Nährwertkennzeichnung Meldung

GDA-Tabelle auf Sprite-Getränk (oben), Modell für Ampel-Kennzeichnung (unten).

GDA-Tabelle auf Sprite-Getränk (oben), Modell für Ampel-Kennzeichnung (unten).

Ein Glas Sprite enthält 25 Gramm Zucker und soll 28 Prozent der täglich akzeptablen Zuckermenge einer mitteleuropäischen Frau ausschöpfen (siehe Grafik). Nährwertkennzeichnungen wie diese prangen immer öfter auf Softdrinks oder Cornflakes. test.de sagt, was es damit aus sich hat.

Hinter diesen Kennzeichnungen steht eine Initiative der Lebensmittelindustrie unter dem Namen Guideline Daily Amount (Richtlinie für den Tagesbedarf), kurz GDA. Mithilfe der tabellarischen Abbildungen sollen Verbraucher Kalorien, Fett, Zucker und Salz in Lebensmitteln besser einschätzen können. Das klingt löblich, ist aber heftig umstritten. Verbraucherschützer bemängeln unter anderem, dass die GDA-Standards die maximale Zuckermenge zu großzügig festlegen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt höchstens 60 Gramm zugesetzten Zucker pro Tag, ein Glas Sprite würde diese Menge danach sogar fast zur Hälfte abdecken.

Mit der GDA-Initiative schafft die Industrie in der Diskussion um eine europaweite Nährwertkennzeichnung Fakten. Denn die EU will sich 2009 auf ein einheitliches System festlegen. Wie es genau aussieht, ist noch offen. Verbraucherschützer plädieren für die sogenannte Ampel nach dem Vorbild Großbritanniens. Dort symbolisieren Ampelfarben die Nährwerte von Lebensmitteln: Bei Grün greif zu! Bei Rot halt dich zurück! Der Vorteil: Das System verstehen Menschen mit wenig Ernährungswissen. Kritiker warnen aber vor Vereinfachung.

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