Barfen: Roh, aber richtig

„Ich bin vom Barfen über­zeugt. Es kommt dem natürlichen Beutetier am nächsten.“, Michaela Krause, Beraterin im Leser­service test, mit ihren Portugiesischen Wasser­hunden Pepe und Lucy

Wer seinem Hund rohes Futter geben will, muss die richtige Ration finden und sehr auf Hygiene achten.

Fertige Barf-Menüs kommen nicht an die Ausgewogenheit vieler Dosenfutter heran, zeigt unser Test. Barf ist die Abkür­zung für biologisches, artgerechtes Rohfutter. Die meisten Barfer stellen es selbst zusammen.

Welche Vorteile hat das Barfen?

Seine Anhänger halten es für artgerecht und natürlich. Sie orientieren sich bei den Zutaten an Beutetieren des Wolfs. Im Vergleich zu Fertigfutter ist das Eiweiß von Rohfleisch für Hunde etwas besser verdaulich. Empfindliche Tiere können übers Barfen verträglichere Mahl­zeiten bekommen.

Welche Zutaten eignen sich?

„Barf-Bowl“. Pepe und Lucy fressen gewolften Rindermix, Gemüse wie Salat und Möhren, Ei, Kerne, Kräuter, Lein­samen und Leinöl.

Neben Muskel­fleisch, zu dem auch Herz zählt, kommen Knochen infrage. Dazu Innereien wie Leber und Pansen, Knorpel wie Rinde­rohr, Neben­produkte wie Euter, Klauen, Blut. Hinzu kommen Gemüse, Obst, Fett, Seealgenmehl, Ergän­zungs­futtermittel – und je nach Wunsch des Halters Getreide. Beliebt sind auch Fisch, Eier, Milch­produkte, Nüsse, Samen und Kräuter. Barfer kaufen Zutaten meist einzeln bei Fleischern, im Fach­handel, Internet oder in den größer werdenden Zooabtei­lungen von Baumärkten und Gartencentern.

Welche Zutaten sind tabu?

Rohes Schweine­fleisch kann das für Hunde tödliche Aujeszky-Virus enthalten. Avocados, rohe Kartoffeln, Tomaten, Trauben, Zwiebeln und Knoblauch bergen ebenso Stoffe, die Hunde nicht vertragen. Schlund kann noch Schild­drüsenhormone enthalten – nur in Maßen verfüttern.

Wie finde ich die richtige Ration?

Die Berechnung muss individuell erfolgen. Die Ration hängt von Gewicht, Rasse und Aktivität des Hundes ab. Barfer sollten sie von Tier­ärzten berechnen lassen, die sich im Bereich Tier­ernährung oder Ernährungs­beratung qualifiziert haben. Rezepte im Internet oder in Büchern decken den Bedarf meist nicht ab. Wie kompliziert ein Rezept ist, zeigt dieses Beispiel für unseren Modell­hund, der 15 Kilo wiegt, mäßig aktiv ist und am Tag 724 Kilokalorien braucht. Eine Barf-Tages­portion sähe für ihn so aus:140 Gramm Muskel­fleisch vom Rind (8 Prozent Fett), 45 Gramm grüner Rinderpansen, 50 Gramm Rinderniere, 10 Gramm Hühnerhälse, 20 Gramm Magerquark, 40 Gramm unmi­neralisierte Haferflocken, je 50 Gramm Karotten, Zucchini, Äpfel und Banane,10 Gramm Sonnenblumenöl, 5 Gramm Lachsöl, 2 Gramm Eierschalenpulver (mit 39 Prozent Kalzium, 1 Prozent Phosphor), eine Tablette à 25 Milligramm Zink und 1,5 Milligramm Kupfer, 2,25 Tabletten à 100 Mikrogramm Jod, 2 Gramm Dorsch­lebertran (mit 110 000 I.E. Vitamin A und 8 100 I.E. Vitamin D pro 100 Gramm).

Welche Hygiene-Regeln sind wichtig?

In Haushalten, in denen Immun­schwache, Senioren, Schwangere oder Klein­kinder leben, sollten Tiere besser kein rohes Fleisch bekommen. Es kann krankmachende Keime enthalten, die auf Menschen über­trag­bar sind. Das Fleisch sollte stets gekühlt werden, sonst verdirbt es. Idealer­weise lagern Fleisch und Innereien fürs Tier in einem separaten Kühl­schrank und werden auf einer eigenen Arbeits­platte zubereitet. Für Urlaub mit Hund heißt das: Nicht tage­lang mit gefrorenem Fleisch umherfahren, sondern Zutaten frisch vor Ort besorgen.

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TestHundefutter24.07.2019
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