Herbst­laub. Zu viel im Garten kann nerven.

Das Laub vom Nach­barn müssen Haus­besitzer meist dulden. Nur wenn zu viel Laub fliegt, können sie sich wehren.

Bunte Blätter an den Bäumen sind nicht nur schön. Sie können auch für Ärger sorgen. Der Laubfall beschäftigt immer wieder die Gerichte. Weht oder fällt Laub von den Bäumen des Nach­barn auf das eigene Grund­stück, ist manch ein Haus­besitzer versucht, alles einfach wieder zurück­zuschaufeln oder eine Entschädigung fürs Beseitigen zu verlangen. Nicht selten streiten Nach­barn darüber, wer für die Entsorgung der Blätter verantwort­lich ist.

Laubrente nur als Ausnahme. Die Chancen für genervte Grundstücks­besitzer, einen finanziellen Ausgleich für die herbst­liche Arbeit zu erhalten, stehen schlecht. Eine solche Zahlung – auch „Laubrente“ genannt – haben die Gerichte Klägern bisher nur in wenigen Ausnahme­fällen zugesprochen. Sehr oft stufen sie Laubfall als orts­übliche oder unwesentliche, zumut­bare Verunreinigung ein, mit der man sich abfinden muss. Etwas anderes gilt nur, wenn zum Beispiel deutlich mehr Laub als üblich über den Zaun fällt und die Gartennut­zung wesentlich beein­trächtigt ist. Auch wenn fremde Blätter, Nadeln und Zapfen immer wieder die Dach­rinne verstopfen, im Gartenteich landen oder das Garagen­dach ständig gereinigt werden muss, kann der Betroffene einen finanziellen Ausgleich vom Nach­barn verlangen. Davor sollten beide aber erst mal über­legen, den Baum zu stutzen oder sogar zu fällen. Geht das nicht, weil der Baum unter Schutz steht, lässt sich das Laub nicht vermeiden. Der Betroffene kann dann Laubrente fordern.

Laubbläser als Krachmacher. Wer die Blätter mit einem Laubbläser beiseitepustet, riskiert ebenfalls Ärger mit den Nach­barn. Die Geräte sind laut. Viele erreichen eine Schall­leistung von bis zu 115 Dezibel. Das kann ohne Ohren­schutz dem Gehör schaden. Fest steht: Nutzer von Laubbläsern müssen Lärm­grenzen einhalten. Die Maschinenlärm­schutz­ver­ordnung verbietet an Sonn- und Feier­tagen den Einsatz von Maschinen und Geräten in Wohn­gebieten. An den Werk­tagen – dazu zählt auch der Samstag – ist ihr Einsatz zwischen 9 und 13 Uhr sowie 15 und 17 Uhr erlaubt. In einigen Kommunen gelten jedoch stadt­eigene Verordnungen zum Lärm­schutz. In München zum Beispiel ist der Einsatz werk­tags nur von 9 bis 12 Uhr gestattet, nach­mittags aber auch von 15 Uhr bis 17 Uhr.*

* Passage korrigiert am 7. November 2018

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