Nahrungsmittelaktien Special

Nahrungsmittel und Getränke sind auch in Krisenzeiten gefragt. Davon profitieren die Herstellerfirmen und ihre Aktionäre.

Wirtschaftsflauten und Finanzkrisen treffen zwar fast alle Unternehmen, aber die Ernährungsbranche kommt erfahrungsgemäß meist glimpflich davon.

Das zeigte sich auch in den Börsenturbulenzen der vergangenen fünf Jahre, von denen die Ernährungsindustrie wenig spürte. Der Branchenführer Nestlé verdiente allein im vergangenen Jahr rund 8 Milliarden Euro und verspricht seinen Aktionären auch weiterhin kontinuierliches Wachstum.

Verlässlicher Renditebringer

Ob Anleger sich aus ethisch-ökologischer Sicht mit dem oft kritisierten Unternehmen anfreunden können, sei dahingestellt. Als Renditebringer war Nestlé in der Vergangenheit jedenfalls sehr verlässlich. Nicht nur der Aktienkurs erreichte erst kürzlich ein neues Allzeithoch, auch die Ausschüttung an die Aktionäre wurde seit 16 Jahren kontinuierlich gesteigert.

Die Nestlé-Aktie hatte geringere Wertschwankungen als manch ein weltweit streuender Aktienfonds. Dennoch bleiben auch bei einem als kreuzsolide geltenden Unternehmen erhebliche Risiken für Anleger.

Denn wer weiß schon, ob sich Nespresso-Kapseln, Buitoni-Nudeln und Mövenpick-Eis auch künftig gut verkaufen? Weltbekannte Marken leben auch von ihrem Image, das unter unvorhersehbaren Pannen oder Skandalen leiden kann.

Bessere Streuung mit Indexfonds

Mit einem Branchenfonds können Anleger das Risiko herabsetzen, denn er bündelt die Aktien mehrerer Hersteller. Günstig und bequem sind Indexfonds, sogenannte ETF (Exchange Traded Funds). Sie haben gegenüber aktiv gemanagten Fonds den Vorteil, dass sich Anleger keine Gedanken übers Fondsmanagement machen müssen.

Der bekannteste Index aus dem Ernährungssektor, der DJ Stoxx 600 Food and Beverage, fasst die wichtigsten europäischen Branchenvertreter zusammen. Sie sind global aktiv und meist auch in Entwicklungsländern stark vertreten.

Die Nestlé-Aktie hat als größte Einzelposition zurzeit einen Indexanteil von knapp 30 Prozent. Dahinter folgen Unternehmen wie Unilever (Knorr, Langnese), Diageo (Guiness-Bier, Spirituosen) und der belgische Brauerei-Konzern Anheuser-Busch InBev ( Beck’s Bier).

Anleger können sich an der Entwicklung des Indexes mit verschiedenen ETF beteiligen. Der einzige Fonds, der die Originalaktien des Indexes enthält, stammt von iShares und hat die Isin DE 000 A0H 08H 3.

Die Fonds von Comstage (Isin: LU 037 843 580 3), db x-trackers (Isin: LU 029 210 535 9) und Lyxor (Isin: FR 001 034 486 1) setzen dagegen auf eine künstliche Nachbildung und zeichnen die Indexentwicklung mithilfe von Tauschgeschäften (Swaps) nach. Gleiches gilt für Source (Isin: IE 00B 5MT YL8 4), dessen ETF außerdem für jede Einzelposition höchstens 20 Prozent zulässt.

Tipp: Ein Branchen-ETF ist kein Ersatz für einen breit anlegenden Aktienfonds Welt oder Europa. Eine bis zu 10-prozentige Depotbeimischung ist aber vertretbar.

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