anerkannt werden muss.

Grafik: So fördern Mineralbrunnen­betriebe das Wasser

Mineral­wasser im Test - Die Besten mit und ohne Kohlensäure
Tief. Mineral­wasser entsteht aus Wasser, das in eine unter­irdische, geschützte Quelle sickert. © Kati Hammling

Bio-Mineral­wasser: Das privat Zertifizierte

Bio-zertifizierte Mineralwässer tragen kein EU-Bio-Siegel. Nur der Verein Qualitätsgemeinschaft Bio-Mineralwasser und das SGS Institut Fresenius vertreiben Lizenzen. Sie geben teils strengere Grenz­werte als die Mineral- und Tafel­wasser­ver­ordnung vor.

2012 urteilte der Bundes­gerichts­hof, dass bei Bio-Mineral­wasser der „Anteil an Rück­ständen und Schad­stoffen besonders nied­rig ist“. Unsere Tests zeigen: Das bieten auch viele nicht biozertifizierte Mineralwässer.

Heil­wasser: Das Arznei­mittel

Heil­wasser wird wie natürliches Mineral­wasser gewonnen, ihm aber wird heilende oder lindernde Wirkung zugesprochen. Recht­lich betrachtet ist es kein Lebens­mittel, sondern muss nach dem Arznei­mittel­recht zugelassen werden.

Quell­wasser: Das lascher Geregelte

Die Anforderungen an Quell­wasser sind nied­riger als für Mineral- und Heil­wasser. Es stammt zwar auch aus unter­irdischen Wasser­vorkommen, braucht aber weder eine amtliche Anerkennung noch eine Zulassung. Es muss keine gleich­bleibende Menge an Mineralstoffen enthalten.

Tafel­wasser: Das Gemischte

Tafel­wasser ist kein reines Natur­produkt und kann eine beliebige Mischung aus verschiedenen Wässern sein, auch aus Trink­wasser. Mineralstoffe und Kohlensäure dürfen nach­träglich zugesetzt werden.

Trink­wasser: Das aus der Leitung

Trink­wasser wird aus Grund­wasser, Seen, Talsperren, Flüssen und Quellen gewonnen. Etwa drei Viertel des Rohwassers müssen Wasser­werke aufbereiten. Es wird streng kontrolliert, bei Gefahr öffent­lich gewarnt. Laut Umweltbundesamt stimmt die Qualität. Das zeigte auch unser Trinkwasser-Test.

Mineral­wasser im Test Testergebnisse für 53 Natürliche Mineralwässer

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Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

Profilbild Stiftung_Warentest am 22.07.2022 um 12:01 Uhr
Mineralwasser ohne Mineralien

@ACFN: Ja, Leitungswasser kann eine Alternative zu Mineralwasser sein und unseren Test zu Leitungswasser finden Sie hier: www.test.de/Trinkwasser-im-Test-5049894-0/
Aber manche Verbraucher bevorzugen Mineralwasser als Getränk und unsere Hauptbewertungskriterien legen wir auf die Sensorik (40%) und ob das Wasser frei von kritischen Stoffen ist (20%) und wir haben uns u.a. die Deklaration genau angesehen (20%). Weiterführende Informationen finden Sie unter: „So haben wir getestet“ www.test.de/Natuerliches-Mineralwasser-im-Test-4258945-4258970/
Mineralwasser muss nicht mineralstoffreich sein, um eine gute Qualität zu haben. Selbstverständlich analysieren wir auch den Gehalt der wichtigsten Mineralstoffe und wir geben auch den Gesamtmineralstoffgehalt in mg/l an. Ausführliche Informationen zu jedem von uns untersuchten Mineralwasser finden Sie in unserer Tabelle www.test.de/Natuerliches-Mineralwasser-im-Test-4258945-tabelle/ unter Produktmerkmale.

ACFN am 20.07.2022 um 11:29 Uhr
Mineralwasser ohne Mineralien

Mir ist seit jeher schleierhaft, weshalb ein Mineralwasser eine gute Bewertung erhalten kann, dass nur sehr wenige Mineralien enthält. Die Stiftung Warentest hat ja selbst Leistungswasser getestet und für sehr gut befunden. Warum also sollte ich ein (teures) Mineralwasser kaufen, das fast keine Mineralien enthält?

Profilbild Stiftung_Warentest am 13.07.2022 um 14:47 Uhr
Nachhaltigkeit von Mineralwässern

@Nee: Von Natur aus perlt in Mineralwasser etwas Kohlensäure aus der Quelle, für stark sprudelndes Classic-Wasser kommt meist technisch hergestellte Kohlensäure hinzu. Sie entsteht bei Gärungs- oder industriellen Herstellungsprozessen als Nebenprodukt und wird in Getränken weiterverwendet. Quellkohlensäure dagegen ist fossilen Ursprungs – CO2, das vor langer Zeit gespeichert wurde, wird wieder freigesetzt.

Nee am 10.07.2022 um 13:37 Uhr
Nachhaltigkeit von Mineralwässern

Wird durch die in D beliebten CO2-haltigen Mineralwässer nicht per se das Klima geschädigt?
Es wird doch CO2 gefördert, dass sonst nicht in der Atmosphäre verteilt würde, sondern im Gestein gespeichert wäre - natürlich sequestriert sozusagen.

Profilbild Stiftung_Warentest am 08.07.2022 um 11:41 Uhr
Wahl der Testwasser

@doityourselfMama: Der Anteil der Mehrwegflaschen (Glas- und PET-Mehrweg) liegt bei etwa 20%. Das heißt 80% aller Mineralwässer werden in Einwegflaschen verkauft. Da wir dem vergleichenden Produkttest verpflichtet sind, müssen wir die jeweils meistverkauften Produkte in unsere Tests einbeziehen. Und da liegen PET-Flaschen weit vor Glasflaschen – allein schon durch den Anteil der Eigenmarken des Handels. Sie machen inzwischen mehr als 50 % des Marktes aus und werden nur in PET-Einweg-Flaschen angeboten. Glasflaschen sind übrigens nur dann eine Alternative, wenn das Wasser aus der Region kommt, denn die Ökobilanz von Glas verschlechtert sich mit zunehmender Länge des Transportweges.