Nach­haltig­keits­siegel

Gepa fair+: Der Sonderfall

Nach­haltig­keits­siegel Testergebnisse für 5 Nachhaltigkeitssiegel für Lebensmittel 05/2016

Inhalt
Nach­haltig­keits­siegel - Können Verbraucher Fairtrade, Utz & Co vertrauen?

Versprechen. „Die Marke Gepa steht für Fairen Handel als Unter­nehmens­zweck. Der Gesell­schafter-Auftrag zielt lang­fristig auf die Etablierung eines interna­tionalen gerechten Welt­wirt­schafts­systems ab.“

Logo verwirrt. Seit 2012 tragen Produkte der Gesell­schaft zur Förderung der Part­nerschaft mit der Dritten Welt, kurz Gepa, das Logo „Gepa fair+“. Es soll sagen: Wir gehen über Mindest­kriterien im fairen Handel hinaus und leisten mehr als andere. Im Gegen­zug entfernte Gepa peu à peu das Fairtrade-Siegel von Produkten. Das fair+-Logo erweckt den Eindruck, Gepa habe einen eigenen, besonders hohen Stan­dard. Das ist nicht der Fall: fair+ basiert nur auf Stan­dards anderer. Bis heute sind die meisten Gepa-Produkte Fairtrade-zertifiziert, das übrige Sortiment erfüllt Kriterien von Natur­land Fair oder Fair for Life. Trotz dieser Verwirrung ist Gepa glaubwürdig. 1975 in Wuppertal gegründet, zählt Gepa zu den Pionieren im fairen Handel. Alle 300 Produkte im Sortiment sind fair-, etwa drei Viertel auch biozertifiziert. Der Test belegt: Gepa setzt auf direkte, lange Beziehungen mit Produzenten. Sie berück­sichtigt Wirkungs­analysen und kann Produkte zurück­verfolgen.

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GfaW am 27.09.2018 um 18:45 Uhr
Nachhaltigkeit ist Unternehmenssache!

Es ist immer wieder schade, dass Nachhaltigkeit nur auf das Produkt bezogen wird. Wenn wir ehrlich sind, müssen wir doch schauen, was ein Unternehmen insgesamt um Bezug auf Nachhaltigkeit macht. Der CSE-Standard (Nachhaltigkeitsstandard der Gesellschaft für angewandte Wirtschaftsethik) schreibt vor, dass das gesamte Unternehmen geprüft wird, inklusive der Produkte. Erst dann können Verbraucher zu einem wahrhaft nachhaltigem Produkt greifen. Wenn ein Unternehmen einen MEHRWERT in allen Bereichen erbringt, kann von echter Nachhaltigkeit gesprochen werden. Bei erfolgreicher Zertifizierung dürfen die Produkte der Unternehmen das CSE-Qualitätssiegel tragen und somit echte Nachhaltigkeit ausweisen.
Wir laden dazu ein das Thema Nachhaltigkeit neu zu überdenken und nicht inflationär zu verwenden. Im Artikel geht es um bio und fair, nicht um nachhaltig.
Ihre Gesellschaft für angewandte Wirtschaftsethik

KACKI-CACAO am 28.06.2018 um 10:30 Uhr

Kommentar vom Administrator gelöscht. Grund: Unangemessener Umgangston

halsbandschnaepper am 23.05.2016 um 09:18 Uhr
@Cacao_Guro: Fairer Edelkakao!

Es gibt auch fairen Edelkakao. Nicht nur deshalb ist ihre Aussage Unsinn. Der Markt verlangt nicht nur nach Edelkakao. Wenn es so einfach wäre, wie sie schreiben würde alle Kakaobauern nur noch hochwertige Produkte herstellen. Das ist weltfremd. Zudem gibt es auch fairen Edelkakao, also der Preis für Edelkakao + Fairtrade-Zuschläge. Zudem macht Fairtrade weit mehr als nur der Preis. Neben langsfristen Verträgen, die dann auch sichere Einnahmen garantieren (anders als der Weltmarkt), wird durch Fairtrade auch in soziale Projekte, Schulungen etc. investiert.

Kaffee-Liebhaber am 20.05.2016 um 13:31 Uhr
Weitblick ...

Wer als Verbraucher etwas weiter blickt und für den die Produktions- und Handeslbedingungen und die Produzenten wichtig sind, schaut doch bestimmt auf diese Produkte.
Leider hat test ein paar namhafte Organisationen im Artikel nicht berücksichtigt. Neben der Gepa gibt es z.B. dwp Ravensburg; eine Genossenschaft, die Ihre Produkte hier von sozial benachteiligten Menschen abfüllen lässt ... und so klar macht, wir sind ebenso entwicklungsbedürftig.
Eben fair und sozial. Die Kriterien bei dwp gehen weit über die "transfair-Regelchen" hinaus. Mitglieder in dieser Genossenschaft können neben den Erzeugern in Übersee, Kunden, Läden oder Organisationen sein und so mitbestimmen.
Das nenne ich konsequent.

Gaspar am 15.05.2016 um 08:57 Uhr
Oberflächliche Darstellung

Am meisten verdient der Einzelhandel, danach kommt die Org. Der Kaffee-Test der Stiftung hat die insgesamt unterdurchschnittliche Qualität bestätigt. Lediglich beim Darboven Kaffee ist die Qualität normal. Produkte wie fair gehandeltes Speiseeis, das bestimmt nicht aus einem Entwicklungsland kommt, sind fragwürdig.