Rund 9 000 Anleger haben einen Großteil Ihrer Einzahlungen in Höhe von insgesamt rund 20 Millionen Euro verloren. Das Unternehmen SD Global Equity AG & Co. KG hatte sie für ein Beteiligungskonzept geworben. Nachdem das Amtsgericht Hannover Ende Mai die Insolvenz über das Vermögen der Firma eröffnet hat, konnte Insolvenzverwalter Manuel Sack nur noch 5,5 Millionen Euro sicherstellen. Der Rest des Geldes ist wahrscheinlich unwiederbringlich verloren.

Verdacht auf Anlagebetrug

Die Staatsanwaltschaft ermittelt unterdessen gegen den bereits gerichtsbekannten Geschäftsführer und Vorstand der SD Global Equity wegen des Verdachts des Kapitalanlagebetrugs. Er soll nur knapp die Hälfte des Anlegergelds in Finanzanlagen investiert und absurd hohe Kosten für die Fondsverwaltung und den Vertrieb kassiert haben. Das geht aus einem Bericht des Insolvenzverwalters Manuel Sack hervor.

Bafin schritt ein

Bereits Ende 2003 hatte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) das von der SD Global Equity angebotene Anlagemodell gestoppt und die Rückabwicklung angeordnet. Bei der Anlage handele es sich um ein unerlaubtes Bankgeschäft, für das die Firma keine Genehmigung der Aufsicht habe, argumentierte die Behörde.

Womöglich haften Vermittler

Aus der Insolvenzmasse werden Anleger aller Voraussicht nach nur einen kleinen Teil ihres Geldes zurück erhalten. Anlegeranwalt Jan-Henning Ahrens rät, Ersatzansprüche gegen Vermittler zu prüfen. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes sind sie verpflichtet, ein Konzept auf wirtschaftliche Plausibilität und auf Richtigkeit zu prüfen. Dazu gehört auch die Prüfung, ob für derartige Geschäfte nötige Genehmigungen der Bafin vorliegen. Nach Ansicht von Rechtsanwalt Ahrens hat die Geltendmachung von Ersatzansprüchen gegen die Vermittler gute Aussichten auf Erfolg.

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