Wenn ein Mieter einen Nachmieter sucht, so darf der Vermieter Interessenten nicht deswegen ablehnen, weil deren Kinder vielleicht Lärm machen und die anderen Mieter stören könnten. Diese Entscheidung traf der Bundesgerichtshof (Az. VIII ZR 244/02).

Mieter und Vermieter hatten vereinbart, dass der Vertrag enden solle, sobald ein geeigneter Nachmieter gefunden sei. Der Vermieter lehnte dann aber einen Vater mit seinem Sohn als neuen Mieter ab, obwohl er ein zumutbarer Kandidat gewesen wäre.

Bei der Entscheidung des Vermieters dürfen fern liegende Befürchtungen, bloße persönliche Antipathien und objektiv nicht begründete, negative Einstellungen nicht berücksichtigt werden, entschieden die Bundesrichter.

Im Fall von Vater und Sohn gilt das auch für die Befürchtung, andere Mieter könnten sich über das Kind beschweren. Dieses Argument zählt nicht, weil Lärm von Kindern zu den normalen Wohngeräuschen gehört.

Der Vermieter darf deshalb einen potenziellen Mieter mit Kind – gleich welchen Alters – nicht aus nur diesem Grund ablehnen. Das sei für den Vermieter zumutbar, entschied der Bundesgerichtshof.

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