Nahrungs­ergän­zungs­mittel für Schwangere

So haben wir getestet

Inhalt

Im Test: 17 exemplarisch ausgewählte Nahrungs­ergän­zungs­mittel, die von den Anbietern für Frauen mit Kinder­wunsch und/oder in der Früh­schwangerschaft beworben werden. Drei Produkte sind Folsäure-Mono­präparate, der Rest Vitamin-/Mineral­stoff­mischungen. Einge­kauft haben wir im Dezember 2018 und Januar 2019. Die Preise ermittelten wir durch Befragen der Anbieter im April 2019. Den Preis pro Tag berechneten wir für die kleinste Packung anhand der Dosierungs­empfehlung für die ersten drei Schwanger­schafts­monate.

Wir prüften, ob die angegebenen Dosierungen den Empfehlungen der deutsch­sprachigen Fachgesell­schaften (D-A-CH), des bundes­weiten Netz­werks „Gesund ins Leben“, des Bundes­instituts für Risiko­bewertung (BfR) oder der europäischen Lebens­mittel­behörde Efsa entsprechen. Gesetzliche Grenzen für die Nähr­stoff­dosierung von Nahrungs­ergän­zungs­mitteln gibt es nicht. Wir beachteten medizi­nische Studien nach dem aktuellen wissenschaftlichen Kennt­nisstand, Veröffent­lichungen von Fachgesell­schaften, von der Europäischen Behörde für Lebens­mittel­sicherheit Efsa und nationalen Behörden sowie auch Rechts­vorschriften, wie zum Beispiel die Health-Claims-Verordnung zu gesund­heits­bezogenen Werbe­slogans auf Lebens­mitteln.

Je nach Deklaration auf der Verpackung bestimmten wir folgende ausgewählte Inhalts­stoffe der Präparate durch Analysen im Labor:

  • Vitamin A in Anlehnung an ASU L 00.00–63/1 : 2015
  • Vitamin B1 in Anlehnung an ASU L 00.00–83 : 2015
  • Vitamin B2 in Anlehnung an ASU L 00.00–84:2015
  • Vitamin B5 in Anlehnung mittels HPLC-UV
  • Vitamin B6 in Anlehnung an ASU L 00.00–97 : 2006
  • Vitamin B12 mittels HPLC-MS/MS
  • Vitamin C mittels HPLC
  • Vitamin D in Anlehnung an ASU L 00.00–61:2010
  • Vitamin E in Anlehnung an ASU L 00.00–62 : 2015
  • Vitamin K1 in Anlehnung an ASU L 00.00–86 : 2004
  • Biotin in Anlehnung mittels HPLC-UV
  • ß-Carotin in Anlehnung an DIN EN 12823–2 : 2000
  • Folsäure in Anlehnung mittels HPLC-UV
  • Niacin mittels HPLC-UV
  • Jod mittels ASU L 00.00–93: 2008
  • Kalzium, Magnesium, Eisen und Zink in Anlehnung an ASU L 00.00–144: 2013
  • Selen Molybdän, Chrom in Anlehnung an DIN EN 15763:2010
  • Kupfer, Mangan in Anlehnung an ASU L 00.00–135 : 2011
  • Fett­säuren nach DGF C-VI 10a / 11d: 2016
  • Gesamt­fett in Anlehnung an ASU L 13.05–3:2002
  • Milchsäurebakterien in Anlehnung an ISO 15214: 1998

Wir prüften, wie weit die von uns ermittelten Gehalte von denen auf der Verpackung abwichen. Alle Produkte hielten die deklarierten Werte ein.

Zusätzliche Unter­suchungen

Waren pflanzliche Bestand­teile deklariert, prüften wir auf Pyrrolizidinalkaloide und deren N-Oxide in Anlehnung an die BfR-Methode nach Fest­phasen­extraktion mittels LC-MS/MS. Außerdem untersuchten wir die Produkte auf Rück­stände und Kontaminanten wie Arsen, Blei, Kadmium, Queck­silber nach ASU L 00.00–135:2011 und Nickel in Anlehnung an ASU L 00.00–135:2011 sowie anorganisches Arsen in Anlehnung an ASU L 25.06–1: 2008. Kein Nahrungs­ergän­zungs­mittel zeigte auffällige Ergeb­nisse.

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LottaMotta am 21.08.2021 um 07:44 Uhr

Kommentar vom Administrator gelöscht. Grund: Schleichwerbung

Profilbild Stiftung_Warentest am 09.07.2021 um 12:52 Uhr
Folsäure

@kissingl: In Nahrungsergänzungsmitteln dürfen Pteroylmonoglutamat (Folsäure) und Calcium-L-Methylfolat als Folatquellen eingesetzt werden. Die Bioverfügbarkeit von Calcium-L-Methylfolat ist vergleichbar mit der von Pteroylmonoglutamat, die zu fast 100 Prozent vom Körper aufgenommen werden kann. Calcium-L-Methylfolat kann jedoch nach Aufnahme in den Organismus direkt in den Folatstoffwechsel einfließen, während Folsäure zunächst in mehreren Schritten in die bioaktive Form (5-Methyl-THF), umgewandelt werden muss. Siehe hierzu auch https://www.bfr.bund.de/cm/343/hoechstmengenvorschlaege-fuer-folsaeure-in-lebensmitteln-inklusive-nahrungsergaenzungsmitteln.pdf (SL/HD)

LottaMotta am 12.06.2021 um 07:46 Uhr
die Schwangerschaft

Ob auf natürlichem Wege oder durch künstliche Befruchtung Bei der Erschaffung menschlichen Lebens besteht kein göttlicher Funke, keine Magie oder sonstiges, es ist ein biologisch "relativ" gut verstandener Prozess, der durch medizinische Forschung und Technologie durchgeführt werden kann.
In ein paar Generationen existieren wahrscheinlich "künstlich" perfekte Uteri (Zeugung und Reifung der Kinder in der künstlichen Gebärmutter wird in der Ukraine voraussichtlich bald legalisiert) und es wird normal sein, dass man sein genetisch optimiertes Kind dadurch austrägt. Frauen die ihr Kind dann noch auf "natürliche" Art zeugen und austragen werden dann wahrscheinlich als unverantwortlich angesehen werden, weil sie Ihren Nachwuchs dem "natürlichen" Risiko einer Schwangerschaft aussetzen. So wie heute bzw. in wenigen Jahren Mütter die Ihre Kinder nicht impfen und wollen, dass diese die Kinderkrankheiten durchmachen für eine "natürliche" Immunabwehr.

Profilbild Stiftung_Warentest am 09.06.2021 um 12:16 Uhr
Download aus dem Ausland

@KerstinH84: Leider können wir elektronische Dienstleistungen (z.B. Testartikel oder die test.de-Flatrate) nicht mehr an Kunden im Ausland verkaufen. Aufgrund einer gesetzlichen Regelung ist das Land, in dem der Verbraucher seinen Wohnsitz innehat, für den Erhalt der Umsatzsteuer zuständig. Eine gesetzeskonforme Umsetzung der Abfuhr der Umsatzsteuer würde für uns erhebliche Mehraufwendungen insbesondere in finanzieller Hinsicht bedeuten. Da die Stiftung Warentest für Verbraucher in Deutschland gegründet wurde, beschränken wir daher den Verkauf urheberrechtlich geschützter, digitaler Produkte auf Personen mit Wohnsitz in Deutschland beschränken. Wir bedauern den Umstand und hoffen, dass es in Zukunft einfacheren Regelung gibt.
Wer ein iPad besitzt, kann sowohl test als auch Finanztest aus dem Ausland über den App-Store kaufen. Printprodukte können auch über den örtlichen Buchhandel bezogen werden. Es ist gut möglich, dass der Weg über den örtlichen Buchhandel günstiger ist als über eine telefonische Bestellung bei uns. (bp)

KerstinH84 am 09.06.2021 um 11:03 Uhr
Warum kann ich den Artikel nicht kaufen?

Liebest Stiftung Warentest Team,
warum haben nur Menschen mit deutschem Wohnsitz Zugriff auf den Artikel. Ich bin Österreicherin und möchte den Artikel gerne kaufen. Leider funktioniert das nicht. Ich bitte um Hilfe! LG, Kerstin