Magnet-Nachschärfgerät: Stumpf geblieben

Placeboeffekte aber denkbar.

Rasierklingen kosten mitunter viel Geld. Die teuerste Schneide in unserem Test liegt bei 2,19 Euro. Umgerechnet auf die durchschnittliche Lebensdauer schlägt damit jede Rasur mit 22 Cent zu Buche. Da klingt verlockend, was der „Blade Master“ verspricht: Eine Rasierklinge soll bis zu viermal länger halten – durch einfache Lagerung auf dem Gerät. Ein Magnet im Innern soll verhindern, dass die Schneidkanten verbiegen, und so die Schärfe erhalten. Das klingt unrealistisch, weil Magnetkräfte dafür zu schwach sind. Wir wollten es dennoch genau wissen und haben das Gerät getestet.

Fünf Männer haben sich drei Monate lang unter Testbedingungen rasiert. Dazu bekamen sie morgens mal eine Blade-Master-gelagerte, mal eine unbehandelte Klinge (zufällig ausgewählt und ohne ihr Wissen) ausgehändigt. Nach der Rasur schätzten sie die Schärfe der Klinge ein. Eine Klinge galt als verbraucht, wenn sie zweimal hintereinander als unbrauchbar bezeichnet wurde. Das Ergebnis: Eine objektive Wirksamkeit des Blade Masters auf die Lebensdauer von Rasierklingen kann nicht bestätigt werden.

Ein Placeboeffekt als psychologische Wirkung ist aber durchaus denkbar. Der Test offenbarte einen recht großen subjektiven Spielraum, eine Klinge als un­brauchbar einzuschätzen. Wer sich für stolze 16 Euro den Blade Master zulegt und an dessen Wirksamkeit glaubt, der mag seine Klinge weit über das gewohnte Maß hinaus nutzen. Das spart auch Geld – ist aber nicht im Sinne des Erfinders.

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