Nass­rasierer Test

Vom billigen Einwegschrapper bis zum vibrierenden Hightech-Scher­system reicht die Testpalette. Gillette setzt sich im Duell gegen Wilkinson eindeutig durch.

Gillette und Wilkinson Sword heißen die beiden großen Namen am Nass­rasierermarkt. Sie liefern sich eine scharfe Konkurrenz um die beste Klingen­konstruktion. Sie machen die Rasierer zu kleinen tech­nischen Wund­erwerken, deren Scherköpfe viele Patente aufweisen und mit immer mehr Klingen protzen.

Gefecht um die beste Konstruktion

Die Scherköpfe moderner Nass­rasierer sind komplexe Systeme mit bis zu sechs Klingen hinter­einander und oft einem separaten Konturen­schneider an der Oberkante. Der lässt sich besonders gut an den Koteletten oder unter der Nase einsetzen. Ein Haut­straffer, eine Gummi­lamelle und ein Gleit­streifen neben dem Klingen­block gehören inzwischen zur üblichen Ausstattung von Nass­rasierern.

Gleich fünf Gillette-Rasierer vorn

Im Test hat Gillette die Nase vorn. Gleich fünf Typen liegen vor dem Topmodell Hydro 5 von Wilkinson, das nicht einmal den schon einige Jahre alten Drei-Klingen-Rasierer Mach3 von Gillette schlägt. Unter den fünf besten Rasierern befinden sich die beiden sehr guten Gillette-Modelle Fusion Proglide und Fusion Proglide Power.

Der Proglide Power lässt den Scher­kopf auf Knopf­druck batterie­betrieben vibrieren. Das ist jedoch nicht der Grund dafür, dass er sowohl bei der täglichen Rasur als auch beim Drei-Tage-Bart eine Idee besser abschneidet als der Proglide ohne Batterie. Das Scher­system unterscheidet sich. Ein Mikrokamm vor dem Klingen­block fädelt beim Proglide Power die Bart­haare ein und liefert sie ans Messer.

Das beste Modell des Konkurrenten Wilkinson Sword, der Hydro 5, folgt gleich hinter den Gillette-Rasierern. Kaum schlechter, aber deutlich güns­tiger sind die besten Discounter-Nass­rasierer Balea men Revolution 5.1 von dm und Cerrus Pace 6 von Ross­mann sowie deren baugleiche Modelle siehe Tabelle. Denn neben Gillette und Wilkinson kommen im Test noch etliche eher preis­werte Rasierer der verschiedenen Handels­ketten hinzu, die sich oft als baugleich erweisen. Insgesamt stehen damit 42 Nass­rasierer zur Auswahl. Sie mussten ein anspruchs­volles, umfang­reiches Prüf­programm durch­laufen.

Weicher Flaum und Kupferdraht

55 Prüf­personen boten alle möglichen Varianten männ­lichen Bart­wuchses: Der Jüngling mit weichem Flaum und sensibler Haut war ebenso vertreten wie das gestandene Manns­bild mit sonnengegerbter Haut und Bart­stoppeln wie aus Kupferdraht. Bewertet wurden indes nur die Probanden mit normalem bis etwas stärkerem Bart­wuchs sowie normaler bis etwas sensiblerer Haut. Die Frage nach der Halt­barkeit der Klingen lässt sich nicht pauschal beant­worten. Zu unterschiedlich ist die Beschaffenheit der Bärte von Mann zu Mann. Dennoch sind die Klingen bei einigen Rasierern nur ausreichend halt­bar, was dann zur Abwertung des test-Qualitäts­urteils führte. Das betraf die Wilkinson-Modelle Protector 3 und Extra2 sowie den Prince Maximum 3 von Aldi (Süd) mit seinen drei baugleichen Modellen Man Maximum 3 von Aldi (Nord), Balea men Matrix 3 von dm und M-Man Sleek III von Müller.

Gillette Proglide schont die Haut sehr

Nass­rasierer Test

Deutlicher Unterschied unter dem Mikroskop: Weniger Stoppeln bei der guten Rasur, daneben eine schlechte Rasur.

Deutlicher Unterschied unter dem Mikroskop: Weniger Stoppeln bei der guten Rasur, daneben eine schlechte Rasur.

Je nach Qualität des Scher­systems muss man für ein sauberes Ergebnis mehr­fach über die gleiche Haut­partie schaben und dabei auch stärker aufdrücken, was die Haut natürlich mehr strapaziert. Die Rasiergüte lässt sich aber dadurch trotzdem nicht immer weiter verbessern, weil sie eben nicht nur von der Schärfe der Klingen abhängt, sondern auch von deren Anzahl, Abstand, Winkel und so weiter.

Nach der täglichen Rasur, aber auch nach dem Entfernen eines Drei-Tage-Barts beur­teilten die Probanden und ein Fachmann die Gründlich­keit der Rasur an den unterschiedlichen Gesichts­partien, zum Beispiel an der Wange, am Kinn und am Hals. Sie notierten aber auch, ob während oder nach der Rasur ein unangenehmes Brennen oder Hautrötungen auftraten oder gar Verletzungen sicht­bar wurden. Eine sehr gute Hautschonung bieten nur die beiden Fusion-Proglide-Modelle von Gillette.

Insgesamt schneiden die getesteten Rasierer mit Wechsel­klingen auch im Prüf­punkt Hautschonung meistens besser ab als die Einwegklingen. Da schont nur der Wilkinson Sword Xtreme3 die Haut gut. Die schlechteste Hautschonung bietet die Cerrus men Doppel­klinge von Ross­mann, die in dem Punkt nur ausreichend ist.

Einwegrasierer mit Schwächen

Die güns­tigen Einwegrasierer schneiden im Test schlechter ab als die zum Teil sehr aufwendig gestalteten Systemrasierer mit Wechsel­klingen. Der Wilkinson Sword Xtreme3 Sensitive schafft als einziger Einwegrasierer noch ein knappes Gut. Hier muss sich Konkurrent Gillette beim Rasier­komfort knapp geschlagen geben. Seine Modelle Sensor3 und Blue3 sensitive verpassten beim Rasieren und in der Hautschonung beide die Note Gut nur haarscharf. Bei den übrigen geprüften Einwegrasierern bemängelten die Probanden nicht nur die schlechtere Rasier­leistung, sondern auch die Unhand­lich­keit der Rasierer. Mit den dünnen, manchmal kaum profilierten Plastikgriffen lassen sich die leichten Einwegschrapper deutlich schlechter über die Gesichts­kontur manövrieren als mit den ergono­misch geformten Hand­schmeich­lern der teureren Systemrasierer.

Preise und Halt­barkeit

Mit 16 Euro ist der beste Rasierer im Test auch der teuerste. Der Gillette Fusion Proglide Power rasiert jedoch nicht nur am gründlichsten, sondern er hält auch am längsten. Sparen Sie beim Rasierer nicht am falschen Ende: Wer Wilkinsons Protector3 für nur 3 Euro oder Aldis Prince für 3,80 Euro kauft, verbraucht erheblich mehr Klingen und ist trotzdem deutlich schlechter rasiert. Sparen lässt sich bei den Ersatz­klingen. Sie werden oft in verschiedenen Packungs­größen angeboten – mit einem unterschiedlichen Stück­preis. Achten Sie beim Kauf also nicht nur auf den Preis, sondern auch auf den Inhalt. In der Regel ergeben die Groß­packungen den güns­tigsten Einzel­preis, aber nicht immer. Die Ersatz­scherköpfe für den Gillette Mach3 kosten in der 12er-Packung 23,10 Euro, also 1,93 pro Stück, in der 8er-Packung zu 15 Euro allerdings nur 1,88 Euro pro Stück. Am teuersten sind die Wechsel­klingen für den Testsieger Gillette Fusion Proglide Power in der 4er-Packung zu 22 Euro, was einen Stück­preis von 5,50 Euro ergibt.

Vom besten Einwegrasierer im Test, dem Wilkinson Sword Xtreme3 Sensitive, kostet eine 6er-Packung etwa 5,05 Euro. Das macht pro Stück etwa 84 Cent. Für diesen Preis gibt es von Ross­manns Cerrus men Doppel­klingen-Rasierer fast einen Fünfer­pack. Seine Rasiergüte, Hautschonung und Halt­barkeit sind aber nur ausreichend.

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