Arbeitnehmer ohne Tarif­vertrag, die nur nachts zwischen 23 und 6 Uhr arbeiten, können einen erhöhten Nacht­zuschlag von 30 Prozent des Brutto­stunden­lohns oder eine entsprechende Anzahl freier Tage verlangen. So entschied das Bundes­arbeits­gericht. Das Arbeits­zeitgesetz fordert, dass der Chef „eine angemessene Zahl bezahlter freier Tage oder einen angemessenen Zuschlag“ für Nacht­arbeit gewährt. Die Recht­sprechung hält grund­sätzlich 25 Prozent für angemessen. Weniger kommt nur infrage, wenn die Arbeits­belastung spür­bar geringer ist, etwa bei nächt­lichen Bereit­schafts­diensten. Es klagte ein Lkw-Fahrer, der regel­mäßig nachts im Paket­dienst tätig ist. Sein Arbeit­geber zahlte ihm 20 Prozent Zuschlag, er wollte 30 Prozent. Das Bundes­arbeits­gericht gab ihm recht. Ständiges Arbeiten bei Nacht könne zu einem höheren Ausgleichs­anspruch führen. Da der Mann nur nachts arbeitete, sprach ihm das Gericht 30 Prozent Zuschlag zu (BAG, Az. 10 AZR 423/14).

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