Heirat und Scheidung: Standes­amt für neuen Namen zuständig

Eine Namens­änderung im Zuge einer Heirat oder Scheidung ist unkompliziert (zivilrecht­liche Namens­änderung). Anders als bei öffent­lich-recht­lichen Änderungen (Unser Rat) müssen alle Erklärungen zu Geburts-, Ehe- und Familien­namen persönlich beim Standes­amt erfolgen. Um Anfahrtsweg und Kosten zu sparen, kann das Vorsprechen beim Standes­amt des Wohn­sitzes statt­finden. Die Bearbeiter dort können die Erklärung dann an das Standes­amt des Geburts­orts über­senden.

Ehe- und Familien­name. Einen Ehe- oder Familien­namen bestimmt man bei dem Standes­amt, in dem die Hoch­zeit statt­gefunden hat. Dieser Ehename kann noch Jahre nach der Hoch­zeit bestimmt werden. Es gibt keine Frist. Der gemein­same Ehe- oder Familien­name ist derjenige, der auch für die Kinder dieser Ehe gilt. Ein Partner kann zwar einen Doppel­namen aus Geburts- und Ehenamen tragen – Müller-Schmidt oder Schmidt-Müller, die Reihen­folge ist mitt­lerweile egal – aber für die Kinder müssen sich die Eltern auf einen Nach­namen einigen. Dieser Name wird auto­matisch zum Geburts­namen für alle weiteren Kinder. Einen Familien­namen für die Kinder müssen auch unver­heiratete Eltern bestimmen. Erklären sie beim Jugend­amt, dass sie die elterliche Sorge gemein­sam tragen, so müssen sie dort einen Familien­namen bestimmen. Diesen können sie nur bis drei Monate nach der Erklärung ändern lassen. Danach geht eine Nach­namens­änderung für das Kind nur noch mit einem Antrag als öffent­lich-recht­liche Namens­änderung, wenn ein guter Grund vorliegt.

Scheidung. Wer nach einer Scheidung wieder seinen Geburts­namen annehmen möchte, kann das per Erklärung beim Standes­amt tun. Zuständig ist das Standes­amt des Geburts­orts. Ein Kind kann den Nach­namen seines Vaters oder seiner Mutter übrigens auch ablegen, wenn dieser oder diese dagegen ist. Das geht auf einen Beschluss des Ober­landes­gerichts (OLG) Frank­furt zurück. Verhandelt wurde der Fall eines Mädchens, das nach dem Willen seiner Mutter den Nach­namen des neuen Ehemanns erhalten sollte. Auch das Mädchen wollte die Namens­änderung. Die Mutter hatte bereits den neuen Nach­namen angenommen, auch das gemein­same Kind aus der Ehe trägt ihn. Der leibliche Vater, zu dem das Mädchen seit Jahren keinen Kontakt hat, hatte der Namens­änderung wider­sprochen. Das OLG ­entschied, dass die ­Belastung durch ­eine Namens­verschiedenheit zur Mutter und der Halb­schwester zu groß sei (Az. 1 UF 140/19).

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