Nach dem Ende einer Beziehung kann der Expartner verlangen, dass der andere intime Privatfotos von ihm vernichtet beziehungs­weise heraus­gibt. Das hat kürzlich der Bundes­gerichts­hof entschieden (BGH, Az. VI ZR 271/14). Jeder habe das Recht, selbst zu entscheiden, wem er Einblicke in das eigene Geschlechts­leben gewährt, so die Richter in ihrer Begründung. Auch wenn die intimen Aufnahmen seiner­zeit mit dem Einverständnis des oder der Abge­bildeten gemacht wurden, seien sie nach einer Trennung auf Verlangen zu löschen.

Der BGH argumentierte, dass die Einwilligung, sich fotografieren zu lassen, nur für den Zeitraum einer Beziehung gelte. Unver­fäng­liche Fotos von Alltags- und Urlaubs­situationen dürfen Expartner dagegen als Erinnerung behalten.

Wie sich das Vernichten sämtlicher intimer Fotos in der Praxis durch­setzen lassen soll und wie es zu bewerk­stel­ligen ist, erläuterte der Bundes­gerichts­hof in seinem Urteil jedoch nicht näher.

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