Mineral­wasser im Test

Mineral­wasser, Biowasser, Heil­wasser

Der Durst lässt sich mit verschiedenen Wasser-Arten löschen. Eine kleine Waren­kunde.

Mineral­wasser im Test Testergebnisse für 48 Natürliche Mineralwässer

Inhalt

Was ist natürliches Mineral­wasser?

Am Anfang war jedes natürliche Mineral­wasser Nieder­schlags­wasser, das durch verschiedene Gesteins­schichten in die Erde gesi­ckert ist. Auf seinem Weg in die Tiefe hat es sich beispiels­weise mit Kalzium, Magnesium, Natrium, Kalium oder anderen Mineralstoffen angereichert.

Vor Verunreinigungen geschützt. Nach der Mineral- und Tafel­wasser­ver­ordnung muss Mineral­wasser aus unter­irdischen Wasser­vorkommen stammen, die vor Verunreinigungen geschützt sind. Es muss ursprüng­lich rein sein, an der Quelle abge­füllt werden, in seiner Zusammenset­zung konstant bleiben und amtlich anerkannt sein.

Welches Mineral­wasser eignet sich für Baby­nahrung?

Ein natürliches Mineral­wasser eignet sich dann für die Zubereitung von Säuglings­nahrung, wenn es unter anderem die besonders strengen Grenz­werte für kritische Stoffe und einige Mineralstoffe der Mineral- und Tafel­wasser­ver­ordnung einhält:

  • Natrium – 20 Milligramm pro Liter Wasser (mg/l)
  • Nitrat – 10 mg/l
  • Nitrit – 0,02mg/l
  • Sulfat – 240 mg/l
  • Fluorid – 0,7 mg/l
  • Mangan – 0,05 mg/l
  • Arsen – 0,005 mg/l
  • Uran – 2 µg/l
  • Radium-226 – 125 Millibecquerel pro Liter
  • Radium-228 – 20 Millibecquerel pro Liter.

In unserer Test­tabelle können Sie die Wässer, die als "zur Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignet" beworben werden, filtern. Das haben wir im Labor über­prüft und bestätigt.

Ab wann ist ein Mineral­wasser bio?

2012 urteilte der Bundes­gerichts­hof, dass beim Bio-Mineral­wasser der „Anteil an Rück­ständen und Schad­stoffen besonders nied­rig ist“. Unser Test zeigt: Das bieten auch viele nicht biozertifizierte Wässer. Was bleibt? Die EU vergibt kein Bio-Label, da Mineral­wasser kein land­wirt­schaftlich erzeugtes Lebens­mittel ist.

Strenger, aber uneinheitlich. Die Qualitäts­gemeinschaft Bio-Mineral­wasser und das SGS Institut Fresenius vergeben Bio-Label. Beide sind teils strenger als die Mineral- und Tafel­wasser­ver­ordnung (MTVO) – aber unterschiedlich. Beispiel Nitrat: Der Grenz­wert der Qualitäts­gemeinschaft liegt bei 5 Milligramm, bei Fresenius liegt er bei 10 Milligramm. Die MTVO erlaubt 50 Milligramm – jeweils pro Liter. Auch Öko-Kriterien sind verschieden: Beide erwarten etwa, dass Unternehmen den Wasser­schutz fördern. Aber nur die Qualitäts­gemeinschaft fordert explizit ökologischen Land­bau im ­Einzugs­gebiet der Quelle. Einheitliche Kriterien für Bio-Wässer gibt es nicht. In unserem Mineralwasser-Vergleich sind 7 biozertifizierte Mineralwässer dabei.

Was ist Trink­wasser?

Es wird aus Grund­wasser, Seen, Talsperren, Flüssen und Quellen gewonnen. Das meiste Trink­wasser müssen Wasser­werke aufbereiten. Die Qualität wird so streng kontrolliert wie bei keinem anderen Lebens­mittel in Deutsch­land. Laut Umweltbundesamt hält Leitungs­wasser die Vorgaben der Trink­wasser­ver­ordnung zu 99 Prozent ein. Sobald kritische Keime oder Chemikalien auffallen, müssen Wasser­werke vor dem Verzehr des Trink­wassers warnen.

Problematische Stoffe. Nitrat aus intensiver Land­wirt­schaft belastet zwar mancher­orts das Grund­wasser, aber im Trink­wasser kommt es laut Umwelt­bundes­amt nur in Ausnahme­fällen zu Über­schreitungen – die Wasser­werke können einen Teil des Nitrats entfernen oder verschiedene Wässer miteinander mischen. Schad­stoffe wie Uran und Chrom kommen von Natur aus im Boden vor und können auch ins Trink­wasser übergehen. Das zeigte auch der Trinkwasser-Test von Proben aus 20 deutschen Orten.

Was sind Heil­wasser, Quell­wasser und Tafel­wasser

Heil­wasser wird wie natürliches Mineral­wasser gewonnen, besitzt aber heilende oder lindernde Wirkung. Es ist recht­lich betrachtet kein Lebens­mittel, sondern muss nach dem Arznei­mittel­recht zugelassen werden. Die Anforderungen an Quell­wasser sind nied­riger als für Mineral- und Heil­wasser – es stammt zwar auch aus unter­irdischen Wasser­vorkommen, braucht aber weder eine amtliche Anerkennung noch eine Zulassung. Tafel­wasser ist kein reines Natur­produkt und kann eine beliebige Mischung aus mehreren Wasser­arten sein. Mineralstoffe und Kohlensäure dürfen nach­träglich zugesetzt werden. Tafel­wasser wird mitunter als künst­liches Mineral­wasser bezeichnet.

Grafik: So fördern Mineralbrunnen­betriebe das Wasser

Mineral­wasser im Test - Einige Biowässer und Edelmarken enttäuschen
Mineral­wasser entsteht aus Wasser, das in eine unter­irdische, geschützte, tiefe Quelle sickert. © Kati Hammling

Mineral­wasser im Test Testergebnisse für 48 Natürliche Mineralwässer

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323 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

Profilbild Stiftung_Warentest am 18.11.2021 um 11:52 Uhr
Leitungs­wasser und destilliertes Wasser mischen

@hansewurst: Mischen Sie Leitungs­wasser und destilliertes Wasser im Verhältnis 1:1, wenn Sie in einer Region mit hartem Wasser leben. Verwenden Sie nicht ausschließ­lich destilliertes Wasser – es sei denn, der Anbieter empfiehlt es.

Hansewurst am 18.11.2021 um 09:53 Uhr
Stilles Wasser fürs Bügeleisen?

Mal ein ganz anderer Aspekt: Beim Dampf-Bügeln stören mich regelmässig auftretende Kalkflecken auf der Wäsche. Das Bügeleisen lässt sich nur schwer vom Kalk befreien (wir wohnen in einem Gebiet mit mittlerer Wasserhärte).
Wäre ein günstiges Mineralwasser mit sehr wenig Kalk eine Alternative zum Leitungswasser? - Es geht ja nicht um große Mengen, daher wäre meiner Ansicht nach der Umweltaspekt vertretbar. Destilliertes Wasser ist deutlich teurer und nicht so einfach zu bekommen wie Mineralwasser.
Welches Wasser würden Sie hierfür empfehlen?

Profilbild Stiftung_Warentest am 29.10.2021 um 15:06 Uhr
Fluoridgehalt

@verena155: Den Fluoridgehalt haben wir in der Testtabelle bei den Mineralstoffen aufgelistet.

verena155 am 25.10.2021 um 22:56 Uhr
Fluorid im Mineralwasser

Leider vermisse ich bei Ihrem Test die Angabe ob Fluorid im Mineralwasser enthalten ist. Das fehlt vollständig bei Ihren Angaben, ist für mich aber eine Kaufoption. Fluorid hat meiner Meinung nach im Mineralwasser nichts verloren, wird aber bei den meisten hinzugefügt, zumal es bei mir schwere Nebenwirkungen auslöst. Es gibt nur wenige Mineralwasser die dies nicht enthalten. Die Angabe hätte mir die Kaufentscheidung erleichtert. So muss ich beim Kauf jedes Etikett einer Flasche genau lesen.

manfred.manni am 20.10.2021 um 03:12 Uhr
Lidl Saskia Still Wörth am Rhein

beim Lidl in 97769 gibt es nur die Abfüllung Quelle Wörth am Rhein...können Sie nachtesten?
Deshalb steht auf den Flaschen auch kein test symbol