Mineral­wasser im Test: Die Ergeb­nisse für 32 stille Wässer, 20 Medium-Wässer und 26 Classic-Wässer.

Ursprüng­lich rein und bestenfalls reich an Mineralstoffen – wer stilles Mineral­wasser kauft, will etwas Besseres als Leitungs­wasser. Aber längst nicht jedes Flaschen­wasser erfüllt diese Erwartungen. Das stellt die Stiftung Warentest beim Test von 32 stillen Mineralwässern fest. In jedem zweiten Wasser fanden sich unerwünschte Keime, mehr oder weniger erhöhte Gehalte an kritischen Stoffen, Verunreinigungen aus Land­wirt­schaft und Industrie. Hier finden Sie die Test­ergeb­nisse – auch zu 26 Classic-Wässern und 20 Medium-Wässern.

Stille Wässer sind anfäl­lig für Keime

In Deutsch­land fließt zunehmend stilles Mineral­wasser aus Mineral­wasser­flaschen. Die Sorte verzeichnete 2018 deutlich höhere Verkaufs­zuwächse als die kohlensäurehaltigen Sorten Classic und Medium. Stilles Mineral­wasser wirbt unter anderem damit, mild und harmo­nisch zu sein. Aber es ist anfäl­lig für Keime, weil die Kohlensäure deren Wachs­tum nicht hemmt. Das zeigt der Mineral­wasser-Test von 32 stillen Wässern. Nicht einmal die Hälfte schneidet gut ab. Einige Wässer waren mit Keimarten belastet, die vor allem für Immun­geschwächte ein Risiko darstellen, oder die Gesamt­zahl an Keimen war auffällig.

Nur ein Bio-Wasser gut im Test

Die Stiftung Warentest kritisiert noch mehr: Ein Marken­wasser aus Frank­reich enthielt über­raschend viel Vanadium, das aus vulka­nischen Böden in Mineral­wasser übergehen kann und als möglicher­weise krebs­er­regend gilt. Fünf weitere Wässer waren mit Spuren aus Land­wirt­schaft und Industrie verunreinigt – gesundheitlich ist das absolut unbe­denk­lich, aber nach Ansicht der Tester ein Wider­spruch zur ursprüng­lichen Reinheit. Ursprüng­liche Reinheit bedeutet laut Mineral- und Tafel­wasser­ver­ordnung, dass das Wasser aus einer vor Verunreinigung geschützten Quelle stammen muss. Nur eins von insgesamt sechs Mineralwässern mit Bio-Logo erwies sich als gut. Und: Spezielles Baby-Mineral­wasser ist unnötig.

Das bietet der Mineral­wasser-Test der Stiftung Warentest

Frische Test­ergeb­nisse. Die Tabellen zeigen Bewertungen für 32 stille Mineralwässer aus dem jüngsten Test (test 7/2019). Darunter sind traditionelle Marken wie Gerol­steiner und Adel­holzener, preis­werte Handels­marken von Discountern und Supermärkten sowie die französischen Wässer Volvic, Vittel, Evian und Contrex. Sechs Mineralwässer tragen ein Bio-Logo oder stehen als Baby-Mineral­wasser im Handel.

Wasser für den eigenen Bedarf. In unserem Wasser-Test können Sie aus 78 Mineralwässern jene heraus­filtern, die zu Ihnen passen – etwa kalziumreiche Wässer oder solche, die sich für die Zubereitung von Säuglings­nahrung eignen. Sie finden auch Wässer aus früheren Tests, die weiter unver­ändert auf dem Markt sind – das sind 24 Classic-Mineralwässer sowie 20 Medium-Mineralwässer. Alle Wässer haben wir auf Schad­stoffe, Keime sowie Aussehen, Geruch, Geschmack und Mund­gefühl („sensorisches Urteil“) geprüft.

Hintergrund und Tipps. Die Ernährungs­experten der Stiftung Warentest erklären, warum sich kalziumreiche Wässer lohnen und warum die Auslobung „natrium­arm“ normaler­weise nicht so wichtig ist. Sie erfahren, was Kohlensäure bewirkt, worin sich Trink­wasser, Mineral­wasser und Heil­wasser unterscheiden, welche Mineralstoffe wie wirken und wie das Etikett auf der Flasche zu lesen ist. Zudem gibt es Infos zu Mikro­plastik, Hormonen und Pestiziden, zu verschiedenen Pfand-Systemen sowie zur Ökobilanz von Glasflaschen.

Heft-Artikel. Wenn Sie den Wasser-Test frei­schalten, erhalten Sie auch Zugriff auf die PDFs zu weiteren Veröffentlichungen aus der Zeitschrift test zum Thema Mineral­wasser sowie unseren jüngsten Test von Trink­wasser aus 20 deutschen Städten und Gemeinden.

Still, medium, classic – Mineral­wasser-Tests im Vergleich

Die stillen Mineralwässer schneiden insgesamt schlechter ab als die Classic-Wässer und die Medium-Wässer in den Vorjahren. Das liegt unter anderem daran, dass vergleichs­weise viele stille Wässer bei der mikrobiologischen Prüfung negativ auffielen. Außerdem war bei etlichen Produkten die Kenn­zeichnung nicht stimmig. Die Tester bean­standeten zum Beispiel ein Mineral­wasser mit Bio-Logo, das hinsicht­lich Radium die besonders strengen Anforderungen für Bio-Mineral­wasser nicht einhielt. Wäre das Produkt als herkömm­liches Mineral­wasser bezeichnet gewesen, hätte es kein Problem gehabt.

Mineral­wasser aus der Flasche contra Leitungs­wasser

Die preis­wertesten Mineralwässer kosten nur 13 Cent pro Liter, aber Leitungs­wasser ist 34mal güns­tiger. Die Tester wollten wissen, ob es genauso gut ist wie Mineral­wasser. Sie haben daher im Trink­wasser-Test Wasser­proben aus öffent­lichen Gebäuden in 20 Städten und Gemeinden auf 126 kritische Stoffe wie Medikamente, Pestizide und Nitrat analysiert. Ausgewählt wurden Orte mit einem gewissen Risiko für die Trink­wasser­qualität. Dazu gehören etwa die fünf größten deutsche Städte, wo über besonders viele Haushalte und Kliniken unerwünschte Stoffe ins Abwasser gelangen können sowie unter anderem drei nord­west­deutsche Orte, wo durch intensive Schweine­zucht ein Über­maß an Nitrat ins Grund­wasser gelangen kann. Die Resultate: In fast allen Wässern fanden sich Spuren aus der Umwelt, aber sie geben keinen Anlass, sich um seine Gesundheit zu sorgen.

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Mehr Mineralstoffe in manchem Trink­wasser als in natürlichem Mineral­wasser

Im Test von stillen Mineralwässern zeigte sich, dass etliche Mineralwässer nur mit geringen Mengen an Mineralstoffen aufwarten. Nicht wenige unterbieten sogar den durch­schnitt­lichen Mineral­stoff­gehalt der Trink­wasser­proben im Test. Recht­lich ist das in Ordnung. Seit einer EU-Harmonisierung von 1980 muss natürliches Mineral­wasser keinen Mindest­gehalt an Mineralstoffen mehr aufweisen – früher waren es mindestens 1 000 Milligramm gelöste Mineralstoffe pro Liter. Da reichen in unseren Tests nur noch einige Wässer heran.

Zu den Mineralwässern mit hohem Mineralstoffgehalt

Leitungs­wasser strapaziert Umwelt deutlich weniger als Mineral­wasser

Die meisten Mineralwässer sind in PET-Flaschen abge­füllt, einzelne auch in Glasflaschen oder Kartons. Die Herstellung sämtlicher Verpackungen, der Trans­port der Produkte vom Brunnen in den Handel und nach Hause, das Wieder­verwerten und Entsorgen der Flaschen verbraucht Ressourcen und Energie. Auch wenn sich die Ökobilanzen der Flaschen­typen und Kartons voneinander unterscheiden und Umwelt­experten klar zu Mehrweg- statt Einwegsystemen raten, bezeichnet das Umwelt­bundes­amt Trink­wasser als das „umweltfreundlichste Getränk“. Es erzeuge weniger als ein Prozent der Umwelt­belastungen, die Mineral­wasser verursacht. Wer Wasser­flaschen einsparen möchte, kann Leitungs­wasser mit einem Wasser­sprudler zuhause aufsprudeln. Gute Geräte finden sich im Test von Wassersprudlern.

Mineralwässer nicht auf Mikro­plastik geprüft

Seit einigen Jahren beschäftigt das Thema Mikro­plastik in Mineral­wasser die Wissenschaft, Verbraucher und Mineralbrunnen­betriebe. Im Jahr 2017 hatte das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Münsterland-Emscher-Lippe in einer Studie mit 34 Mineralwässern Mikro­plastik nachgewiesen – offen­bar stammte das meiste aus dem Flaschenmaterial. Die Forschung läuft auf Hoch­touren, aber es liegen noch keine stan­dardisierten Analysemethoden für die Routineanalytik vor, um die Mengen und Eintrags­wege von Mikro­plastik in Lebens­mitteln verläss­lich bestimmen zu können. Auch lässt sich das Gesund­heits­risiko durch verschluckte Mikro­plastikpartikel bislang nicht bewerten. Darum haben auch wir weder Mineral- noch Trink­wasser auf Mikro­plastik analysiert.

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