Nasenspray Test

Bei Schnupfen können salzhaltige Nasensprays nützlich sein. Wir haben geprüft, ob auch preiswerte Sprays aus Drogerien in Ordnung sind oder ob es aus der Apotheke sein muss.

Nasenspray Test

Neben Apotheken bieten auch Drogerien, Supermärkte und Lebensmitteldiscounter salzhaltige Nasensprays an. Sie befeuchten die Nasenschleimhaut bei trockener Außenluft oder reinigen sie bei Schnupfen.

Verlockende Düfte, ätzender Gestank – die Nase ist immer im Dienst, signalisiert Sicherheit oder Gefahr. Ihre wichtigste Aufgabe als Wächter des menschlichen Körpers verrichtet sie fast unbemerkt: Sie reinigt die Atemluft, wärmt sie vor und feuchtet sie an, bevor die Lunge den lebenswichtigen Sauerstoff aufnimmt.

Nasenspray Test

Die Luftfeuchtigkeit erhöhen und die Räume regelmäßig lüften – auch das hilft gegen Atembeschwerden bei verschnupfter oder trockener Nase. Ein Kopfdampfbad kann ebenfalls Beschwerden lindern.

Mehr als 10 000 Liter Luft strömen täglich durch die Atemwege. Wie ein Filter fängt die Nase Fremd- und Schadstoffe ab. Haare stoppen schon am Naseneingang Insekten und andere größere Störenfriede. Kleinere Teilchen wie Staub, Viren oder Bakterien lagern sich im Nasenschleim ab, und Milliarden von Flimmerhärchen transportieren den Schleim in wellenartigen Bewegungen in Richtung Rachen. Dann wird er verschluckt, und die

Magensäure macht Krankheitserregern den Garaus.

Auch Husten und Niesen setzt der Körper als Abwehrstrategie zum Selbstschutz ein. Auf diese Weise schleudert er Viren, Bakterien und Fremdkörper aus dem Atemtrakt – zum Leidwesen der Mitmenschen, denn Erkältungskrankheiten werden hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion übertragen.

Wenn es Erkältungsviren gelingt, die einfachen Wachposten des Immunsystems zu überlisten, dringen sie in die Schleimhautzellen von Nase und Rachen ein und vermehren sich dort. Bei einem Schnupfen entzündet sich die Nasenschleimhaut und sondert vermehrt Sekret ab, das die Flimmerhärchen geradezu überschwemmt. Sie können dann ihrer Reinigungsfunktion nicht mehr nachkommen.

14 salzhaltige Sprays im Test

Zur Pflege der Nasenschleimhaut – auch bei Schnupfen – werden seit einiger Zeit vermehrt salzhaltige Nasensprays angeboten. Apotheken verkaufen sie, aber auch Discounter, Supermärkte und Drogeriemarktketten, meist sogar wesentlich preisgünstiger. Wir wollten wissen, ob die Billigprodukte unbedenklich genutzt werden können. Exemplarisch prüften wir 14 Salzsprays ohne Konservierungsstoffe. Es handelt sich um isotonische Koch-, Meer- oder Mineralsalzlösungen. Solche salzigen Wasserlösungen werden auch als „physiologisch“ bezeichnet – das heißt, ihr Salzgehalt entspricht demjenigen des menschlichen Bluts und anderer Körperflüssigkeiten.

Sie befeuchten und reinigen

Physiologische Salzlösungen gelten als gut verträglich. Anwendungsrisiken oder Nebenwirkungen sind nicht zu erwarten. Die Salzsprays befeuchten die Nasenschleimhaut, zum Beispiel bei trockener Außenluft während der Heizperiode im Winter oder in klimatisierten Räumen im Sommer. Bei Schnupfen reinigen sie die Nase, verflüssigen den Schleim und lösen verkrustete Borken ab (siehe auch Interview).

Sie erfüllen alle Anforderungen

Nasenspray Test

Sowohl in den chemisch-technischen als auch in den mikrobiologischen Prüfungen erfüllten die Sprays alle Anforderungen:

  • Die Salzkonzentration stimmte – alle Lösungen waren tatsächlich isotonisch.
  • Im Test gab es keine Hinweise auf Konservierungsmittelzusätze. Unkonservierte Mittel sind generell vorzuziehen, da Konservierungsstoffe die Nasenschleimhaut auf Dauer schädigen können.
  • Die frischen salzhaltigen Nasensprays waren nicht mit Keimen belastet.
  • Die Sprühdüsen erwiesen sich nach Prüfungen in keimbelasteter feuchter Luft und verkeimter Flüssigkeit als keimdicht (siehe auch Grafik).
  • Die Sprühfläschchen lassen sich gut bedienen. Lediglich die relativ schmalen Griffflächen empfanden einige Prüfpersonen als unkomfortabel.

Sprays schon ab 1,75 Euro

Die preisgünstigen Salzsprays aus Drogerie- und Supermärkten, die es ab 1,75 Euro pro 20 Milliliter zu kaufen gibt, erwiesen sich damit als ebenso sicher wie Sprays aus der Apotheke. Bis auf das Emser Nasenspray – 5,15 Euro für 15 Milliliter – sind alle als Medizinprodukte zugelassen, nicht als Arzneimittel. Äußerlich sind sie kaum zu unterscheiden, doch das Prüfverfahren für Arzneimittel ist wesentlich strenger und verlangt vom Hersteller umfangreiche klinische Studien mit Anwendungs- und Wirksamkeitsnachweisen. Den Verbrauchern ist das meist nicht bewusst, und bei den geprüften Salzlösungen ist es auch kein Problem, denn es handelt sich nur um Pflegeprodukte. Bei anderen Medizinprodukten, die leicht mit Arzneimitteln zu verwechseln sind – wie einige Schlankheitsmittel – kann das jedoch kritisch sein.

Alle Salzarten sind gleichwertig

Nasenspray Test

Eine isotonische Salzlösung lässt sich mit abgekochtem Wasser auch selbst herstellen. Bei Babyschnupfen werden solche Lösungen als erste Maßnahme empfohlen. Für die Schleimhaut sind sie verträglicher als abschwellende Nasentropfen.

Kochsalzlösungen befeuchten und rei­nigen die Nase genauso gut wie Meersalz­lösungen oder mineralstoffhaltiges Quellwasser. Die Salzlösungen sind gleichwertig. Wenig geeignet sind die salzhaltigen Nasensprays jedoch zur Abschwellung der Nasenschleimhaut. Hierzu eignen sich schleimhautabschwellende Sprays oder Tropfen. Solche Arzneimittel sollten aber nur wenige Tage angewendet werden, denn ansonsten können sie die Nasenschleimhaut schädigen.

Isotonische Salzlösungen dagegen können auch über einen längeren Zeitraum angewendet werden. Eine Daueranwendung zur täglichen Nasenhygiene ist jedoch übertrieben. Die Nase reinigt sich meist über die körpereigenen Mechanismen von allein.

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