Nach­rangdarlehen Meldung

Die Veganz GmbH aus Berlin investiert in Veganz-Supermärkte. Ihr Prospekt fürs Nach­rangdarlehen ist lückenhaft.

Seit Juli 2015 gelten strenge Informations­pflichten, wenn sich Unternehmen Geld über riskante Nach­rangdarlehen von Privatleuten leihen. Denn diese kommen im Insolvenzfall erst an die Reihe, wenn vorrangige Gläubiger bedient sind. Doch bis Jahres­ende läuft die Schon­frist für Angebote, die vor dem 10. Juli 2015 aufgelegt wurden. Erst ab Januar 2016 müssen auch sie entscheidende Wirt­schafts­daten in Prospekten veröffent­lichen. Das sollten Anleger beachten, die über­legen, 2015 noch einzusteigen.

Beispiel: In der Informations­broschüre für Nach­rangdarlehen der Veganz GmbH aus Berlin wird auf die „bisherige positive Geschäfts­entwick­lung“ hingewiesen, Jahres­abschlüsse tauchen aber nicht auf. Auch auf Unternehmensregister.de fehlen sie. Die Bilanz für 2014 fand Finanztest nur in einem kosten­pflichtig abruf­baren Vertrag im elektronischen Handels­register. Sie belegt das Risiko: Ende 2014 wies sie einen nicht durch Eigen­kapital gedeckten Fehl­betrag auf. Die mit dem Vertrieb betraute Check­point Finanz GmbH & Cie KG teilte auf Anfrage mit, die Bilanz­ergeb­nisse würden in Beratungs­gesprächen erläutert.

Tipp: Vorsicht vor Nach­rangdarlehen von Unternehmen, bei denen zu wenig Daten über die Finanzlage vorliegen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 3 Nutzer finden das hilfreich.